AHA-Regeln einhalten – nicht Dr. Google konsultieren

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Hans-Joachim Seuferlein (l.) und Dr. Erhard Bode.

Kreisärzteschaftsvorsitzender und AOK Geschäftsführer zu Corona und zur Versorgung der Region.

Schwäbisch Gmünd. Dr. Erhard Bode, Vorsitzender der Gmünder Kreisärzteschaft und Hans-Joachim Seuferlein, Geschäftsführer der AOK Ostwürttemberg, mahnen mit Blick auf die landesweit steigenden Zahlen, bei den Corona-Neuinfektionen weiterhin die Abstandsregeln und Hygienemaßnahmen einzuhalten. "In jüngster Zeit sind immer mehr Menschen ohne Maske unterwegs", beobachtet Hans-Joachim Seuferlein und warnt, sich in Sicherheit zu wiegen.

Dem stimmt Dr. Erhard Bode zu: "Wir hatten es im Ostalbkreis durch gute und koordinierte Zusammenarbeit aller Beteiligter im Gesundheitswesen geschafft, die Infektionszahlen stark zu reduzieren. Doch nun steigen sie wieder. Daher bitte die AHA-Regeln plus regelmäßiges Lüften konsequent umsetzen." AHA steht für Abstand, Hygiene und Alltagsmaske.

Bei ihrem Gespräch wurde ein Blick auf die derzeitige ärztliche Versorgung im Raum Schwäbisch Gmünd und Schwäbischer Wald geworfen. Für den Kreisärzteschaftsvorsitzenden ist die derzeitige Versorgung bei den Hausärzten noch als gut zu bewerten, dennoch sehen beide Gesprächspartner aufgrund der Altersstruktur eine sehr kritische Entwicklung. Im Altkreis Schwäbisch Gmünd sind nach einer Statistik der AOK Ostwürttemberg derzeit 29 von 74 Ärzten 60 Jahre oder älter. Vier sind schon über 70. "Der neu zugeschnittene Planungsbereich, der die Versorgungssituation genauer darstellt, zeigt den akuten Handlungsbedarf im Schwäbischen Wald, bringt uns aber leider keine neuen Ärzte. Daher müssen wir neue Wege in der Versorgung gehen", betont Hans-Joachim Seuferlein.

Dr. Bode berichtet, dass sich die beiden Kreisärzteschaften im Ostalbkreis mit dem Landratsamt im November treffen, um Lösungen zu diskutieren und zu entwickeln. AOK-Chef Hans-Joachim Seuferlein betont, dass auch eine Delegation von medizinischen Aufgaben die Ärzte entlasten kann. Das AOK-Hausarzt- und -Facharztprogramm setzte da an. Dr. Erhard Bode lobt diese alternative Regelversorgung. "Die Hausärzte haben dadurch eine Lotsenfunktion beim Patienten zurückgewonnen", sagt er und ergänzt: "Als Lungenfacharzt bin ich froh, wenn die Patienten mit einer Überweisung zu mir kommen. Die von manchem Patienten vorgenommene Eigendiagnose über Dr. Google ist meistens nicht sehr zielführend."

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