Altbau als Graffiti-Leinwand

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Torsten Will besprayt zusammen mit drei weiteren Künstlern die vordere Betonwand des ehemaligen evangelischen Gemeindezentrums "Brücke" in der Weststadt.
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Eine Stuttgarter Graffiti-Gruppe hat für ihr Kunstwerk das ehemalige evangelische Gemeindezentrum "Brücke" in der Weststadt gewählt.

Schwäbisch Gmünd

Nur noch wenige Wochen und das ehemalige evangelische Gemeindezentrum "Brücke" in der Weststadt wird abgerissen. Der Grund: Auf diesem Grundstück entstehen insgesamt sieben neue Wohngebäude mit 65 Wohnungen, drei Tiefgaragen und drei Ladengeschäften. Bevor das allerdings losgeht – Spatenstich ist am Freitag, 2. Oktober – nutzt eine Stuttgarter Graffiti-Gruppe die vordere Betonfläche an der Eutighoferstraße als große Leinwand für ein Graffiti- Kunstwerk der Gegenwartskultur. Unter dem Motto "Etwas Neues entsteht", solle damit das Gebäude gewürdigt werden, sagt Kai-Erik Ströbel, Projektentwickler von MIM Planen und Bauen. "Das Gebäude ist ein Teil der Weststadt", sagt er.

Torsten Will, ein langjähriger Freund von Ströbel, ist bereits seit vielen Jahren Graffiti-Künstler in Stuttgart. Als er von dieser Idee gehört hatte, war er sofort begeistert. Für dieses Kunstwerk – unter den Künstlern auch "Piece" genannt – haben sich Will und drei weitere Graffiti-Künstler etwas Besonderes überlegt. "Die Werke stehen alle unter unserem Motto "Etwas Neues entsteht", sagt Will. Daher sprayen sie ihre Künstlernamen im Graffiti-Stil. Die Buchstaben sollen dabei den Eindruck machen, aus der Betonwand hervorzutreten.

Es ist ein großes Vorhaben, für das die Gruppe etwa drei Tage braucht. Und wenn das Gebäude schließlich abgerissen wird, ist das Kunstwerk weg. Daran sind die Künstler allerdings schon gewöhnt. "Meist ist es so, dass solche Bilder etwa fünf Tage oder maximal zwei Wochen bestehen bleiben", erklärt Ströbel. Danach werden die Bilder meistens von anderen Künstlern übermalt. Zur Erinnerung werden die Pieces nach der Fertigstellung daher fotografiert und archiviert. "Entweder in Büchern oder im Internet", sagt Ströbel. Trotz allem bleibe die Vorfreude auf das Ergebnis.

Schmierereien haben nichts mit Kunst zu tun.

Kai-Erik Ströbel, Projektentwickler

Oft werde Graffiti mit Sachbeschädigung und Verschmutzung in Verbindung gebracht, doch "diese Schmierereien haben nichts mit der Kunst zu tun", sagt er. Das fängt schon bei den Sprühdosen an. Die von der Stadt und vom Planungsbüro zur Verfügung gestellten Sprühdosen sind absolut nachhaltig und umweltfreundlich.

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