Altstadtfäger: Das neue Häs muss weiterhin geheim bleiben

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Mit welchen Widrigkeiten die renommierte Gmünder Guggentruppe in Coronazeiten zu kämpfen hat und warum sie eine Bleibe sucht.

Schwäbisch Gmünd

Seit der Gründung der Gmünder Guggenmusik Altstadtfäger im Jahr 2001 war deren Terminkalender nicht nur in der närrischen Jahreszeit rappelvoll. Neben zahllosen Teilnahmen an Umzügen, Guggenbällen, Guggentreffen und Instrumentenwäsche waren die Altstadtfäger beliebte Gäste, die auf Feiern, Festen und Hochzeiten für Stimmung und die passende Musik sorgten. Das musikalische Repertoire wurde von der Mannschaft extra dafür angepasst.

Dieses Jahr ist alles anders. Den Guggenmusikern geht es wie allen Künstlern, der Applaus und die Begeisterung der Zuhörer ist der größte Lohn. Aber mit der Pandemie fing es an, Absagen zu hageln.

25 Musiker spielen derzeit bei den Fägern, es konnten zu Beginn des Jahres sogar "Newcomer" begrüßt werden. Der Verein lebt nicht nur von den Auftritten, "die schweißen uns zusammen", meint Ingrid Stadelmaier, die regelmäßigen Probeabende zählten zu den fixen Terminen, bei denen sich die Musiker nicht nur musikalisch auf dem Laufenden hielten. Die Abende zählten zu den wöchentlichen Ereignissen, bei denen sich "die ganze Guggen-Familie getroffen hat".

Die Pandemievorschriften ließen im Frühjahr keine Proben mehr zu. Mit der Lockerung der Bestimmungen keimte etwas Hoffnung bei den Fägern auf. Endlich wieder gemeinsam musizieren, das war etwas, auf das sich alle gefreut haben.

Aber dann: Mit der Fusion der Gmünder Stadtjugendkapelle mit dem 1. Musikverein Stadtkapelle verloren die Guggenmusiker ihre Proberäume im Gmünder Musikerheim. "Es gab Terminüberschneidungen bei der Belegung des Musikerheims zwischen den Musikern der beiden Kapellen und uns" bedauert Stadelmaier.

Immerhin: Vorübergehendes "Asyl" erhielten die Guggen im Spiegelsaal des TSB Schwäbisch Gmünd im Laichle. Hier waren Proben der kompletten Mannschaft möglich. Doch die sind zwischenzeitlich aus Sicherheitsgründen von der Vorstandschaft eingestellt. Und wegen der anstehenden Umbaumaßnahmen am Waldstadion im Laichle wird auch diese Lokalität als Proberaum bald der Gesichte angehören. Eine neue Bleibe wird also gesucht.

Beim Proben trifft sich die ganze Guggenfamilie.

Ingrid Stadelmaier, Vorständin

Und als ob das für die große Guggenfamilie der Altstadtfäger nicht schon schlimm genug wäre, fällt nun das größte Highlight der Saison auch noch ins Wasser. Am 7. November hätte die großartige Premiere des neuen Häs sein sollen, sagt Vorständin Ingrid Stadelmaier. Ein Ereignis, das es bei den Altstadtfägern nur alle drei Jahre gibt. Das bisherige Häs unter dem Motto "Fäger-Express" sollte in den Ruhestand versetzt werden. Das ganze Jahr über waren die Musiker mit Familie und Freunden beschäftigt, ein neues buntes, schönes Kostüm zu nähen. Die "Häs-Vorstellung" sollte am 7. November mit großer Party, vielen Gästen und befreundeten Guggentruppen gefeiert werden.

Doch auf der Hauptversammlung Ende August kam auch für diese Party das "Aus". "Da weint die Guggenseele", klagt Ingrid Stadelmaier. Und betont zugleich: Trotzdem lassen sich die Musiker nicht unterkriegen. Es wird nach wie vor genäht, gestickt, bestückt und geklebt was das Zeug hält. Bis Jahresende sollen alle 25 neuen Kostüme fertig sein.

"Was dann kommt, wissen wir noch nicht", meint die Vorständin, der Verein sei sich aber einig, "es soll eine große Präsentation werden". Welches Motto sich die Fäger dieses Mal einfallen lassen haben und wie die Umsetzung des Themas heuer ausfällt? Da müssen sich Guggenfans also nun noch gedulden, "die große Präsentation ist für den kommenden Spätsommer oder Herbst anvisiert".

Die Altstadtfäger proben jeden Donnerstagabend, wer die Musiker mit passenden Proberäumen unterstützen möchte, meldet sich bitte unter kruemel.27@web.de

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