Am Licht sparen in der Stadt -wird's dunkel an Weihnachten?

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Der Fünfknopfturm.
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Muss das Rokokoschlösschen in hellem Glanz erstrahlen – oder sollte man im kommenden Energiesparwinter auf beleuchtete Gebäude in Gmünd verzichten?

Schwäbisch Gmünd

Sie war am Abend mit Freunden essen in der Stadt. Und hat sich beim Heimgehen auf dem Marktplatz gefragt: Muss das sein, dass in der Stadt Fassaden von Gebäude angestrahlt werden – wo jetzt Energie gespart werden muss? Was man halt so überlegt vor dem Winter 2022.

Die Gmünderin ist nicht allein mit ihren Spar-Gedanken. In Karlsruhe wird das Licht an öffentlichen Gebäuden ausgeknipst, in Stuttgart soll sogar der Fernsehturm dunkel bleiben. Die Stadt Gmünd habe das natürlich auch im Blick, versichert Stadtsprecher Markus Herrmann. „Wir haben eine Arbeitsgruppe, die dabei ist, Spielräume fürs Energiesparen auszuloten“, sagt Herrmann. Im Blickpunkt ist viel mehr, nicht nur das Licht in der Stadt. „Wir gehen das Thema mit großer Ernsthaftigkeit an.“ Und es wird nicht nur geprüft, sondern auch schon gemacht. „Wir sind schon jetzt dabei, Geräte auszutauschen oder Stand-by-Betrieb runterzufahren.“

„Es gibt eine Checkliste vom Städtetag, die sind wir schon durchgegangen“, sagt Herrmann. Da seien unter anderem die Punkte drin, ab sofort Klimaanlagen auszuschalten und nur noch kaltes Wasser an Handwaschbecken zu liefern. Aber: „Klimaanlagen hatten wir noch nie in der Stadtverwaltung, kaltes Wasser ist bei uns seit jeher Standard“, erzählt der Stadtsprecher und fügt hinzu: „Sobald wir etwas tun können, wird das auch gemacht.“

Nicht nur bei der Stadt wird übers Licht- und damit Energiesparen nachgedacht. Winfried Kienhöfer vom Salvator-Freundeskreis findet es richtig, die Frage zu stellen: „Wir werden das beim nächsten Treffen des Lenkungsteams besprechen.“ Die Leute vom Freundeskreis sind fürs Ein- und Ausschalten der Kirche und der oberhalb platzierten Weltkugel zuständig.

Zurück zum Marktplatz und konkret gefragt: Muss die Fassade am Spital wirklich beleuchtet werden? Einfach den Schalter umlegen und sparen - das höre sich einfach an, ist es aber nicht, so argumentiert Markus Herrmann. „Man muss sehen, dass die Beleuchtung von Gebäuden Teil des Lichtkonzepts ist, das auf die Arbeit von Walter Giers zurückgeht. Zu diesem Konzept gehören verschiedene Elemente, darunter dieses Anstrahlen von Gebäuden.“ Licht an einer Fassade habe eben nicht nur den Zweck, diese in der Nacht herzuzeigen. „Die Effektbeleuchtung dient auch der indirekten, blendfreien Beleuchtung des Stadtraums.“ Dabei gehe es auch um Sicherheitsfragen. „Darum können wir nicht einfach sagen, das schalten wir jetzt ab. Wenn wir den Marktplatz dunkel lassen, dann würden wahrscheinlich schnell Beschwerden kommen“, glaubt Herrmann. Geprüft werde trotzdem, wo Einsparen möglich ist. „Das muss man im Einzelfall betrachten: Wo können wir etwas machen, ohne das Kind gleich mit dem Bade auszuschütten?“

Und an Weihnachten?

Ein Spezialfall ist die Beleuchtung in der Weihnachtszeit und nach dem Jahreswechsel, wenn die so genannte Konturenbeleuchtung an den Dachkanten der Häuser auf dem Marktplatz und den umliegenden Gassen und Plätzen angeschaltet wird. Die besteht aus rund 6500 einzelnen Glühbirnen – wobei der Begriff seit 2012 nicht mehr ganz stimmt, weil damals komplett auf LED-Lichter umgestellt wurde.

Bis dahin sei es ja noch eine Weile hin, um das abzuwägen, sagt Herrmann. Die Konturenbeleuchtung wird in der Regel Ende November angeknipst, jeweils in der Dämmerung gehen die Lichter an und strahlen in der Regel bis 22 Uhr. An Weihnachten übrigens bis 24 Uhr, an Silvester bis 0.30 Uhr. Auch die weihnachtliche Beleuchtung soll das Sicherheitsgefühl für Passanten in den Abendstunden der dunklen Jahreszeit stärken.

LED-Technik spart enorm

Und welche Strommenge ließe sich sparen? Wie viel Kilowattstunden und Geld die Gebäudebeleuchtung die Stadt im Jahr kostet, dazu gebe es keine isolierten Zahlen, sagt Markus Herrmann. Nur einen Vergleichswert, erhoben bei der Umstellung der Weihnachtsbeleuchtung von Glühbirnen auf LED-Lichter: 17 000 Euro hatte die Stadt bis 2012 Jahr für Jahr dafür ausgegeben, mit LED-Technik waren es noch 1500 Euro pro Winter.

Das Forum Gold und Silber.
Schön anzusehen, aber vielleicht doch verzichtbar? Das beleuchtete Rokokoschlösschen im Stadtgarten.

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