Amelie Hann doppelt ausgezeichnet

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Amelie Hann in zwei Kategorien erfolgreich beim Bundeswettbewerb ?Jugend musiziert 2021?.
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Mit Bratsche und Klavier: Die Gmünderin Amelie Hann ist in zwei Kategorien erfolgreich beim Bundeswettbewerb „Jugend musiziert 2021“.

Schwäbisch Gmünd

Sie hat es geschafft im Bundeswettbewerb „Jugend musiziert 2021“, und das gleich zweimal: Bewertet wurde Amelie Hann mit Platz zwei als Klavierbegleitung, und „mit sehr gutem Erfolg teilgenommen“ für ihren Vortrag auf der Bratsche mit Werken aus Barock, Romantik und Moderne. In ihrer Altersgruppe IV, Duo Klavier und ein Streichinstrument, erlangte Amelie Hann als einzige Bratschistin aus Baden-Württemberg die Weiterleitung zum Bundeswettbewerb, gemeinsam mit ihrer Klavierpartnerin Lea Gunther.

Wie wird man so erfolgreich? Die 14-Jährige antwortet: „Üben, ein Ziel und Motivation für die Zukunft haben.“ Üben an sich sei wichtig, aber man müsse auch Lehrer haben, die Stücke aussuchen, die Spaß machen. Die zum Wettbewerb anregen. Dazu Familie und Verwandte, die Amelie hören wollen „an Weihnachten und so“.

Amelie war fünf Jahre alt, als sie, inspiriert von ihrer dreieinhalb Jahre älteren Schwester, auch Geige spielen lernen wollte. Sie begann mit Einzelunterricht in der Städtischen Musikschule bei Thomas von Abel. Mit acht Jahren wechselte sie zur Bratsche. Ein Umstieg, der sich für die heute 14-Jährige zunächst als schwierig erwies. „Erst war ich verzweifelt, weil es einen anderen Notenschlüssel gibt. Aber ich blieb nicht verzweifelt, weil die Bratsche viel schöner klingt, nicht so quietschig wie die Geige.“ Sie mag die Mischung aus Cello und Geige, wie Amelie den Klang der Bratsche umschreibt, und auch ihrem Lehrer ist sie seitdem treu geblieben.

„Das ist nicht so stressig“

Wieder einmal inspirierte sie ihre ältere Schwester: Amelie Hann begann zusätzlich mit Klavierunterricht und hat sich inzwischen zu einer unentbehrlichen Begleiterin in der Musikschule und an ihrer Schule, dem Parler-Gymnasium, entwickelt. Das macht ihr große Freude, denn sie erfährt, dass viele Gleichaltrige es schöner finden, von ihr auf dem Klavier begleitet zu werden, „das ist nicht so stressig wie mit Erwachsenen“. Ausschlaggebend sei für sie, andere zu motivieren, ihnen bei der Auswahl der Werke zu helfen und Hemmnisse zu überwinden. Sie begleite gerne alle, „weil es Spaß macht, die Entwicklung zu erleben und mit Menschen umzugehen“.

Gibt sie dem Klavier oder der Bratsche den Vorzug? Weder noch, sagt sie: „Mit der Bratsche kann ich ein Vibrato machen, da kann ich mehr Gefühl reinstecken und ausleben. Auf dem Klavier kann ich mehrstimmig spielen und bei schlechter Stimmung in die Tasten hauen.“ Dann spiele sie schnelle, laute Sachen und überrascht damit, dass Werke von Johann Sebastian Bach dazu gehören. Denn „es muss schön klingen“.

Ihr Rat: vieles ausprobieren

Um ein Instrument zu finden, das einem liegt, rät sie, viele Instrumente auszuprobieren, um den eigenen Stil zu finden. Dabei wurde sie von ihrer Familie unterstützt. „Nein, ein striktes Hausmusikprogramm gibt es nicht“, so Vater Uwe Hann, der Klavier und Trompete spielt. Aber er hat ein offensichtlich ansteckendes Mitmach-Rezept, verrät Amelies Schwester Lea. Der Vater sitzt am Klavier und sagt: „Komm, wir machen mal.“

Töne umgaben die Kinder von früh an. Bei Familienfesten wurde viel Musik gemacht, zu Hause gesungen. „Man muss sich die richtige Frau suchen“, schmunzelt Uwe Hann. Das hat er offensichtlich getan, denn schon mit 18 gingen er und seine Frau einmal im Quartal in die Oper oder ins Konzert mit ihrer Gymnasialklasse. Seine Frau spielt Gitarre und Querflöte. Die Großeltern von Amelie sind ebenfalls sehr musikalisch. Mit Lea und Amelie wurde von klein auf gesungen.

Ihr Ziel: Musikstudium

Amelie Hann hat an vielen Wettbewerben teilgenommen, bei „Jugend musiziert“ erfolgreich die Stufen von Regional-, dann Landes- bis zum Bundeswettbewerb durchlaufen. Das hat seinen Preis, denn mindesten fünf Stunden Üben pro Woche sind für ein Instrument nötig, um diese Klasse zu erreichen. Wenn es auf einen Wettbewerb oder Auftritt zugeht, werden es noch mehr Stunden. Allein und mit ihren Lehrern Thomas von Abel und am Klavier Valentine Weingardt. Und Amelies Ziel lautet: Musikstudium!

Die Bratsche klingt viel schöner, nicht so quietschig.“

Amelie Hann

Amelie Hann: in zwei Kategorien erfolgreich beim Bundeswettbewerb „Jugend musiziert 2021“.
Foto: privat

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