An der Stadtmauer tut sich was

  • Weitere
    schließen
+
Halteverbot: Die Stadt will das wilde Parken an der Baldungstraße beenden, weil sie das Gelände geräumt an den neuen Eigentümer übergeben muss.
  • schließen

Brachfläche an der Baldungstraße wird an den neuen Eigentümer übergeben. Der möchte noch in diesem Jahr mit den Bauarbeiten beginnen. 

Schwäbisch Gmünd

Beim Projekt „Wohnen an der Stadtmauer“ tut sich was. In diesen Tagen geht das Gelände zwischen Stadtmauer und Baldungstraße an den neuen Eigentümer, die Activ-Group mit Sitz in Schemmerhofen, über. Dessen Prokurist und Projektentwickler Christian Neudeck geht davon aus, dass schon demnächst der notwendige Abriss eines Hauses in der Hinteren Schmiedgasse erfolgen kann, die Mieter seien bereits ausgezogen. Und er plant, dass noch in diesem Jahr die ersten sichtbaren Bauarbeiten kommen.

Derzeit wird das leere Gelände östlich des früheren Stadtmauerverlaufs zwischen Baldung- und Pfitzerkreisel von vielen Autofahrern als wilder Parkplatz genutzt. Doch das soll nun enden. Inzwischen stehen Halteverbotsschilder aus dem Platz. „Wir müssen das Gelände geräumt übergeben“, begründet der Leiter des Ordnungsamts, Gerd Hägele, diese Maßnahme. Und die Activ-Group hat aus versicherungsrechtlichen Gründen nicht vor, dort wieder Parken zuzulassen, sagt Christian Neudeck. Das Areal werde mit einem Bauzaun abgesperrt.

Sensibler Nachbar

Die Baugenehmigung für das Projekt, bei dem 28 Wohnungen entstehen sollen, hat die Gruppe inzwischen. Nun seien noch einige Abklärungen und Vorarbeiten nötig, sagt Neudeck. Zum Beispiel mit dem Denkmalamt, schließlich baut die Gruppe direkt am Rand der historischen Altstadt. Entstehen soll ein Gebäude, das dem Verlauf der historischen Stadtmauer folgt und diese frühere Befestigung auch optisch nachempfindet. Zum anderen soll am nordöstlichen Ende der Hinteren Schmiedgasse ein dem historischen Stadtturm an dieser Stelle nachempfundener Wohnturm kommen.

Zudem hat die Group einen äußerst sensiblen Nachbarn: Viel Vorplanung war notwendig, um ausschließen zu können, dass der Einhorntunnel, der dort unter der Baldungstraße verläuft, geschädigt wird. Die Baugenehmigung schreibt vor, dass der Bau von einem Experten begleitet wird, der eigens auf die Unversehrtheit des Tunnels achtet. „Wir müssen manche Leitungen von Hand ausgraben“, nennt Christian Neudeck ein Beispiel für die Sorgfalt, die bei Arbeiten nahe an der Tunnelröhre notwendig ist. Immerhin entsteht unter den Neubauten auch eine Tiefgarage. Schon vor einem halben Jahr seien Pegel gesetzt worden, um die Grundwasserströme im Baubereich zu erkunden„Wir gehen mit großem Respekt an die Aufgabe“, so Neudeck.

Ob ein Generalunternehmer mit dem Bau beauftragt wird oder ob die Activ-Group die einzelnen Handwerker lieber selbst beauftragt, ist noch nicht entschieden. „Wir gehen derzeit davon aus, dass wir selbst die Einzelgewerke ausschreiben“, so der Projektentwickler. Und er ist froh, dass er die Bauarbeiten derzeit angesichts der explodierten Baustoffpreise noch nicht vergeben muss. Er glaubt, dass sich die Preisspitzen wieder glätten. Auch die Handwerker, so seine Erfahrung, setzen auf eine Normalisierung der Preise. Der Bau sei anspruchsvoll, deshalb geht Neudeck nach heutigem Stand von einer längeren Bauzeit aus. Bisher werde mit einer Fertigstellung Ende 2023 gerechnet. Interessierte werden die Bauarbeiten live verfolgen können, denn das Unternehmen möchte eine Webcam installieren, die einen dauernden Blick auf die Baustelle gewährt.

Baubürgermeister Julius Mihm hat schon in der Vergangenheit immer wieder die Bedeutung des Projekts betont, das das Erscheinungsbild der Kernstadt von Osten her deutlich aufwerten soll. Er sieht es auch als Pluspunkt für das Schmiedgassen-Quartier, das die Stadt umgestalten möchte.

Wir gehen mit großem Respekt an die

Christian Neudeck,, Projektentwickler

Anspruchsvoller Bau und Lärmschutz

„Durch die architektonisch anspruchsvolle Bebauung soll das gesamte benachbarte Stadtquartier lebendiger und städtebaulich aufgewertet und zusätzliche Investitionen in den Erhalt und die Modernisierung der nordöstlichen Kernstadt ausgelöst werden.“ So heißt es in der Beschlussvorlage für den Gemeinderat zu diesem Projekt. Außerdem solle das Bauwerk dazu beitragen, den Verkehrslärm von der stark befahrenen Baldungstraße für die Schmiedgassen einzudämmen. Das Gelände war für den Bau des Einhorntunnels benötigt worden und stand seit dessen Fertigstellung leer. Es wurde seitdem als wilder Parkplatz genutzt.

Zurück zur Übersicht: Stadt Schwäbisch Gmünd

Mehr zum Thema

WEITERE ARTIKEL