An-Sofie Moons gewinnt den Hans-Judenkünig-Preis

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Meisterkurs und Wettbewerb schließen mit einem Lautenliederkonzert im Schwörsaal der Musikschule.

Schwäbisch Gmünd. Die Belgierin An-Sofie Moons hat den Hans-Judenkünig-Preis gewonnen. Bürgermeister Christian Baron überreichte der 27-Jährigen die Urkunde im Schwörsaal der Städtischen Musikschule. Damit verlieh die Stadt zum vierten Mal den mit 500 Euro dotierten Preis an einen Teilnehmenden des Internationalen Meisterkurses Lautenlieder von Sigrun Richter und Robert Crowe.

Eine Woche lang unterrichteten die Lautenistin und der Opernsänger sieben Schülerinnen und Schüler im Lautenspiel und Gesang. Richter und Crowe bildeten dann auch die Jury, die über die Preisvergabe entschied. „Den Preis erhält derjenige, der sich während des Kurses am stärksten weiterentwickelt hat“, verriet Friedemann Gramm. Der Direktor der Städtischen Musikschule fungierte als Gastgeber, für den sowohl einwöchigen Meisterkurs als auch für die Preisverleihung samt Abschlusskonzert.

Moons freute sich sichtlich über ihren Sieg. „Das ist so wunderbar“, sagte die Sängerin aus Antwerpen, die dort am Konservatorium seit vier Jahren Gesang studiert. Auf Englisch erzählte sie, dass sie bereits 2018 am Gmünder Meisterkurs teilgenommen hatte. „Dieses Mal wollte ich wissen, ob ich noch mehr dazulernen kann als damals.“ Die Entscheidung der Jury zeigt, dass ihr das offenbar gelungen ist.

Während des Abschlusskonzertes bewies An-Sofie Moons ihren wunderbar klaren Sopran und ihren großen Stimmumfang beim Lied „Come, heavy sleep“. Ebenfalls sehr ausdrucksstark war ihre Darbietung zusammen mit Lenneke Nijst und Alexander van Goethem beim Finale mit „Jubilemus omnes et cantemus“ von Giacomo Carissimi. Tatsächlich befand sich Moons in guter Gesellschaft: Sowohl Nijst, van Goethem, Yune Paepe und besonders die letztjährige Judenkünig-Preisträgerin Anais Simon bewiesen ihr großes Stimmtalent. Auch Ronald Weering an der Laute und Mariet Calsius am Cembalo zeigten überzeugend, was auf diesen besonderen Instrumenten möglich ist.

Bürgermeister Baron bedauerte nach 17 Liedern, dass nur wenige Zuschauer gekommen waren. „Ein Publikum von mehreren Tausend wäre berechtigt gewesen.“ So katastrophal die Corona-Pandemie auch für die Kulturschaffenden gewesen sei, so sei dadurch doch klar geworden, dass Kultur nicht „irgendein Zuckerguss“ ist: „Kultur gehört ganz tief zur Lebensqualität und zur Lebendigkeit einer Gesellschaft dazu.“ Nicht zuletzt diene Musik der internationalen Verständigung. An der städtischen Musikschule, die ihren 50. Geburtstag feiert, sei das Ziel, junge Menschen für Musik zu gewinnen und Talente zu schulen.

Baron lobte die hohe Professionalität und Disziplin, mit der die talentierten Musiker in die Welt des Barocks und der Renaissance eingeführt hätten. Es waren Lieder von John Dowland, Adrian Willaert oder Luigi Rossi zu hören, die zwischen dem 15. und 17. Jahrhundert gelebt hatten. Zu ihnen gehörte auch Hans Judenkünig: Der Lautenspieler und Musikpädagoge wurde um 1450 in Schwäbisch Gmünd geboren und avancierte zu einem der bedeutendsten Instrumentalisten der Renaissance. „500 Jahre nach seinem Tod vergeben wir einen Preis in seinem Namen“, sagte Baron und wies darauf hin, dass der Preisträgerin nun auch auferlegt werde, die Geschichte und die Zeit von Judenkünigs Epoche zu würdigen. Die Voraussetzungen dafür passen: An-Sofie Moons erklärte, dass sie die vielen Details und Nuancen der Musik dieser Jahrhunderte liebe. „Dabei noch von einer Laute begleitet zu werden, ist einfach einzigartig.“ Cornelia Villani

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