An vielen Stellen sind Fußgänger fehl am Platz

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Treffpunkt auf einem zu schmalen Gehweg in der Klarenbergstraße: Die Teilnehmer des Rundgangs zum Fußverkehrs-Checks sahen sich noch mehrere Problempunkte für Fußgänger an.
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Ein Planer besichtigt mit interessierten Bürgern Problempunkte im südlichen Stadtzentrum.

Schwäbisch Gmünd

Zu schmal, am falschen Platz, unpraktisch: Die Bürger, die am Dienstagabend am ersten Rundgang im Zuge des Fußverkehrs-Checks in der Südstadt teilnahmen, hatten viele Kritikpunkte an Stellen, die eigentlich für die schwächsten Verkehrsteilnehmer gestaltet sein sollten.

Das begann bereits am Treffpunkt auf dem Gehweg in der Klarenbergstraße. 2,5 Meter breit sollte so ein Gehweg sein, sagte der Raum- und Verkehrsplaner Johannes Lensch vom Büro Planersocietät, der mit den Teilnehmern Problempunkte für Fußgänger ansteuerte. Sein Meterstab zeigte am Treffpunkt eine Gehwegbreite von 1,17 Metern. Eine Bürgerin sagte, dass abgestellte Fahrräder den Weg oft noch weiter verengen. Aber wo sollen sie sonst hin? Lensch berichtete, dass die Stadt Karlsruhe dieses Problem gemildert hat, indem sie an Einmündungen die vordersten Parkplätze durch Fahrradständer ersetzte - und so auch die Sicht für die Autofahrer verbesserte. In der Dämmerung zeigte er im Verlauf der Klarenbergstraße zudem dunkle Stellen mit unzureichender Beleuchtung.

Einfach Ende

An der Gutenbergstraße reklamierten viele der Bürger, dass der Gehweg auf der linken Seite stadteinwärts einfach aufhört. Auch die Querung an der Abzweigung Klarenbergstraße wurde mehrfach kritisiert. Einige Teilnehmer berichteten, dass Leute aus der Südstadt zum Einkaufen lieber nach Waldstetten als ins Gmünder Zentrum fahren.

Am Kreisverkehr an der Waldstetter Brücke empfahl Johannes Lensch, Zebrastreifen auf allen Zu- und Abfahrtsstraßen anzubringen. Die Absperrstangen direkt am Kreisel seien zwar „gut gemeint“, aber kontraproduktiv.

Ein Aufreger-Punkt für viele war der Sebaldplatz mit der dortigen Anlage, die für die Remstal-Gartenschau umgestaltet worden war. Die Anlage werde von vielen Schülern auf dem Weg zu und von den Schulen gequert. Doch die gedachte Fortführung des Wegs wurde von vielen als nicht praktikabel kritisiert. Zudem fehle zum Zeiselberg hin am Rand ein Gehweg, barrierefrei sei die Anlage nur bedingt. Und Radfahrer ,die vom Zeiselberg her dort auf die Straße treffen, sehen sich drei sehr stark befahrenen Straßen gegenüber. „Man kann ohne Gefahr hier gar nicht queren“, fasste es Lensch zusammen.

Als Herausforderung bezeichnete der Planer die letzte Station des Rundgangs, die Konrad-Baum-Kreuzung. „Eigentlich erfüllt die Kreuzung alles, was es nicht geben sollte“, meinte Lensch. Er möchte als mögliche Alternative dort die Verkehrsführung „Ums Stöckle“ prüfen, die die CDU-Fraktion vor ein paar Jahren vorgeschlagen hatte, aber keine Mehrheit fand.

Lösungen vorschlagen

Bei einem zweiten Rundgang an diesem Mittwoch werden weitere sechs Problempunkte angeschaut. Johannes Lensch will zu allen Problempunkten Lösungsvorschläge vorlegen. Umsetzen müsste diese Vorschläge die Stadt. Doch die, so ermutigte der Planer skeptische Bürger, habe durch ihre Bewerbung für den Fußverkehrs-Check gezeigt, dass sie an Verbesserungen interessiert sei.

Wollen Sie Autofahren verbieten?“„Nein, aber unleidig machen.“

Dialog zweier Teilnehmer, am Fußverkehrs-Check
  • Mehr Menschen auf die Füße bringen
  • Zu Fuß sollten wesentlich mehr Menschen unterwegs sein als bisher. Diese Überzeugung vertritt das Landesverkehrsministerium und bietet Städten und Gemeinden deshalb den Fußverkehrs-Check an, um die Situation von Fußgängern in ihren Bereichen zu verbessern. Dabei werden sie vom Karlsruher Büro Planersocietät unterstützt. Für 2021 wurde auch Gmünd mit der Südstadt in diese _Aktion aufgenommen.
  • Die Ergebnisse des Fußverkehrs-Checks werden bei einem Abschlussworkshop am Mittwoch, 8. Dezember, um 18.30 Uhr zusammenfassend vorgestellt und auch bereits erste Lösungsansätze erörtert.

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