Andreas Stoch trifft Tim-Luka Schwab: Der Staat muss den Rahmen gestalten

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SPD-Bundestagskandidat Tim Luka Schwab und der Landesvorsitzende der Partei, Andreas Stoch, im Gespräch mit GT-Redakteur Wolfgang Fischer (von links).
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Der SPD-Landesvorsitzende zu Besuch beim jüngsten Kandidaten seiner Partei, Tim-Luka Schwab.

Schwäbisch Gmünd

Mit 21 Jahren ist der Gmünder Tim-Luka Schwab der jüngste Kandidat, den die baden-württembergische SPD ins Rennen um ein Bundestagsmandat schickt. Aber hat er auf Platz 36 der Landesliste überhaupt eine Aussicht auf einen Sitz? Dieser Frage musste sich der SPD-Landesvorsitzende Andreas Stoch im Gespräch mit der Gmünder Tagespost stellen, als am Dienstag seinen Gmünder Kandidaten besuchte und unterstützte. Am 26. September werde es wohl nicht reichen, räumt Stoch ein, doch ein junger Mann mit Ideen „gehört sobald wie möglich ins Parlament“. Mit vielen jungen Kandidaten wolle die Partei auch ihr „angegrautes Image“ ändern.

Schritt nach vorne

Umfragen sehen die Bundes-SPD derzeit bei etwa 16 Prozent. Doch Stoch setzt auf einen „deutlichen Schritt nach vorne“ bei dieser nach Stochs Überzeugung „extrem entscheidenden“ Wahl. Und der Vorsitzende der Sozialdemokraten im Ländle geht schon davon aus, dass die Person des SPD-Spitzenkandiaten Olaf Scholz in der Endphase des Wahlkampfs noch stärker ziehen wird. Seine Hoffnung geht noch weiter: Die SPD solle in der nächsten Legislaturperiode in der Bundesregierung sein - aber ohne CDU/CSU. Die habe sich verbraucht.

Eine der Hauptaufgaben für die neue Regierung sei der Klimaschutz - ein Spezialgebiet für den Gmünder Kandidaten. In Gmünd sei dieses Thema durchaus präsent, sagt Tim-Luka Schwab, der Mitglied im Gemeinderat ist. Zum einen gelte es, die im Pariser Abkommen vereinbarten Klimaziele noch zu erreichen. Zum anderen aber müsse sich die Stadt auch schon Klimaveränderungen anpassen. Die Städte, auch Gmünd, müssten umgebaut werden, um Hitzewellen und Starkregen auszuhalten. Dabei gelte es immer zwischen Ökologie und Ökonomie abzuwägen. Und, ergänzt Andreas Stoch, es gelte für konkrete Maßnahmen einen Konsens in der Gesellschaft zu finden.

„Der Staat wird nie die besseren Autos bauen.“

Andreas Stoch,, SPD-Landesvorsitzender

Der Klimaschutz ist für Stoch ein Thema, in dem der Staat mitmischen muss. Er müsse es nicht selbst machen. „Der Staat wird nie die bessere Autos bauen“, sagt der Mann aus Heidenheim als Beispiel. Aber der Staat müsse die Rahmenbedingungen gestalten, wo es darum gehe, Teilhabe der Menschen zu ermöglichen. Das gelte zum Beispiel auch für die Schaffung bezahlbarer Wohnungen - für Stoch ein ebenso zentrales Zukunftsthema. Doch wäre eine solche staatliche Rahmengestaltung mit einer Partei zu realisieren, die voll auf die Kräfte des Marktes setzt? Mit der derzeitigen FDP unter Christian Lindners Führung sicher nicht, meint Stoch.

Als Mega-Thema gerade für den Gmünder Raum, in dem die Wirtschaft von Zulieferern für die Autoindustrie geprägt ist, sieht der SPD-Landeschef auch den Wandel der Mobilität, der bereits im Gange ist. Sicher könne nicht jeder einzelne Arbeitsplatz erhalten werden. Es müsse jedoch darum gehen, die Firmen beim notwendigen Wandel zu unterstützen. Auch da sei der Staat wieder gefordert.

Stetige Fortbildung

Zudem müssten die Menschen, die jetzt bereits im Berufsleben stehen, ebenso für Arbeitsplätze in Zukunftstechnologien qualifiziert werden. Das setze eine Fortbildung während des ganzen Berufslebens voraus, so Tim-Luka Schwab. Als Unterstützung für die Firmen in diesem Prozess schlage die SPD unter anderem ein Kurzarbeitergeld für die Zeit der Transformation vor.

  • Schwab und die Landes-SPD: Rote Zahlen
  • Tim-Luka Schwab: 21 Jahre. Als Bundestagskandidat für den Wahlkreis 269 Schwäbisch Gmünd/Backnang nominiert mit: 95,3 Prozent der Delegierten-Stimmen. Auf der Landesliste der SPD Baden-Württemberg: Platz 36.
  • Die SPD Baden-Württemberg: Ergebnis bei der Bundestagswahl 2017: Erststimmen: 19,5 Prozent (- 4,2 Prozent). Zweitstimmen: 16,4 Prozent (- 4,2 Prozent)
  • Christian Lange bei der Bundestagswah 2017 im Wahlkreis 269: Erststimmen: 20,0 Prozent (- 4,8 Prozent). Zweitstimmen: 16,5 Prozent (- 3,9 Prozent)
  • Aktuelle Umfragen zum Abschneiden der SPD bei der Bundestagswahl: etwa 16 Prozent

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