Ansturm auf das Schnelltest-Angebot

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Eine Autoschlange über den ganzen Hof und viele wartende Fußgänger: Der Ansturm auf das Schnelltest-Zelt war riesig.
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Aktion des Roten Kreuzes sorgt für Staus in der Innenstadt. Getestete sind dankbar für die zusätzliche Sicherheit vor Weihnachten. Zwei positive Tests, Ärzteschaft skeptisch.

Schwäbisch Gmünd

Mit Corona infiziert? Ein Schnelltest, den der Gmünder Kreisverband des Roten Kreuzes anbot, sollte Klarheit bringen. Zunächst aber brachte die Aktion beim Start am Mittwoch Chaos: Schon Stunden, bevor sie im Hof des DRK-Zentrums in der Weißensteiner Straße beginnen sollte, standen die ersten Teilnehmer da. Bald schon waren Zufahrtsstraßen wie Rechberg-, Parler- und natürlich die Weißensteiner Straße selbst in Richtung DRK durch stauende Fahrzeuge lahmgelegt.

Angesichts dieser Situation entschied DRK-Kreisgeschäftsführer Steffen Alt in Absprache mit seinen Kollegen und der Polizei, spontan eine zweite Teststelle auf dem Schießtalplatz zu eröffnen, die die Schnelleinsatzgruppe des DRK betrieb. Über die Online-Angebote der Gmünder Tagespost erfuhren Nutzer schnell von diesem zusätzlichen Angebot.

Sogar aus Hohenlohe

Mit einem Ansturm hatte Alt gerechnet, aber nicht mit diesem Ausmaß. Sogar eine Frau aus dem hohenlohischen Satteldorf hatte beim Gmünder Roten Kreuz angefragt, ob sie kommen könne. Alt hatte dies bejaht, wenn sie wirklich 90 Kilometer Anfahrt auf sich nehme wolle.

Dieter Behrend war zu Fuß schon um halb zwei zum DRK-Zentrum gekommen. Als er um drei sein Ergebnis bekam – negativ, also wohl keine Infektion – war er erleichtert: "Ich will an Weihnachten zu meiner Schwester in Plüderhausen und die Gewissheit haben, dass ich nichts verbreiten kann." Das gleiche Resultat erfreute Hugo Morlock und seine Frau. Sie bekommen über Weihnachten Besuch von ihrem Sohn aus der Schweiz "und da wollten wir vorher Sicherheit haben".

Die meisten Testwilligen waren mit dem Auto gekommen. Dr. Berthold Schuler, bei der Kreisärzteschaft zuständig für das Thema Corona, nahm die Abstriche der Besucher, die währenddessen in ihren Autos sitzen bleiben konnten. Das heißt, er führte ein Wattestäbchen durch ein Nasenloch bis in den Rachen und zog es nach zehn Sekunden wieder zurück. "Es gibt Schöneres", sagte eine Frau kurz nach dieser Prozedur, schob aber sofort nach: "Trotzdem vielen, vielen Dank." Kreisbereitschaftsarzt Dr. Reinhard Barth und weitere DRKler werteten die Proben aus

Karlheinz Schilling vom Roten Kreuz, zusammen mit Roland und Pascal Kässer zuständig für den Ablauf der Aktion, weist darauf hin, dass der Test nur eine Momentaufnahme bringt. Schon auf dem Weg nach Hause könnte sich der eben negativ Getestete neu mit Corona infiziert haben. "Aber wir wollen ein bisschen mehr Sicherheit für den Weihnachtsbesuch geben." Deshalb, so Steffen Alt, wurde die Aktion auch bewusst kurz vor Weihnachten gelegt.

Dr. Berthold Schuler betont, dass die Kreisärzteschaft die Aktion "sehr kritisch" sieht. Er sieht die Gefahr, durch fälschlicherweise negative Tests – und auch die seien möglich – eine falsche Sorglosigkeit zu verbreiten. Die Treffergenauigkeit wäre wesentlich höher, wenn nur Menschen mit Krankheitssymptomen getestet würden. Doch die Ärzteschaft wolle das DRK unterstützen, erklärt er seine Mitwirkung.

Am Mittwoch wurden zwei Personen positiv getestet, drei als mögliche Kontaktpersonen. Bei ihnen wird Berthold Schuler am ersten Weihnachtstag mit präziseren PCR-Tests das Ergebnis überprüfen.

Noch einmal 700 Tests

Steffen Alt lobt die Kooperation von Haupt- und Ehrenamtlichen. Allein am Mittwoch waren rund 20 Ehrenamtliche im Einsatz. Durch den Ansturm am ersten Tag hat das DRK bereits die für beide Tage vorgesehenen 700 Schnelltests eingesetzt. Dennoch, so der Kreisgeschäftsführer, stünden weitere 700 Tests bereit, um die Aktion an diesem Donnerstag wie geplant von 9 bis 13 Uhr fortsetzen zu können. Allerdings mit veränderter Organisation:

  • Fußgänger werden im Hof des DRK-Zentrums in der Weißensteiner Straße getestet.
  • Autofahrer sollten den Teststand auf dem Schießtalplatz ansteuern.

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