Antriebe der Zukunft auch aus Schwäbisch Gmünd

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Diskutierten das Thema Wasserstoff (v.li.): Generalmanager Thorsten Franz, Head of Sales & Engeneering Steffen Zanek, Inge Gräßle und Staatssekretär Norbert Barthle.

Bundestagskandidatin Inge Gräßle und Staatssekretär Norbert Barthle informieren sich bei Firma Magna.

Schwäbisch Gmünd. Im Rahmen ihrer Innovationswoche „Mobilität und Antriebe der Zukunft“ informierten sich der Parlamentarische Staatssekretär und Verantwortliche für Wasserstofftechnologien im Ministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, der Wahlkreisabgeordnete Norbert Barthle, und die CDU-Bundestagskandidatin Dr. Inge Gräßle bei der Firma MAGNA ESS in Gmünd.

Im Gespräch mit dem Generalmanager Thorsten Franz und Steffen Zanek, Head of Sales & Engineering, diskutierte die Runde den technologischen Stand in Sachen Brennstoffzelle, E-Auto und hybride Techniken. MAGNA ESS GmbH fertigt am Standort in Schwäbisch Gmünd schwerpunktmäßig für die LKW- Industrie sowie seit Sommer 2020 für die Automobilindustrie Tanksysteme und Speichersysteme für Fahrzeuge mit konventionellem und hybridem Antrieb. In Sachen Wasserstoff forscht Magna ESS bereits seit Jahren an der Entwicklung von Tank- und Speichersystemen für auf diesem Antrieb basierenden Systemen. Dies sei ein sehr komplexes Thema, so Franz, da Wasserstoff aufgrund seiner Flüchtigkeit kaum speicherbar sei. Franz und Zanek betonten die besonderen technischen Bedingungen, die für Forschung und Produktion am Standort Schwäbisch Gmünd erfüllt sein müssten. Sehr positiv nähmen sie das Projekt „Aspen“ der Stadt Gmünd auf.

Weltweite Standards

MAGNA ESS produziere auch Kraftstofftanks für Lastwagen aus Aluminium, Stahl und Kunststoff. Als Unternehmen in der klassischen Tankproduktion habe es bereits eine Lösung für wasserstoffbasierte Fahrzeuge soweit erforscht und verfügbar gemacht, dass dies heute bereits im Transportbereich, auch bei Bussen und Lastwagen, also „Großfahrzeugen“, die häufig bewegt werden, eingesetzt werden könnte. Diesen Vorsprung habe MAGNA ESS aufgrund der Erfahrung aus der Tankproduktion der Weltraumrakete Ariane, die ähnlichen Technologien für die Speicherung von Wasserstoff einsetze. Franz und Zanek sandten die Botschaft, dass es wichtig sei, für die erfolgreiche Zukunft neuer Technologien, wie dem Wasserstoff-Antrieb und der Speicherung von Wasserstoff, europäische und weltweite Standards zeitnah verfügbar zu haben.

Barthle und Gräßle bejahten diese Forderung, da die neue Antriebsform mit Wasserstoff von den Möglichkeiten der Gewinnung des Wasserstoffs abhänge. Wasserstoff sei nicht einfach verfügbar. Selbst wenn man jetzt eine erste große Erzeugungsanlage baue, müsse man deren Effizienz im Blick haben und sie gesamtökologisch prüfen.

Im Zuge des für 2030 in einigen Ländern angekündigten Dieselneuzulassungsverbots wiesen Barthle und Gräßle darauf hin, dass es wichtig sei, sich parallel für die ökologische Weiterentwicklung der Verbrennungstechnologie einzusetzen. Dies sei ein Thema der Politik so Barthle, er mahne aber auch stets an, „von einer De-Fossilisierung zu sprechen, anstatt von einer De-Carbonisierung“. Denn neben dem Problem der Wasserstofferzeugung sei im Hinblick auf andere Länder, wie etwa China und Kontinente wie Afrika, eine Elektrifizierung oder wasserstoffbasierte, flächendeckende Umrüstung von Fahrzeugen utopisch, zumindest in den nächsten Jahrzehnten. Sicherlich spiele auch das Thema der synthetischen Kraftstoffe eine wichtige Rolle, damit der Dieselmotor ein weiterhin wichtiger Baustein des Individualverkehrs bleibe, so Gräßle und Barthle.

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