Anwalt: Belege begründen Forderungen an den TSB

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Der Rasen auf dem früheren Sportplatz des TSB Gmünd an der Buchstraße ist abgetragen. Über die Umstände des Verkaufs des Geländes wird weiter gestritten. Foto: Tom
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Werner Deininger spricht von 150 Seiten Klageschrift. Vorstandsmitglied Heidler: Von Belegen nichts bekannt.

Schwäbisch Gmünd

Es gebe mehrere Belege dafür, dass der Vorstand des TSB Gmünd schon lange von mehr als drei Millionen Euro „Nebenkosten“ für den Verkauf seiner Sportgeländes an der Buchstraße wusste; das Gremium habe diese Kosten auch abgesegnet, das sei ebenfalls belegbar. Das sagt der Rechtsanwalt Werner Deininger, dem der Vorstand des Sportvereins überzogene Honorarforderungen vorwirft, im Gespräch mit der Gmünder Tagespost. Die Belege könne er auch schriftlich vorlegen. Deshalb, sagt Deininger, habe seine Kanzlei nun den TSB auf Zahlung dieser ausstehenden Honorare verklagt. Das betont der Jurist und tritt damit dem Eindruck entgegen, der TSB habe die Klage eingereicht.

Unabhängige Klärung

Das bestätigt Ernst Heidler, Vorstandsmitglied des Turn- und Sportbunds. Deiningers Schritt sei auch im Sinne des Vereins: „Es war uns recht, dass es vor Gericht geht“, sagt Heidler. Nur so könne eine unabhängige Klärung erreicht werden. Bislang weist der Verein Forderungen des Rechtsanwalts Deininger und des Architekten Christof Preiß in Zusammenhang mit dem Verkauf des Sportplatzes an der Buchstraße und dem Neubau des Sportzentrums im Laichle zumindest in der Höhe zurück.

Heidler hinterfragt auch weiterhin den Kompromissvorschlag, den die Stadt dem Verein vorgelegt hat. Wie Sportbürgermeister Christian Baron sagte, habe die Stadt in einem Gespräch mit Deininger und Preiß erreicht, dass die beiden sich mit einer Summe von rund einer Million Euro zufrieden geben würden. „Wieso verzichten die auf drei Millionen“, sagt Heidler dazu. Er kritisiert erneut, dass der TSB in dieses Gespräch nicht einbezogen wurde. Unklar sei für den Verein auch, wie sich die eine Million, die er noch zahlen müsste, aufschlüsselt.

Weshalb er im Kompromiss mit deutlich weniger Geld zufrieden wäre? Um eine gütliche Lösung auch im Sinne des Vereins zu erreichen, begründet Werner Deininger seine Bereitschaft. Auch Architekt Christof Preiß sagt, dass er dem TSB verbunden und deshalb an einer gütlichen Lösung interessiert sei. Allerdings sei ein bereits zugesagtes Gespräch vom Verein aus abgesagt worden. Beide argumentieren außerdem, dass ein langer Rechtsweg dem Verein schaden würde, weil die Kosten für das Sportzentrum dann weiter stiegen. Sportbürgermeister Christian Baron ist ebenfalls der Meinung: „Der Verein braucht Rechtssicherheit.“

Deininger berichtet, dass die von ihm eingereichte Klageschrift rund 150 Seiten umfasse. Darin sei die ganze Historie des Falles dargelegt. Angefangen habe alles mit einem einstimmigen Beschluss des Vereinsvorstands, im Februar 2013, in dem er Deininger und Preiß beauftragt habe, die Voraussetzungen für den Verkauf des TSB-Geländes an der Buchstraße zu schaffen. Das habe Jahre gedauert. Insbesondere Christof Preiß habe mit seinen Planungsarbeiten viel dazu beigetragen, das Areal zur Baureife zu entwickeln. Dafür, sagt Deininger, sei dann ein wesentlich höherer Preis zu erzielen gewesen, als es für ein Sportgelände ohne Baurecht der Fall gewesen wäre. Letztlich nahm der TSB Gmünd 8,2 Millionen Euro für den Verkauf ein. Unterm Strich, so Werner Deininger, sei dem Verein auch nach Abzug der „Nebenkosten“ vom Verkaufserlös deutlich mehr Geld übrig geblieben als zunächst erwartet. „Wir haben unser Sahnestück verkauft“, sagt Ernst Heidler dazu.

Schriftlich festgehalten“

Der Verkaufserlös sei auch deswegen so hoch gewesen, weil klar gewesen sei, dass davon 3,6 Millionen für „Nebenkosten“ wie Rechtsanwalt oder Architekt abgehen, meint Werner Deininger. Auch das sei schriftlich festgehalten - unter anderem in einem Kostenverteilungsplan, den der Vorstand des Vereins erstellt habe. „Wir wissen nichts davon“, sagt Ernst Heidler auf Nachfrage zu den Vorstandsbeschlüssen und dem Kostenverteilungsplan, die Deininger anführt. Vom Architekten liege dem Verein nach wie vor „nicht eine belegbare Rechnung vor“.

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