Anwohner der Fehrle-Gärten befürchten Verkehrschaos

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14 000 Quadratmeter Fläche hat die Landes-Bau-Genossenschaft Württemberg (LBG) in der Weststadt gekauft. Sie will dort 167 Wohnungen bauen. Anwohner befürchten ein Verkehrschaos und hinterfragen die hohe Zahl an Wohnungen.
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Auf dem Gelände der ehemaligen Gärtnerei sollen 167 Wohnungen entstehen. Nachbarn befürchten "Gebäuderiegel" und "Betonbunker".

Schwäbisch Gmünd

Anwohner der Fehrle-Gärten in der Weststadt, wo die Landes-Bau-Genossenschaft Württemberg (LBG) in neun Gebäuden 167 Wohnungen bauen und vermieten will, haben die Stadtverwaltung über ihre Einwände informiert. Danach stellen sie in Frage, ob es für so viele Wohnungen überhaupt eine Nachfrage gibt. Sie weisen darauf hin, dass in der Nachbarschaft auf dem Brücke-Areal und dem Grundstück des früheren Gasthauses "Römerkastell" ebenfalls Wohnungen entstehen (lesen Sie dazu "Weitere Wohnprojekte in der Gmünder Weststadt"). Deshalb fordern die Anwohner in einem von Andreas Dierolf unterzeichneten Schreiben an die Stadtverwaltung, dass diese "sachlich und rechnerisch nachvollziehbare Planungszahlen" zum Bedarf vorlege. Dies sei für alle Baugebiete in Gmünd "nicht nur hilfreich, sondern erforderlich". Denn viele Interessenten würden sich auf Wohnungen oder Bauplätze mehrfach bewerben.

Zudem kritisieren die Anwohner das geplante Projekt als "Betonbunker", als "zusammenhängende, großflächige, Plattenbau-ähnliche Gebäuderiegel" innerhalb eines Umfeldes mit fast ausschließlich Ein- und kleineren Mehrfamilienhäusern. Diese Art der bestehenden Bebauung mache den Stadtteil zu einem lebenswerten Ort für die Menschen und sorge für eine Lebensqualität, "die es zu erhalten gilt".

Schließlich sagen die Anwohner voraus, dass "die erhebliche Wohnverdichtung bei gleichbleibender Verkehrsinfrastruktur massive negative Folgen" haben werde. Sie nennen Zahlen: Die Erhöhung der Bewohnerzahl um 350 bis 400 Personen würde zu einer zusätzlichen Pkw-Belastung von mehr als 200 Fahrzeugen führen. Bereits jetzt führe der aktuelle Parksuchverkehr in dem Gebiet zu einer "sehr kritischen Situation". Zusätzlich geplante Einrichtungen wie Seniorennetzwerk, Kindergarten oder Stiftung Haus Lindenhof würden weitere Verkehrsbelastungen mit sich bringen, so dass die Anwohner ein "verkehrstechnisches Chaos mit ungeahntem Ausmaß" erwarten. Im Fazit fasst Dierolf für die Anwohner zusammen, dass sie "eine adäquate Nutzung des brachliegenden Fehrle-Areals unterstützen und eine neue Wohnbebauung begrüßen". Diese aber soll "alle Interessen ausgewogen berücksichtigen" und "nicht auf Kosten und zu Lasten der heutigen Bewohner erfolgen".

Parksituation ist jetzt schon überaus kritisch.

Anwohner der Fehrle-Gärten zum geplanten Wohnprojekt

Die Stadtverwaltung wolle zu den einzelnen Punkten noch nicht viel sagen, sagt dazu Stadtsprecher Markus Herrmann. Denn der Entwurf des Bebauungsplanes für die Fehrle-Gärten liegt noch bis Donnerstag aus. Die Verwaltung werde die Einwendungen dann sichten und bewerten. "Dies wird ein Abwägungsprozess ein", sagt der Stadtsprecher. Was er zur Zahl der Wohnungen jedoch schon sagen konnte: dass es in Gmünd eine "deutliche Nachfrage" bei Mietwohnungen gebe. Die Bauweise werde die Stadtverwaltung sich nochmal "im Detail anschauen". Wie auch die Verkehrsbelastung, über die schon einmal gesprochen worden sei.

Weitere Wohnprojekte in der Gmünder Weststadt

Brücke-Areal Neben der geplanten Bebauung auf dem Fehrle-Grundstück entstehen auf dem ehemaligen Brücke-Areal zurzeit in sieben Gebäuden 64 Wohnungen mit 76 Stellplätzen in einer Tiefgarage. Dazu gehört eine ambulant betreute Wohngruppe des Evangelischen Vereins für bis zu zwölf Menschen. Neben den Wohnungen sind eine Bäckerei mit Café, eine Apotheke, eine Drogerie und Arztpraxen vorgesehen. Baubeginn des Projektes mit dem Namen "Eutighofer Tor" war Anfang Oktober.

Römerkastell-Areal Auf dem Grundstück des ehemaligen Gasthauses "Römerkastell" neben dem "Eutighofer Tor" lässt der Baubeginn noch auf sich warten. Geplant sind dort insgesamt 33 Wohnungen. Der Investor hat eine Baugenehmigung. Er sei in der Vermarktung der Wohnungen, sagt dazu Stadtsprecher Markus Herrmann. Anders formuliert: Der Investor wird mit dem Bau der Wohnungen beginnen, wenn er eine bestimmte Anzahl verkauft hat. mil

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