Anwohner fürchten vor allem den Parksuchverkehr

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Anwohner des Fehrle-Areals in Gmünds Westen warnen vor zu vielen Autos und in der Folge vor zu viel Parksuchverkehr.

Autofreie Bebauung des Fehrle-Areals und mögliche Auswirkungen auf die angrenzenden Straßen. Flugblatt und Unterschriften.

Schwäbisch Gmünd

Der Entsorgungslaster der GOA bleibt in der Saarstraße stecken, Anwohner im Siechenbergweg können nach der Rückkehr vom Büro nur unter erschwerten Bedingungen zurück in die Garage. Solche Szenarien befürchten Bürger rund um das Fehrle-Areal, falls es in der aktuell bekannten Form bebaut werden sollte.

Bewohner der Saarstraße, des Siechenbergwegs, aus der Schwerzerallee und Goethestraße haben sich getroffen, um "Verbesserungen zu erzielen", wie Heike Schaden sagt. Sie hat gemeinsam mit ihrem Mann Udo Schaden, Silke Kuhn und Thorsten Kuhnle ein Infopapier verfasst, das in diesen Tagen in vielen Briefkästen der Umgebung landet. Außerdem wollen die Anwohner durch eine Unterschriftensammlung die Stadt zu Änderungen bewegen. Noch in dieser Woche sollen sich Menschen vor allem in der Weststadt in Listen eintragen können.

Das fordern die Anwohner im Infopapier:

Verkehr: Nach bisherigen Planungen seien auf dem Fehrle-Areal weder Autoverkehr noch Stellplätze vorgesehen. Es werde lediglich der gesetzlich vorgeschriebene Mindestschlüssel von einem Stellplatz pro Wohnung angewandt. Die 167 Stellplätze, verteilt auf zwei Tiefgaragen, würden von der Goethestraße und Schwerzerallee erschlossen. Besucherparkplätze sind nicht vorgesehen. "Das wird eine überdurchschnittliche Belastung der umliegenden Straße mit Quellverkehr und Parkierung verursachen", heißt es dort weiter.

Bevölkerungsdichte: Bisher leben in den angrenzenden Straßen des Fehrle-Areals 250 Menschen. Nach der Fertigstellung würden es 650 sein. Mehr als eine Verdopplung sei kein gesundes Wachstum. Vorgesehen seien eine Begegnungsstätte, Kita und vielleicht eine Arztpraxis. Das würde zusätzliche Besucherströme auslösen.

Die Bürger wollten nun die Pläne kritisch hinterfragen. Je nach Reaktion der Verwaltung "wäre auch die Gründung einer Bürgerinitiative ein adäquates Mittel, um die Interessen der Anwohner zu adressieren", heißt es im Flugblatt.

Wir sind nicht gegen eine Bebauung des Fehrle-Areals.

Heike Schaden Anwohnerin

"Wir sind nicht gegen eine Bebauung des Fehrle-Areals", sagt Heike Schaden. Der Plan sehe für sich betrachtet auch toll aus. Aber die Planer müssten das Umfeld betrachten. Wenn innerhalb des Fehrle-Areals ganz auf Autos verzichtet werde, belasteten diese die Nachbarstraßen. "Und die sind ohnehin schon eng." Heike Schaden wirft deshalb die Überlegung in den Raum, das Fehrle-Areal mit einer Durchgangsstraße zu erschließen. Für die Feuerwehr müssten ohnehin Zu- und Durchfahrten gebaut werden. Im Gegenzug könne man ja auf ein Drittel der Wohnungen verzichten und die Bebauung für das Quartier erträglicher gestalten. Das sei nach Einschätzung weiterer Anwohner durchaus machbar, weil in unmittelbarer Nähe auf dem Gelände des ehemaligen Gemeindezentrums "Brücke" und der ehemaligen Gaststätte "Römerkastell" 90 weitere Wohnungen entstehen.

Enge Straßen sind schon jetzt ein Problem, sagt Gabriele Dirscherl aus der Saarstraße. "Wir mussten beim Umbau des Hauses selbst einen Besucherparkplatz anlegen, das war damals die Auflage der Stadt", sagt sie. Besucherparkplätze sollten deshalb auch im Fehrle-Areal vorgeschrieben werden. Gabriele Dirscherl hält auch einen Tiefgaragenplatz je Wohnung für zu knapp. Oft besitze ein zweites Familienmitglied einen Wagen, der irgendwo geparkt werden müsse. In der Saarstraße könne ein einziger Falschparker für große Verkehrsprobleme sorgen. Nicht nur einmal habe das Entsorgungsfahrzeug der GOA dort nicht weiterfahren können.

Was alle Anwohner vermissen: Wegen Corona sei es in den vergangenen Monaten nicht möglich gewesen, in einer öffentlichen Veranstaltung über die Pläne zu diskutieren.

Das wolle man nun nachholen, sagt der Pressesprecher der Stadt Schwäbisch Gmünd, Markus Herrmann. Es gebe inzwischen Rückmeldungen aus der Bevölkerung und in einem Weststadt-Forum, das sobald wie möglich veranstaltet werden soll, könne man darüber reden. Nach Informationen der GT gibt es in dieser Woche auch ein Gespräch zwischen Anwohnern und der Stadtverwaltung.

Heike Schaden wünscht sich in jedem Fall eine möglichst breite Diskussion über das Vorhaben. "Wir haben Angst, dass die Planungen ohne uns weiterlaufen."

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