Arnold: Mutig aus der Pandemie raus

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Die Stadt Gmünd investiert im laufenden und im kommenden Jahr insgesamt knapp 90 Millionen Euro. Die größten Brocken sind das Feuerwehrhaus und die Grundstücke für den Technologiepark Aspen, wenn er kommt. Mehrere Millionen fließen in die Sanierung und Ausstattung von Schulen und Kindertagesstätten.
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Gmünds Stadtspitze will in den kommenden Jahren neue Arbeitsplätze schaffen, weitere Einwohner gewinnen und dabei den Klimawandel nicht vernachlässigen.

Schwäbisch Gmünd

Raus aus der Pandemie, optimistisch, mutig, die Köpfe frei machen, mit einer Politik mit menschlichem Antlitz Probleme anpacken, neue Perspektiven schaffen.“ Dies sind Stichworte, die Gmünds Oberbürgermeister Richard Arnold über den Haushalt 2022 / 2023 stellt. Mit Problemen und Perspektiven meint Arnold, „in der Gemeinschaft, im Zusammenhalt“ die Folgen der Pandemie zu überwinden, Gmünds Einwohnerzahl weiter zu steigern, die Transformation der Wirtschaft zu bewältigen und so neue Jobs zu schaffen. All dies bei dem „Beben“ steigender Energiepreise und ohne den Klimawandel zu vernachlässigen.

Der am Mittwoch im Gemeinderat vorgestellte Haushaltsentwurf ist Gmünds erster Doppelhaushalt. Den hat die Verwaltung in Abstimmung mit dem Gemeinderat erstellt, um die Ämter zu entlasten, ihnen mehr Raum zu geben, Investitionen anzupacken. Dies zu verstehen, dabei hilft ein Blick auf das Jahr 2021. Im Februar hatte die Stadt für 2021 Schulden in Höhe von etwa 104 Millionen Euro vorhergesagt. Tatsächlich landete die Stadt Ende 2021 bei etwa 73,2 Millionen Euro. Dies, weil sie vom Gemeinderat genehmigte Kredite nicht in Anspruch genommen hatte. Neben Aufgaben, die wegen fehlendem Personal nicht umgesetzt werden konnten, gehört dazu auch der Kredit für die Grundstücke des Technologieparks Aspen. Diesen – wie weitere Kredite – hat die Stadt in die Jahre 2022 und 2023 geschoben. Im laufenden Jahr plant die Stadt Investitionen in Höhe von 50,86 Millionen Euro, im kommenden Jahr 38,52 Millionen Euro. Mit diesen Investitionen würde sich Gmünds Schuldenstand bis Ende 2023 auf 117,9 Millionen Euro erhöhen (lesen Sie dazu einen weiteren Bericht über Gmünds Finanzen auf Seite 10.) Dabei hat Gmünd diese Schwerpunkte:

Neben 11,9 Millionen Euro für die Grundstücke für den Technologiepark Aspen fließen bis 2026 10,6 Millionen Euro ins Feuerwehrhaus am Sebaldplatz, für die Stadtspitze ein „absoluter Schwerpunkt“.

In die Sanierung und Digitalisierung der Schulen investiert die Stadt bis 2026 etwa zwölf Millionen Euro. Allein in die Mozartschule fließen 2022 und 2023 3,7 Millionen und in die Rauchbeinschule bis 2024 drei Millionen Euro. Für die Kindertagesstätten gibt die Stadt bis Ende 2023 etwa 2,8 Millionen Euro aus. Den Neubau des Kinderhauses Kunterbunt trägt die Vereinigte Gmünder Wohnungsbaugesellschaft VGW. Die Stadt mietet dann die Räume. Ein neuer Naturkindergarten wird 2023 zwischen Weiler und Bargau auf Wunsch der beiden Stadtteile entstehen, damit will die Stadt auch veränderten Anforderungen an heutige Pä-dagogik gerecht werden.

3,1 Millionen Euro will die Stadt bis 2024 für die Sanierung des Hallenbades in der Goethestraße bereitstellen. Hier bahnt sich eine neue Hallenbad-Diskussion an. „Wir beginnen einen politischen Prozess“, erläutert dies Arnold. Das Ergebnis der letzten Hallenbad-Diskussion, als es um ein neues Bad am Nepperberg ging, sei gewesen, das Bad in der Goethestraße zu sanieren. Nun starte die Verwaltung einen erneuten „Prozess“, auch der steigenden Energiepreisen wegen. Dabei wolle sie zuallererst „in den Gemeinderat hineinhören“.

Die Verwaltung investiert 4,1 Millionen Euro in das Gebäude Graf-von-Soden-Straße 7. Dieses wird sie nach der Sanierung an das Pädagogische Fachseminar PFS vermieten. So sollen an der Pädagogischen Hochschule, wo das PFS derzeitig ist, Räume für die PH frei werden.

28,73 Millionen Euro investiert Gmünd 2022/23 in Maßnahmen mit „Klimarelevanz“, solche wie Gebäudesanierungen,

Etwa 32 Millionen Euro hat die Stadt 2022 und 2023 für den Erwerb von Grundstücken vorgesehen. Mit weiteren sechs Millionen Euro will die Stadt Baugebiete erschließen. Damit will die Stadt auch ihre Einwohnerpolitik fortsetzen: Während Schwäbisch Gmünd von 1995 bis 2010 etwa 4000 Einwohner verloren hat, stieg deren Zahl von 58 105 in 2011 auf 61 216 in 2021. Arnold und Baubürgermeister Julius Mihm betonen dabei, dass sie diesen Weg im Einklang mit dem Thema Flächenverbrauch gehen wollen. Dass darüber diskutiert werde, sei richtig, sagt Arnold. Doch die Stadt müsse das „wirtschaftliche Thema meistern“. Mit seinen Problemen wie unterbrochenen Lieferketten, dem „Beben Energiepreise“, fehlenden Fachkräften wegen zu viel Bürokratie. „Diese Debatten brauchen wir“, spannt der OB den Bogen, einmal mehr betonend, dass „wir raus müssen aus der Pandemie“, der Wagenburg, in die man sich verschanzt habe. Die Zeit sei dafür reif.

Wir beginnen einen politischen Prozess.“

OB Richard Arnold, zum Hallenbad in der Goethestraße

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