Auch Geldanleger sind scharf auf Gewerbeflächen 

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Bauplätze in Gmünds Gewerbegebieten sind inzwischen rar. Auf dem Bild: der neu eröffnete Bau der Bargauer Metzgerei Baumhauer auf dem Gügling.
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Im neuen Technologie-Gewerbegebiet Aspen können 28 Hektar bebaut werden. Doch in Gmünds anderen Gewerbegebieten gibt's kaum Plätze.

Schwäbisch Gmünd

Die Nachfrage ist größer als das Angebot. „Es sind überall Anfragen am Laufen. Wir haben im Moment so gut wie keine freien Gewerbeflächen mehr“, sagt Alexander Groll, der Wirtschaftsförderer der Stadt. 

Wer sich etwa für ein Grundstück im Benzfeld interessiert, erfährt auf der städtischen Homepage: „Derzeit sind keine Gewerbeflächen verfügbar.“

Firmen mit Vorkaufsrechten

 Auf der gegenüberliegenden Seite der Stadt, im Technologiepark West, gebe es nur noch drei kleine verfügbare Plätze, sagt Groll. Dass es manchmal nach mehr aussieht, liegt oft an Vorkaufsrechten von bereits angesiedelten Betrieben. „Nubert etwa hat dort eine Erweiterung geplant“, so Groll. 

Die Anfragen bei Groll kommen nicht nur von Firmen, die am neuen Standort für Beschäftigung sorgen würden. „Es ist eine Zeit, in der viele Leute bestrebt sind, ihr Geld in Immobilien anzulegen“, erzählt der Wirtschaftsförderer. „Garagenpark-Anfragen bekomme ich fast täglich.“ In einem Garagenpark wird Lagerraum vermietet. Aber so eine Fläche sorge eben nicht für Arbeitsplätze oder Gewerbesteuer, sagt Groll. „Wir müssen nach Betrieben schauen, die für uns von Vorteil sind. Da legt der Gemeinderat mit Recht Wert darauf, dass wir das qualitativ hochwertig besetzen.“

Auch bei Investoren, die erst einmal eine Halle bauen wollen, um sie zu vermieten, ist die Stadtverwaltung zurückhaltend. „Dann habe ich ja noch keine konkrete Firma an der Hand“, sagt Groll. 

Fünf Gewerbegebiete werden potenziellen Investoren auf der städtischen Homepage vorgestellt: Gügling, Gügling Nord, der Technologiepark West, das Benzfeld bei Hussenhofen und Straßdorf Süd. Alle sind weitgehend ausgebucht. 

Braucht Gmünd also neue Gewerbegebiete? „In Zukunft müssen wir uns unterhalten“, sagt Alexander Groll vorsichtig. Eine Antwort zu finden, ist Sache des Gemeinderats, es ist eine hochpolitische Fragestellung. „Flächenverbrauch wird heutzutage sehr kritisch gesehen“, sagt Groll. Der Wirtschaftsförderer plädiert dafür, die aus seiner Sicht wichtigen Kriterien in Balance zu bringen: „Es gibt wirtschaftliche, soziale und Umwelt-Belange. Wir müssen uns so entwickeln, dass wir in der Mitte bleiben.“

Beim neuen Technologiepark Aspen - 42 Hektar groß, davon sind 28 Hektar Nutzfläche – sehen einige Kritiker die Balance nicht. Unverantwortlich viel Flächenverbrauch, lautet ein Einwand. Aspen gehört damit zu den größten neuen Gewerbegebieten in Baden-Württemberg, es ist eines von nur vier solcher Gebiete in dieser Größenordnung im Land.

Wieso dieser Trend zur Größe? „Weil wir den Transformationsprozess haben im Automobilsektor“, sagt Groll. Automobilzulieferer müssten neue Technologien anpacken, können aber auf das Alte nicht sofort verzichten. „Man kann Mahle als Beispiel nehmen: Die produzieren so lange Kolben, so lange es Verbrennungsmotoren gibt. Und dazu brauchen sie die Maschinen und Hallen ja weiter.“ Also müssen die großen Firmen zweigleisig fahren – und suchen fürs Neue komplett neue, große  Flächen. 

„Es wird Ankerinvestor geben“

Dafür soll Aspen bereit stehen. „Ich behaupte, es wird irgendwann einen Ankerinvestor geben“, sagt Groll optimistisch, auch wenn schon zweimal Hoffnungen geplatzt sind. „Wichtig ist, dass wir den Ankerinvestor als Erstes haben, dann bildet sich eine Struktur aus Firmen drumherum.“

Wichtig bleiben auch die kleinen Gewerbegebiete und -betriebe, auch da sind die Flächen knapp. „Uns fehlt derzeit die dezentrale Entwicklung in den Teilorten, dort wo sich eine andere Wirtschaftsstruktur abbildet.“ Dieses Betriebe seien enorm wichtig, sagt Groll. „Das ist das stabile Rückgrat der Gesellschaft.“

Garagenpark-Anfragen bekomme ich fast täglich.“

Alexander Groll, Wirtschaftsförderer

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