Auch Sirenen müssen Ruhe-Regeln einhalten

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In Degenfeld (o. l.) steht schon eine. Sirenen sollen unter anderem auch auf die Dächer der Eule (o. r.), der Stauferschule (u. l.) und des Bezirksamts Lindach.
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Die Gmünder Stadtverwaltung rechnet mit großem Andrang bei den Herstellern der Heulgeräte.

Schwäbisch Gmünd

Gmünd bekommt wieder Sirenen. In jedem Stadtteil soll zumindest wieder eines der Alarmgeräte installiert werden,  berichtet  der  Kommandant der Gmünder Feuerwehr, Uwe Schubert.  Doch er sagt auch, dass  für jedes einzelne Gerät vor der Inbetriebnahme geprüft werden muss, ob es nicht zu laut ist.

Früher, so Schubert, wurde bei Bedarf eine Sirene installiert mit dem Ziel: „Die war halt laut.“ Heute müssten Hersteller, bevor sie eine Sirene in Betrieb setzen, deren Lärmeinwirkung  auf die Nachbarschaft prüfen und gegebenenfalls korrigieren.  Es gebe verschiedene Stärken für den Heulton und es gebe  auch für diese Alarmgeber Grenzwerte für die Lärmbelastung von Anwohnern. Gleichzeitig sei es das Ziel, ein „flächendeckendes Schallnetz“ über das Stadtgebiet legen zu können.

Bis Herbst, so der Plan der Stadtverwaltung,  soll  dies gelungen sein. Dafür soll in jedem  Stadtteil mindestens ein Gerät installiert werden, über das im Ernstfall die Bevölkerung alarmiert werden kann.  Dieser Zeitplan ist „sportlich, aber zu schaffen“, meint Uwe Schubert. 15 Geräte möchte die Verwaltung beschaffen.  Dafür bekommt sie vom Regierungspräsidium eine Förderung von 162 750 Euro.

Doch diese Beschaffung könnte bereits zu einem zeitlichen Problem werden.  „Es gibt nicht viele namhafte Hersteller und die sind jetzt stark belastet“, beschreibt Uwe Schubert die Marktlage. Dabei  galten Sirenen eigentlich schon als Auslaufmodelle der Alarmierung.   Viele Städte und Gemeinden hatten sie bereits abgebaut, auch in Gmünd  war einzig die Sirene in Degenfeld noch vorhanden und funktionsfähig. Die Experten sahen die Zukunft im Digitalen und wollten bei einem bundesweiten Warntag 2020  die Funktionsweise dieses Modells vorstellen: Alarm per App.  Doch Uwe Schubert und sein Stellvertreter Ralf Schamberger standen damals  auf dem Marktplatz und warteten vergebens  auf das klare Signal der Warn-App. Der Misserfolg war bundesweit und führte zu der Erkenntnis, dass die Sirene doch kein so schlechtes Mittel ist, um im Ernstfall die Aufmerksamkeit der Bevölkerung zu gewinnen. 

Auf diesen Gebäuden sollen die Gmünder Sirenen installiert werden:   Rathaus; Stauferschule in der Weststadt; Friedensschule in der Nordstadt; Bezirksamt Bettringen; Bezirksamt Herlikofen; Bezirksamt Hussenhofen, Bezirksamt Lindach; Bezirksamt Bargau; Bezirksamt Straßdorf; Bezirksamt Rechberg; Feuerwehrhaus Großdeinbach; Grundschule Weiler; Feuerwehrhaus Degenfeld; Wissenswerkstatt Eule; Unipark in der Oststadt.

Natürlich spielt digitale Technik auch in der künftigen Warn-Infrastruktur eine Rolle. Die Sirenen sollen an das Modulare Warnsystem (MoWaS) angeschlossen werden, informiert das Regierungspräsidium. Damit werden Alarmmeldungen auf verschiedene Kanäle verteilt, zum Beispiel an diverse Warn-Apps. Künftig sollen außerdem Push-Nachrichten auf Handys möglich sein.

Doch zunächst müssen die Sirenen einsatzbereit sein. Gmünds Feuerwehrkommandant Uwe Schubert ist in dieser Hinsicht zuversichtlich: Bis Jahresende rechnet er bereits mit einem kreisweiten Sirenen-Probealarm.

Die war halt laut.“

Uwe Schubert,, Feuerwehrkommandant
  • Hier fördert der Bund bisher Sirenen
  • Sirenen sind nicht billig. Deshalb gewährt der Bund eine Förderung für die Anschaffung der Geräte. Bislang haben im Gmünder Raum diese Städte und Gemeinden Förderzusagen bekommen: Schwäbisch Gmünd (für 15 Anlagen in Dachmontage), Waldstetten (3), Heuchlingen (2), Mutlangen (5), Eschach (2), Obergröningen (1) und Bartholomä (1).
  • Das Regierungspräsidium Stuttgart hat im Auftrag des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe bisher gut vier Millionen Euro Fördermittel für diese Zwecke vergeben. Allerdings konnten damit nur 79 der bisher 205 gestellten Förderanträge beschieden werden, so die Behörde. Der Bedarf an Fördermitteln sei wesentlich höher, um die -Warninfrastruktur wirklich flächendeckend ausbauen zu können, stellte Regierungspräsidentin Susanne Bay fest.

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