Auf diesen Gmünder Dächern werden Sirenen installiert

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Auf dem Feuerwehrhaus in Degenfeld steht die letzte noch funktionsfäigige Sirene im Stadtgebiet. Dort soll auch eines der neuen Exemplare platziert werden. (Foto: Tom)
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 Die Stadtverwaltung bereitet den Kauf von 15 Geräten vor.  Bis Ende September sollen sie einsatzbereit sein.

Schwäbisch Gmünd

Die Stadt Schwäbisch Gmünd möchte das System der Sirenenanlagen auf Hausdächern wieder nutzen, um Bürger bei Notlagen oder Katastrophenfällen zu alarmieren. Nachdem nun das Regierungspräsidium Stuttgart eine Förderung für dieses Warnsystem zugesagt hat, sollen die Planungen rasch umgesetzt werden. Schon bis Ende September, so die Planung, sollen die Anlagen mit dem Heulton einsatzbereit sein. Das sagt  die stellvertretende Pressesprecherin der Stadtverwaltung, Ute Meinke, auf Anfrage der Gmünder Tagespost.

Wie ist die Nachfrage?

Sie bestätigt, dass das Regierungspräsidium wenige Tage vor Weihnachten die Förderung  dieses Vorhabens zugesagt hat. 162 750 Euro soll Gmünd bekommen, um 15 Sirenenanlagen anzuschaffen und auf Dächern zu montieren.  Die Stadtverwaltung, so Ute Meinke, schreibt derzeit die Aufträge für die neuen Sirenen aus.  Dabei werde sich auch zeigen, wie viele Unternehmen solche Geräte anbieten und wie groß derzeit die Nachfrage ist. Erst danach  herrscht Klarheit, ob die Zeitvorstellung der Stadtverwaltung eingehalten werden kann.

Denn möglicherweise herrscht nicht nur in Gmünd starke Nachfrage nach Sirenen, die eigentlich schon als Auslaufmodell galten. Im Grunde hatten sich die Verwaltungen bundesweit darauf eingestellt, dass  Katastrophenalarme nicht mehr über die analogen Heultöne, sondern auf digitalem Wege verbreitet werden. In vielen Städten und Gemeinden waren die Sirenen schon abgebaut worden, auch in Gmünd ist nur noch eine Sirene in Funktion: auf dem Dach des Degenfelder Feuerwehrhauses.

Doch der Glaube an die digitale Lösung wurde am 10. September 2020 erschüttert. An diesem Tag, ausgerufen als bundesweiter Warntag, sollte die Funktion der Katastrophenwarnung per App auf dem Handy demonstriert werden. Doch  der Test wurde zum Flop „Da haben die ganzen Apps im Grunde nicht funktioniert“, bilanzierte der Gmünder Rathaussprecher Markus Herrmann den Tag.  Auch Feuerwehrkommandant Uwe Schubert sagte damals, dass der Abbau der Sirenen  fast im ganzen Stadtgebiet „ein großer Fehler war“.   Aber man habe bei den Sirenen wohl vor allem den Bezug zum Krieg hergestellt und die zivilen Zwecke außer Acht gelassen.

Da haben die ganzen Apps im Grunde nicht funktioniert.“

Markus Herrmann,, Rathaussprecher

Nach dieser Erfahrung  beschloss nicht nur Gmünd, doch wieder auf Sirenen zu setzen.  Deshalb, sagt Ute Meinke, müsse nun auch abgewartet werden, wie  ausgelastet die Hersteller sind. Erst wenn das Ergebnis der laufenden Ausschreibung vorliegt, könne Näheres über die Funktion der Anlagen gesagt werden, zum Beispiel über die Möglichkeiten der Vernetzung. 

Klar sei auf jeden Fall, dass auf den Dächern dieser Häuser wieder Sirenen stehen sollen: Rathaus; Stauferschule in der Weststadt; Friedensschule in der Nordstadt; Bezirksamt Bettringen; Bezirksamt Herlikofen; Bezirksamt Hussenhofen, Bezirksamt Lindach; Bezirksamt Bargau; Bezirksamt Straßdorf; Bezirksamt Rechberg; Feuerwehrhaus Großdeinbach; Grundschule Weiler;  Feuerwehrhaus Degenfeld; Wissenswerkstatt Eule; Unipark in der Oststadt.

„Die Flutkatastrophen im Ahrtal und in Nordrhein-Westfalen haben uns deutlich gezeigt, wie wichtig es ist, die Bevölkerung im Notfall schnell und zuverlässig warnen zu können“, sagt Regierungspräsident Wolfgang Reimer. Auch im Gmünder Gemeinderat  wurde in der Diskussion immer wieder das Ahrtal angesprochen.  Und es wurde an das Hochwasser in Gmünd 2016 erinnert, das zwei Menschenleben gekostet hat.

Sirenen auch in Waldstetten und Heuchlingen

Auch in zwei weiteren Gemeinden im Gmünder Raum können künftig Sirenen heulen, um auf Notfälle aufmerksam zu machen: Heuchlingen und Waldstetten haben  vom Regierungspräsidium ebenfalls Förderzusagen  für die Ausstattung mit Sirenen bekommen: Waldstetten bekommt 32 550 Euro für  drei Sirenenanlagen in Dachmontage; die Anschaffung von  zwei Sirenen, die auf Hausdächern montiert werden können, wird in Heuchlingen mit  21 700 Euro unterstützt.  Insgesamt fördert die Behörde  die Anschaffung  von 178 Sirenenanlagen und 17 Sirenensteuerungsempfängern (die den Alarm auslösen) in 40 Kommunen im  Regierungsbezirk mit  rund zwei Millionen Euro. Das Geld kommt aus dem Konjunktur- und Krisenbewältigungspaket 2020 bis 2022 im Bundeshaushalt.

Sirene Feuerwehrhaus Degenfeld
Auf dem Feuerwehrhaus in Degenfeld steht die letzte noch funktionsfäigige Sirene im Stadtgebiet. Dort soll auch eines der neuen Exemplare platziert werden. (Foto: Tom)

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