Auf Tour mit dem Gießunimog

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Viele Blumenkübel müssen die Bauhof-Mitarbeiter von Hand mit dem Schlauch gießen.
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Wie Gmünds Stadtgärtner das Gießwasser in die Innenstadt und die Stadtteile bringen.

Schwäbisch Gmünd

Den Rechberg hinauf tut sich der Unimog ein bisschen schwer an diesem Morgen um 7 Uhr. Kein Wunder, denn auf der Ladefläche ist ein Gießtank mit rund 2000 Litern Wasser installiert. Heute sind einige Gmünder Stadtteile bei Markus Wörners Gießrunde dran.

Los geht's am Bauhof in der Oberbettringer Straße. Dort betankt der gelernte Gärtner sein Fahrzeug - einen Unimog, der im Winter als Streu- und Räumfahrzeug und im Sommer als fahrende Gießkanne unterwegs ist.   Dann geht's nach Straßdorf. Am Bezirksamt haben die Stadtgärtner die Rabatte neu bepflanzt. „Mit mehrjährigen Stauden“, freut sich Wörner. Die Wechselbepflanzung mit jeweils verschiedenen Frühlings-, Sommer und Herbstblumen sehe zwar immer sehr schön aus, bedeute aber enorm viel Aufwand und sei weniger nachhaltig. „Wenn die Tulpen blühen, müssen sie kurze Zeit später schon wieder für Sommerblumen weichen“, sagt der Gärtner und gießt nebenbei die Pflänzchen Stück für Stück von Hand mit Schlauch. Die genaue Wassermenge könne er mit diesem Fahrzeug und Tank nicht berechnen. Aber wann es genug Wasser fürs Beet ist, das habe er mittlerweile im Gefühl. Genauso wie die Route, die er an diesem Tag fahren muss. Auf die Straßdorfer Beete folgen zahlreiche Holzkübel und Rabatten in Degenfeld. Dort hin muss Markus Wörner - wie alle Verkehrsteilnehmer - derzeit die Umleitung über Wißgoldingen und Winzingen in Kauf nehmen.

In Degenfeld gibt's einiges zu tun. Zahlreiche längliche Holztröge, aber auch Beete entlang der Durchgangsstraße und am Dorfplatz muss er gießen. Geranien, Calla, Dahlien und Gräser zieren die Straßenränder. Ob die besonders pflegeleicht seien? „Das kann man so nicht sagen“, erklärt der Gärtner. Es komme immer auf den passenden Standort an. Bei den Geranien sollte man eigentlich immer die verblühten Zweige entfernen. Das sei in der Zeit aber nicht möglich.

In Degenfeld kommt der elektrische Gießarm seines Unimogs zum Einsatz. „Das ist eine enorme Erleichterung“, erklärt der Gärtner, der seit 2014 im Gmünder Gartenteam des Bauhofes dabei ist. Mithilfe eines Joysticks im Führerhaus kann er den Gelenkarm steuern, direkt überm Kübel das Wasser ein- und danach wieder ausschalten. So tuckert er gießend die Straße entlang und muss nicht ständig ein- und aussteigen. An diesem Morgen sind noch die Beete und Kübel in Rechberg und am Straßdorfer Berg dran. Dann ist Markus Wörners Runde beendet.

Alle drei Tage wiederholt er diese Tour im Sommer. Drei kleine Fahrzeuge mit jeweils rund 1500-Liter-Tanks und die Gießkutsche mit Pferd sind zeitgleich in der Gmünder Innenstadt unterwegs. Mit den kleineren Fahrzeugen könnten zum Beispiel Kreisverkehre besser angesteuert werden. „Nur wenn es ordentlich regnet, können wir mal weniger gießen“, erklärt der Gärtner. Das sei in diesem Sommer bislang nicht oft der Fall gewesen. Alles - auch die Wiesen - seien sehr trocken. Wörner ist froh, dass es in den Stadtteilen viele große Kübel und Beete und weniger kleine Ton- und Plastiktröge hat. „Die heizen sich extrem auf und müssten eigentlich täglich gegossen werden“, sagt er und parkt den Unimog nach rund drei Stunden wieder ein für die Tour am nächsten Tag.

Ein Sack voll Wasser für die Bäume

Gießsäcke: Viele Bäume in der Gmünder Innenstadt sind nun mit einem Bewässerungssack ausgestattet. Dieser wird wie eine Jacke um den Stamm gelegt und mit Wasser befüllt, das dann langsam über mehrere Stunden an den Baum abgegeben wird. Ein Sack mit 75 Liter Volumen kostet um die 20 Euro.Gießzeit: Markus Wörner empfiehlt das Gießen am frühen Morgen. Dann ist der Boden noch kühl und das Wasser sickert tief bis zu den Wurzeln. Gießen am Abend kann Schnecken anlocken. Zudem trocknen die Blätter über Nacht nicht. So können leicht Pilzkrankheiten entstehen.

Mit Hilfe eines Joysticks bedient Markus Wörner den Gießarm.
Viele Beete zieren Gmünds Stadtteile an den Ortseingängen und -ausgängen.
Der Wassertank am Gießfahrzeug muss gefüllt werden.
Der Gießarm ist eine große Erleichterung für die Bauhof-Mitarbeiter.
Der Gießarm ist eine große Erleichterung für die Bauhof-Mitarbeiter.
Der Gießarm ist eine große Erleichterung für die Bauhof-Mitarbeiter.
Die Technik im Unimog.
In den Tank passen 2000 Liter Wasser.

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