Aufschrei im Städtepartnerschaftsverein

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Der im Oktober 2016 in einer Sondersitzung gewählte Vorstand des Vereins Städtepartnerschaft: (v.l.) Beate Franke, Uschi Stöhr, Ingrid Schnierer, Erwin Maas, Dr. Lukas Schachner, Brigitte Nagel, Robert Abzieher und Karin Rauscher. Archivfoto: Länge
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Schriftführerin kritisiert Vorsitzende harsch. Vorstand will Probleme intern lösen.

Schwäbisch Gmünd. Im Verein Städtepartnerschaft brodelt's: Die Schriftführerin des Vereins, Ingrid Schnierer, hat in einem Schreiben an die Mitglieder die Vorsitzende des Vereins, Brigitte Nagel, heftig kritisiert. Schnierer wirft Nagel vor, die Lösung von "seit Monaten klärungsbedürftigen Problemen abzublocken". Eine auf den 12. Dezember 2017 festgesetzte Sitzung, um diese Probleme zu erörtern, habe Nagel abgesagt, weil sich "keine geeigneten Räumlichkeiten" dafür finden ließen. Nagel verliere "bisweilen den Überblick", schreibt Schnierer weiter. Sie bezieht dies auf die nächsten Vorstandswahlen. Solche fänden laut Vereinssatzung alle zwei Jahre und immer im Frühjahr statt. Da der aktuelle Vorstand in einer Sondersitzung im Oktober 2016 gewählt wurde, habe der Vorstand vereinbart, die nächste Wahl "ordnungsgemäß im März 2018" durchzuführen. Nagel selbst, dies geht aus einem internen Schriftverkehr des Vorstands hervor, sagt, dass "im kommenden März keine Wahlen anstehen", weil der Vorstand im Oktober 2016 für zwei Jahre gewählt sei.

Schließlich wirft Schnierer Nagel vor, genau zu dem Zeitpunkt eine Reise nach Antibes zu planen, zu dem der Barnsley-Beauftragte Dr. Lukas Schachner eine Reise nach England geplant hat. Es gebe Vereinsmitglieder, die sich für Barnsley angemeldet hatten, nun aber nach Antibes fahren. Sie überlasse es jedem Mitglied selbst, "sich darüber Gedanken zu machen, welche Prioritäten die 1. Vorsitzende des Vereins setzt".

Aus dem internen Schriftverkehr des Vorstands geht auch hervor, dass Nagels Stellvertreter und Faenza-Beauftragter, Robert Abzieher, zurückgetreten ist. Abzieher wollte dies auf GT-Anfrage nicht kommentieren, "weil der Vorstand das intern regeln kann". In jedem Verein gebe es mal Probleme, so auch im Verein Städtepartnerschaft. Doch es sei nicht vernünftig, diese in die Öffentlichkeit zu tragen. Der Verein habe im vergangenen Jahr gute Arbeit geleistet, den Generationswechsel eingeleitet. Diesen Weg solle er fortsetzen.

Diese Einschätzung teilt Dr. Lukas Schachner, wie Abzieher Nagels Stellvertreter. Ursache von Schnierers "Aufschrei" seien inhaltliche Differenzen, die "noch nicht hinreichend beigelegt" worden seien. Auch Schachner sieht dies als interne Aufgabe des Vorstands. "Unglücklich" allerdings findet der Barnsley-Beauftragte schon, dass es parallel zur Barnsley-Reise eine Antibes-Reise gibt, auch wenn dies eine VHS-Reise sei. Hier hätte Schachner von Nagel mindestens ein Gespräch, eine Information erwartet.

Der Verein hat viel geleistet.

Brigitte Nagel, Robert Abzieher, Dr. Lukas Schachner

Nagel selbst hat Ingrid Schnierers Schreiben "völlig überrascht". Mit Befremden stelle sie fest, "dass ausgesuchte Passagen aus dem internen Mailverkehr der Vorstandschaft an alle Mitglieder des Vereins weitergeleitet wurden", schreibt sie an alle Mitglieder. Die Weitergabe von interner Kommunikation sei ein "enormer Vertrauensbruch". Der neue Vorstand habe seine Arbeit höchstmotiviert begonnen. "Wir haben viel geleistet, hatten viele Veranstaltungen und sind in der Öffentlichkeit positiv aufgenommen worden", sagt Nagel im GT-Gespräch. Sie bedauere, was nach außen gedrungen sei. Auch Nagel will, wie Abzieher und Schachner, die Probleme innerhalb des Vorstands regeln.

Die Sprachreise nach Antibes im Programm der Volkshochschule sei keine Konkurrenz zur Reise nach Barnsley, sagt Brigitte Nagel schließlich. Die Mitreisenden seien ein anderes Publikum.

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