Aus einer Blitzliebe entsteht eine glückliche Großfamilie

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Anita und Jürgen Kala
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Wie aus der sprichwörtlichen Liebe auf den ersten Blick eine 50-jährige Ehe wurde, davon erzählen Anita und Jürgen Kala aus Gmünd.

Schwäbisch Gmünd

Gut Ding will Weile haben“, dieses Sprichwort trifft auf Anita und Jürgen Kala aus dem Gmünder Mühlweg mit Sicherheit nicht zu. Aus einer Blitzliebe wurde eine Blitzehe, die heute ihr 50. Bestehen feiert.

Als Jürgen Kala vor 50 Jahren von seiner Cannstatter Baufirma in den Schwarzwald, in die Nähe von Calw, für Straßenbauarbeiten geschickt wurde, ahnte der 21-Jährige nicht, dass dieser Auftrag das Glück seines Lebens bringen sollte. Direkt vor Anitas Haus war die Firma zugange, und der jungen Anita fiel „der stramme Kerl“ sofort ins Auge. Hier hätte die Geschichte jetzt enden können, aber der Zufall sorgte für weitere Begegnungen. Jürgen wohnte zu dieser Zeit, wie damals üblich, während der Arbeitswoche in einem von der Firma gestellten Wohnwagen. Zur Unterhaltung suchte er mit Arbeitskollegen das Stammlokal Anitas auf, die hierher regelmäßig zum Kegeln kam.

Auf die Blitzliebe im August 1971, folgte der Umzug Anitas nach Schwäbisch Gmünd im November. Die Hochzeit fand bereits im darauffolgenden Februar statt, „mitten in der Faschingszeit“, erzählen Jürgen und Anita von der Schwierigkeit, ein Lokal zum Feiern zu finden, in dem kein Faschingsball gefeiert wurde. Zudem war es eisig kalt, schmunzelt Anita und einige Freunde dachten an einen Faschingsscherz, als sie von der anstehenden Hochzeit erfuhren.

Fünf Kinder bekommen

Im Mühlweg fanden die Kalas ein gemeinsames Zuhause, das Glück wurde mit fünf Kindern komplett. Auf Sandra folgte Kerstin, dann kam als einziger Sohn Thomas zur Welt, Melanie und Claudia beendeten den Kinderreigen.

Eine Wohnung war für die siebenköpfige Familie zu eng, zwei nebeneinanderliegende Wohnungen wurden angemietet, der handwerklich begabte Jürgen brach eine Verbindungswand ab, so wurde viel Raum für viele Kinder geschaffen.

Trotz des Kindersegens war Anita beruflich nie untätig, bis zum Ruhestand arbeitete sie im Einzelhandel. Jürgens Arbeit bei einer Baufirma forderte von Anita einiges an Organisationstalent. „Die Kinder waren überall dabei“, erinnert sie sich. Dadurch, dass Jürgen nie einen Führerschein hatte, „ich habe ihn einfach nicht gemacht“ sagt er, hatte Anita schon immer das Familiensteuer in der Hand. Morgens wurden die fünf Kinder ins Auto gepackt, um Jürgen zur Arbeit zu fahren, abends wurde die Zeremonie für den Heimweg wiederholt.

Viel hätten die Kinder nicht von ihrem Papa gehabt, meint Anita und verweist auf die langen Arbeitszeiten speziell in den Sommermonaten, dafür ging es regelmäßig mit der Großfamilie in Urlaub, am Steuer war immer Anita zu finden.

Urlaube fester Bestandteil

Die Familienurlaube seien bis heute ein fester Bestandteil der Familie Kala, bereits im Januar wird festgelegt, wann es im Sommer wohin in den Urlaub geht. Und wenn die Kala-Famile kommt, ist immer etwas los. Mit mehreren Fahrzeugen rücken bis zu 17 Personen am Urlaubsort an.

Auch jetzt im „Unruhestand“ kann das Paar nicht einfach die Hände in den Schoß legen. Während Jürgen halbtags bei einer Landschafts- und Gartenbaufirma arbeitet, ist Anita täglich als Laborfahrerin unterwegs. Wenn sie mittags heimkommt, hat Jürgen bereits das Essen gekocht. Langweilig wird es im Mühlweg nie, meint das Paar lachend. Die Kinder wohnen in unmittelbarer Nähe, tägliche Besuche gehören zum festen Tagesablauf, bei allen Familienfesten und Feiertagen kommen die Kinder mit ihren Familien, zu denen bereits fünf Enkelkinder gehören. 

Logisch: Auch die Kalas hatten dann und wann mal Zoff. Bis sich die Wogen wieder geglättet haben, zog sich Anita in ihr Reich, das große Badezimmer zurück, Jürgen war dann im Hobbyraum bei seinem Werkzeug zu finden.

Die goldene Hochzeit wird mit dem ganzen Kala-Clan gefeiert, allerdings werden auch 50 glückliche Ehejahre nicht dafür sorgen, dass Jürgens größter Wunsch erfüllt wird: „Ein Minibagger kommt mir nicht ins Haus“, sagt Anita und lacht.

Mir ist der stramme Kerl sofort aufgefallen.“

Anita Kala,, Ehefrau

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