Aus unerfüllten Sehnsüchten macht der Autor ein Buch

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Kinderbuchautor Frank Maria Reifenberg diskutiert online in der Kinderuni der PH, wie er seine Bücher schreibt.
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Engagierte virtuelle Diskussionsrunde mit Frank Maria Reifenberg beim Angebot der PH.

Schwäbisch Gmünd. Dass virtuell nicht trocken sein muss, sondern so lebendig wie vor Ort sein kann, das bewies die Kinderuni der Pädagogischen Hochschule Schwäbisch Gmünd. Das Versprechen „Eintauchen in die Fantasiewelt von Büchern“ löste Frank Maria Reifenberg ein. Der Autor von über 50 Büchern, weiß, wie man spannend schreibt und ein virtuelles Zoom-Treffen in eine engagierte Diskutierrunde verwandelt.

Mit der „Schattenbande“ war es spannend und es gab nebenbei Geschichtsunterricht. „Wie kamen Sie auf die Idee?“, lautete eine Frage aus der Diskussionsrunde. Wenn ein Autor in seiner Kindheit was erlebt hat oder eine Sehnsucht nicht erfüllt wurde, kann er ein Buch darüber schreiben, antwortete Reifenberg. Er habe immer Mitglied in einer Bande sein wollen. Das klappte nicht mangels Kindern in seinem Dorf. Diese Sehnsucht und seine Beschäftigung mit den 1920er-, '30er-Jahren habe er zu dieser Geschichte geführt.

„Wir sind die Schatten. Schnell und schlau. Keiner sieht sie je genau.“, so das Motto der Hauptpersonen des Buches: Otto, der Fassadenkletterer, Klara, die gewiefte Taschendiebin, Paule, der begnadete Panzerknacker, und seine kleine Schwester Lina mit dem sechsten Sinn für Gefahren. Sie leben auf der Straße, alltäglich in der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen. Mit ausdrucksvoller Gestik und wandelbarer Stimme las Reifenberg vor und zeigte Illustrationen aus dem Buch.

Was macht eine Bande aus? Man hält fest zusammen und jeder muss sich auf den anderen verlassen können, stieg der Autor in die Geschichte ein. In Berlin, dem Schauplatz der Geschichte, war damals vieles wie heute und doch anders. Fotos von vor 100 Jahren wurden eingestellt, Unterschiede diskutiert. Ja, es gab schon Autos, aber auch Pferdewagen und Straßenbahnen. Flugzeuge und Zeppeline, bei letzteren ergab sich eine lebhafte Diskussion um Treibstoff und Geschichte.

„Superfantasie, aber 30 Fehler“

Hans-Dieter Körner ist der Organisator der Kinderuni der PH. Er stellte Rektorin Claudia Vorst vor, die den Teilnehmern und Teilnehmerinnen erläuterte, wie man digital applaudieren kann. Sebastian Bernhardt bildet Deutschlehrer aus. Literatur begeistert ihn und das möchte er auch an Kinder weitergeben. Für ihn ist klar, wenn ein Autor vorliest, ist man gleich im Text drin.

„Welche Deutschnote hatten Sie?“, kam als Frage. Reifenberg berichtete von einer Lehrerin, die seine Aufsätze beurteilte mit „sehr, sehr lang, Superfantasie, aber 30 Fehler auf einer Seite.“ Es sei wichtig, dass man Rechtschreibung ordentlich lerne. Auch heute habe er noch Lehrer im Verlag, der seine Bücher auflegt. Das seien Lektoren.

Zum Schluss gab Reifenberg den Tipp, wie man klug durch den Unterricht kommen könne. Man müsse so tun als ob: aufmerksam schauen, hin und wieder den Finger kurz entlang der Nase legen oder mal an die Lippe tippen. Das habe ihm geholfen, nicht so oft dranzukommen.

Gise Kayser-Gantner

Spannende Kinderkrimis von Frank Maria Reifenberg: : Schattenbande, fünf Bände, für zehn- bis zwölfjährige jährige Leserinnen und Leser.

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