Bad mit Grenzkontrollen

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Eine Problemphase: der Stau, wenn die Nachmittagsschicht ins Bad kommt.
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So läuft's im Freibad: Warteschlangen beim Schichtwechsel, viel Platz für die Gäste – und kaum noch Jeden-Tag-Schwimmer.

Schwäbisch Gmünd

Die Sonne brennt, es hat 28 Grad am frühen Abend, kurz nach fünf: bestes Freibadwetter im Schießtal. Und nur wenige Menschen teilen sich in diesem Moment das Sportbecken: 1000 Quadratmeter Wasserfläche für genau acht Schwimmer.

Dabei herrscht Vollauslastung. Früher hieß das: Rund 5000 Menschen sind im Bud-Bad. Jetzt sind es genau 750 Badegäste. Die, die gekommen sind, machen einen entspannten Eindruck. "Ich bin froh, dass das Freibad überhaupt aufgemacht hat", sagt Petra Maier aus Gmünd, "ich lasse mich nicht von den Beschränkungen abhalten".

Regelmäßige Freibadbesucher haben ihre Kategorien: Man kommt, schaut sich kurz um und erkennt schnell: Es ist a) entspannt, b) voll oder c) sehr voll. In diesem Jahr heißt, wegen der Corona-Beschränkungen, der Dauerzustand: a).

Maximal 750 seit 1. Juli

Die maximal erlaubte Zahl von 750 Badegästen pro Schicht gab es zum ersten Mal am Mittwoch dieser Woche. An diesem 1. Juli haben die Stadtwerke die Beschränkung hochgesetzt, bei der Eröffnung vor vier Wochen waren es noch 452. In Bettringen ist die Maximalzahl von 160 auf 225 gestiegen. "Wir haben damals sehr vorsichtig kalkuliert", sagt Bäder-Betriebsleiter Thomas Vetter. Inzwischen habe man an Erfahrung hinzugewonnen. "Und zudem gilt seit 1. Juli eine neue Corona-Verordnung in Baden-Württemberg mit weiteren Lockerungen." Mal wieder, es fällt schwer den Überblick zu behalten: "Ab jetzt darf man zum Beispiel wieder duschen auch nach dem Baden", sagt Vetter.

Und wie klappt die Kartenvorbestellung übers Internet? "Das war problemlos", erzählt eine Besucherin, "ich habe am Montagabend auf die Wetter-App geschaut und für Mittwochnachmittag gebucht." Sie fühle sich nicht eingeschränkt, sagt die Frau, "ich finde es angenehm."

"Immer sauberes Wasser"

Freibad 2020 bedeutet durch das Zwei-Schicht-Modell: halber Tag, voller Preis. dafür aber mehr Platz. "Bei gerade 20 Prozent der sonstigen Höchstzahl an Badegästen hat man immer sauberes Wasser, viel Wasser- und Liegefläche", betont Vetter.

Die jeweilige Höchstgrenze war schon ein paarmal erreicht seit der Eröffnung, immer am Nachmittag. Morgens ist etwas anders als früher: Die täglichen Dauergäste fehlen, weil es in diesem Jahr keine Saisonkarten gibt, sondern nur Einzeleintritt. "Die Rentner fehlen uns. Früher kamen viele täglich, jetzt so zwei-, dreimal die Woche."

Mit der Disziplin der Badegäste ist Vetter zufrieden: "Wir sind froh, dass es viele akzeptieren, anders würde es nicht gehen." Man habe gute Erfahrungen mit Hygieneplänen, auch der Einbahnverkehr auf den Bahnen laufe sehr gut.

Nächste Woche zwei Eingänge

Probleme? Wenn um 14.15 Uhr die zweite Schicht kommt, und viele, zu viele Leute pünktlich um Viertel nach ins Bad wollen. Dann gibt's eine Menschenansammlung, wie man sie ja gerade verhindern will. Das soll schnell besser werden: "Wir haben die Computersysteme erweitert, ab der kommenden Woche gibt es zwei Eingänge."

Klagen von Badegästen gibt es auch, viele davon kommen per Mail und übers Telefon bei den Mitarbeitern der Bäderverwaltung an. Manchmal auch an der Kasse, wenn Vollbelegung herrscht, aber potenzielle Spontangäste die Antwort "Tut uns leid, das Bad ist ausverkauft" nicht akzeptieren wollen. Die Freibad-Mitarbeiter finden immer wieder Jugendliche, bei denen das offensichtlich so ist. "Es gab einige, die versucht haben, sich unerlaubt Eintritt zu verschaffen", erzählt Vetter.

Darum werden nicht nur Abstand und Maskenpflicht bei den Sanitärräumen kontrolliert, sondern auch der Grenzzaun: "Meine Mitarbeiter sind so clever, sich an den richtigen Stellen zu positionieren. In der vergangenen Woche haben wir Dreizehn erwischt an einem Tag."

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