Bäume quer über den Gmünder Marktplatz?

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Der Ist-Zustand auf dem Marktplatz: grüne Urbanität als Hilfskonstruktion. „Mobile Bäume“ kommen in den Vorschlägen, die die Landschaftsarchitekturbüros für Gmünd machen, keine vor.
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Ideen für mehr „grüne Urbanität“ in Schwäbisch Gmünd. Mit Folgefragen: Wie mutig will Gmünd sein, wie löst man Zielkonflikte?

Schwäbisch Gmünd

Bäume auf dem Marktplatz, grüne Bodenbeläge neben dem Münster, ein kleiner Wald bei den Schmiedgassen: Es sind viele Ideen, wie Gmünd mehr Grün in der Innenstadt schaffen kann. Die Vorschläge dazu haben zwei Büros für Landschaftsarchitektur ausgearbeitet und dem Bau- und Umweltausschuss des Gemeinderats präsentiert. Zwölf „Fokusbereiche“, also zwölf Gmünder Straßen und Plätze, haben die Planer unter die Lupe genommen und gezeigt, wie man sie deutlich grüner gestalten könnte. Einige zentrale Punkte im Überblick:

Der Marktplatz: Mehr Bäume auf den Marktplatz – oder weiter viel Platz für Veranstaltungen und freie Sicht auf die Geschäfte? Das ist die Grundsatzfrage, die sich den Planern der Stadt und dem Gemeinderat stellt. „Es ist ein klassischer Zielkonflikt“, sagt Oberbürgermeister Richard Arnold. Zentrale Musterbeispiel für diesen Konflikt ist der Marktplatz.

Jochen Köber, der die Vorschläge für Gmünd mit ausgearbeitet hat, ist klar, dass er auf sensiblem Terrain operiert. Also präsentiert er einen mögliche Variante, die er „zurückhaltend“ nennt: „Wir schlagen vor, in der Mittelachse Bäume zu pflanzen.“ So, dass man die Tische der Gastronomie zwischen den Bäumen unterbringen könne.

Der Münsterplatz: Die Planer haben recherchiert, wie es dort vor langer Zeit ausgesehen hat: An der Südseite der Kirche war ein Friedhof. Dort könnte man die Umrisse des Friedhofs durch in einer Begrünung wieder aufgreifen, mit einem Grüner Straßenbelag, im Prinzip wie bei Rasengittersteinen. „Dass es einen Konflikt gibt mit dem Markt, ist uns völlig klar“, so Köber.

Die Schmiedgassen: „In den Schmiedgassen steckt viel Potenzial“, findet Planer Jochen Köber. Es gibt schlicht Platz in einigen Bereichen der Hinteren Schmiedgasse und am Stadteingang beim Schmiedturm. Auf dem Plan, den die Landschaftsarchitekten zur Diskussion stellen, sind rund viermal so viele Bäume wie bisher. Es gibt wasserdurchlässige Oberflächen und einen Zauberwald am Stadtentrée.

Straßen, Autos, Bäume: Paradiesstraße und Katharinenstraße sind Beispiele althergebrachter Stadtlandschaft: mit einer Fahrbahn, gesäumt von Parkplätzen. Im Vorschlag der Büros werden dort die Parkflächen durch Bäume aufgelockert. Wobei auch eine radikalere Variante möglich ist: Bäume, zwischen denen keine Autos mehr stehen, sondern Grünflächen.

Noch mehr grüne Orte: Zu den weiteren „Fokusbereichen“ der Planung gehören Johannisplatz, Bocksgasse, Turniergraben, Schillerstaße, Marktgässle sowie der Bereich zwischen Tunneleingang und Baldungkreisel. Richard Arnold war eine Klarstellung spürbar wichtig: „Wir befinden uns im Stadium der Ideen und Konzepte, es gibt keine Denkverbote.“ Am Ende sei es eine Abwägungsfrage. Die Diskussion ist eröffnet.

Es ist ein klassischer Zielkonflikt.“

Richard Arnold,, Oberbürgermeister

1,1 Millionen Euro für mehr Grün in Stadt?

  • Satter Zuschuss: Falls die Stadt beim Bundesprogramm „Zukunftsfähige Innenstädte und Zentren“ zum Zuge kommt, sollen rund 1,1 Millionen Euro für „grüne Urbanität“ ausgegeben werden. Um „urbane Hitzeinseln“ zum Positiven zu verändern, durch grüne Stadtoasen, „kühle Inseln“ und Rückzugsorte.
  • Insgesamt rund 3,3 Millionen Euro sollen investiert werden. Vier „Handlungsfelder“ hat die Stadtverwaltung zusammen mit dem HGV und Pro Gmünd erarbeitet: Digitale Unterstützung für den Einzelhandel, ein kreatives Leerstandsmanagement, mehr Grün in der Stadt, und neue Mobilitätsangebote sollen finanziert werden. Im städtischen Doppelhaushalt 2022/23 sind dafür 826000 Euro eingeplant, der Rest soll aus dem Bundesprogramm dazukommen.

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