Bäume sind (fast) wie Menschen

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Obst- und Gartenbauverein Schwäbisch Gmünd Sommerschnittkurs

Was die Teilnehmenden von Fachberater Franz-Josef Klement beim Sommerschnittkurs des Obst- und Gartenbauvereins Schwäbisch Gmünd lernten und was sie mit nach Hause nehmen.

Schwäbisch Gmünd

Waltraud Burkhard vom Vorstand des OGV Schwäbisch Gmünd konnte eine stattliche Zahl von Interessenten zu diesem Schnittkurs begrüßen. Fachberater des Landratsamtes Ostalb, Franz-Josef Klement, erklärte den Anwesenden, worauf es beim Bäumeschneiden ankommt. Ein Baum sei ein Lebewesen, der wie die Menschen erzogen werden muss (Erziehungsschnitt). So sollte man dem neu gepflanzten Baum etwa fünf Jahre Zeit geben, um in die Form zu kommen, die er haben sollte, also einen Hauptast der direkt nach oben führt und drei Seitenäste. An diesen Seitenästen entwickeln sich dann die Blütenäste, die das Obst bringen. Die Witterung spiele eine große Rolle, wie zum Beispiel dieses Jahr sei durch das regnerische Wetter der Pilzbefall überall besonders groß. Nach weiteren lehrreichen Erklärungen wurde ein Baum geschnitten, es sollen nur ganze Äste entfernt werden, weil an der Schnittstelle sich der Ast weiter vermehrt, schneidet man nur einen Zweig ab kommen mehrere an dieser Stelle wieder.

Als das Bäumeschneiden bis ins letzte Detail erklärt war, ging die Gruppe zu den Spindelbuschbäumen, die Klement ebenso genau erklärte wie zuvor den Apfelbaum. Spindelbäume haben ein anderes Wurzelwerk auf denen sie aufgebaut sind, so wir ihnen hier schon die Breite und Größe eingegeben, wachsen sie über diese Größe hinaus, kippen sie ab. An diesem Knick kann er gekürzt werden, aber der höchste Zweig muss stehen bleiben. Ein Spindelbaum muss auch immer an seinem Pfahl bleiben, solange er lebt, durch sein kleines Wurzelwerk hat keinen Halt und könnte die Balance nicht halten. Zum Abschluss zeigte er noch am Beispiel eines zur Gartenschau verpflanzten alten Apfelbaum, auf was es bei denen ankommt. Licht und Luft ist wichtig und erzogen wird ein alter Baum auch nicht mehr. So werden nur Zweige und Äste entfernt, die andere behindern. Mit der Erkenntnis, dass in der Natur alles hormongesteuert ist und alles mit dem Menschen vergleichbar ist, gingen die Gartenfreunde voll des Wissens nach Hause.

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