Bäume wandern durch Gmünd

  • Weitere
    schließen
+
Sie haben die Wanderbaumallee auf den Weg gebracht: (v.l.) Christa Bareiss, Helga Frey, Markus Kolb, Bernd Hägele, Daniel Förstner, Christine Hüttmann, Sabrina Hieber, Simone Klaus, Martin Röttele und Julius Mihm.
  • schließen

Wanderbaumallee ergänzt vorübergehend die mobilen Bäume auf dem Johannisplatz. Viele Partner unterstützen das Gemeinschaftsprojekt.

Schwäbisch Gmünd

Für Baubürgermeister Julius Mihm ist es ein „spielerischer Weg in eine nachhaltige Zukunft“: In Gmünd gibt es seit Dienstag eine Wanderbaumallee. Fünf Bäume - eine Hängebirke, ein Kugel-Weißdorn, der Zierapfel „Rudolph“, ein Fächerblattbaum und die Steppenkirsche „Globosa“ - schmücken den Johannisplatz. Was es mit den Bäumen auf sich hat, erklärt Christine Hüttmann vom Beratungs- und Lernzentrum BIWAQ, einem vom Bund geförderten Programm für Bildung, Wirtschaft und Arbeit im Quartier. Sie sollen einen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Vorbilder für das Projekt seien Köln und Stuttgart. Diese hätten vor zwei Jahren damit begonnen. Seit den 90er-Jahren läuft das Projekt in München. Dort seien 150 Bäume gepflanzt worden.

Die Wanderbäume bleiben nämlich nicht am Johannisplatz. Sie sind in alte Mülltonnen eingepflanzt. Die hat Hüttmann von der GOA erhalten. Die Mitarbeiter des Werkhofs Ost haben sie bearbeitet und mit Erde gefüllt. Mit Wasser werden sie vom Pferdefuhrwerk versorgt, das täglich durch die Altstadt zieht. Das Drumrum, die rollenden Bänke also, ist der Beitrag der Werkstatt in der Stiftung Haus Lindenhof. Bernd Hägele, Markus Kolb und Daniel Förstner haben die Baumbänke mit Griffen ausgestattet. So können sie wie Schubkarren durch die Stadt gefahren werden.

Mit ins Boot geholt hat Hüttmann auch den Handels- und Gewerbeverein HGV. Dieser hat einen Baum erworben, der in der Altstadt bleiben soll. Die anderen vier Bäume wandern, wenn im August das Footvolley-Turnier den Johannisplatz in Beschlag nimmt, in die Oststadt, die Weststadt, aufs Hardt und nach Bettringen. Am 3. Oktober sollen sie bei einem „Einheitsbuddeln“ aus den Töpfen in die Erde gesetzt werden.

Baubürgermeister Mihm begrüßte diese Aktion von BIWAQ. Sie passe gut in das städtische Konzept der mobilen Bäume. Mihm blickte zurück in die Zeit, als auf dem Johannisplatz noch Autos parkten. In den vergangenen 20 Jahren seien Tourismus, Events, Freizeit und Unterhaltung in den Innenstädten riesige Themen geworden. Und heute wolle man wieder mehr Grün. Dieses spielerisch und ohne große Planung umzusetzen, hält der Baubürgermeister für den richtigen Weg. Dazu komme, dass der Gemeinderat die Verwaltung mit einer grünen Planung im urbanen Raum beauftragt habe. Dazu habe die Stadt inzwischen vier Angebote von Landschaftsarchitekten erhalten. Dies sei ein interessanter Prozess, sagte Mihm. Denn Bürger, die sich kritisch zu den inzwischen knapp zehn mobilen Bäumen äußerten, würden Erhebliches verkennen.

Im städtischen Konzept „Mobile Bäume“ gibt es an verschiedenen Plätzen in der Innenstadt inzwischen neun Bäume. Dieses Konzept ist in der jüngsten Haushaltsdebatte im März im Gemeinderat entstanden. Die Fraktion Bündnis 90 / Die Grünen hatte beantragt, eine halbe Million Euro im Haushalt 2021 für Bäume etwa auf dem Markt- und dem Johannisplatz einzuplanen. Dafür brauche es eine grundsätzliche Neuplanung von öffentlichen Räumen in der Innenstadt, entgegnete damals der Baubürgermeister. Es müsse in einem Nutzungskonzept festgelegt werden, was wann wo stattfinden soll. „Wenn man auf dem Johannisplatz Bäume pflanzt, findet dort keine Staufersaga mehr statt, keine Märkte“, sagte Mihm im März. Er sprach sich dafür aus, sich anzuschauen, wofür die Plätze verwendet werden, bevor Bäume gepflanzt werden. Kurzfristig schlug Mihm damals für die Kernstadt das Konzept „Mobile Bäume“ vor: eine Gruppe von Bäumen, die so groß sind, dass man sie gerade noch in Kübeln transportieren kann. Und die an wechselnden Orten zum Einsatz kommen können. Sowohl zwei der mobilen wie auch die fünf Wanderbäume stehen nun auf dem Johannisplatz, sehr zur Freude von Münsterpfarrer Robert Kloker, der sie gerne „in der Nähe eines sakralen Gebäudes“ sieht.

BIWAQ freut sich über Baumpaten, Baumspender und Sponsoren. Interessierte wenden sich an Christine Hüttmann, Telefon (07171) 7988092.

Spielerischer Weg in eine nachhaltige Zukunft.“

Julius Mihm, Baubürgermeister

Zurück zur Übersicht: Stadt Schwäbisch Gmünd

Mehr zum Thema

WEITERE ARTIKEL