Bahnstrecke zwischen Gmünd und Göppingen: Grundkonzept für ein neues Klepperle steht

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Am Straßdorfer Bahnhof erinnert noch vieles an die Hohenstaufen-Bahn. Auf dem ehemaligen Schienenweg rollen allerdings inzwischen Radfahrer. Foto: Tom
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Die Machbarkeitsstudie zur Reaktivierung der Bahnlinie zwischen Gmünd und Göppingen soll bis Jahresende vorliegen.

Schwäbisch Gmünd

Grundsätzlich gibt es Konzepte, die Bahnstrecke zwischen Gmünd und Göppingen wieder in Betrieb zu nehmen. Das ist eine erste Aussage aus der Machbarkeitsstudie zur Reaktivierung der Bahnstrecke sowie der Verlängerung bis Bad Boll und Kirchheim. Dies teilt Andrea Moll-Hascher von der Pressestelle der Landkreisverwaltung Göppingen auf Anfrage mit. Diese Behörde koordiniert die Machbarkeitsstudie.

Das Land fördert diese Untersuchung mit bis zu 200 000 Euro. Geld zur Finanzierung der Untersuchung kommt auch von den Landkreisen Esslingen, Göppingen und Ostalb sowie vom Verband Region Stuttgart. Fachlich unterstützt werden sie vom Regionalverband Ostwürttemberg.

Die Schienenverbindung zwischen Göppingen und Gmünd hat lange Tradition. Von 1911 bis 1984 verkehrte ein Zug zwischen den beiden Städten. In Göppingen hatte er den Spitznamen Josefle, auf Gmünder Seite wurde er liebevoll Klepperle genannt.

Hohes Potenzial

Den Anstoß zur Prüfung einer Wiederbelebung hatte eine Studie des Landes gegeben, in der die Wiederherstellung der früher zahlreichen Nebenbahnen im Land geprüft worden war. Diese Studie hatte für die Hohenstaufen-Bahn, wie die Linie Gmünd-Göppingen offiziell hieß, ein durchaus hohes Fahrgastpotenzial vorhergesagt.

Unterstützt wird dieses Ansinnen nun durch eine weitere Studie: Im Auftrag des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung hat ein Forscherteam ermittelt, dass sich solche Reaktivierungen von Schienenwegen gerade für ländliche Räume lohnten. Oft, so die Forscher, werde dabei nur auf direkte Kosten und Nutzen geschaut. Aspekte wie Bevölkerungsentwicklung, Umwelt und Gesellschaft würden zu wenig berücksichtigt. Dieser Studie zufolge könnten mehr als drei Millionen Menschen von der Reaktivierung stillgelegter Bahnstrecken profitieren. Institutsleiter Markus Eltges bezeichnete die Wiederbelebung der Strecken laut einem Bericht von n-tv als „eine Investition in die Zukunftsfähigkeit einer Region.“

Doch auch bei der Studie zur Wiederbelebung des Klepperle steht zunächst eine Kosten-Nutzen-Analyse an, wie Andrea Moll-Hascher mitteilt. Und die dürfte sehr unterschiedlich ausfallen: Zwischen Göppingen und Bad Boll liegen nämlich noch Schienen. Zwischen Gmünd und Göppingen dagegen wurden die Gleise durch einen Radweg ersetzt, der sich großer Beliebtheit erfreut. Dennoch, so Moll-Hascher: Grundkonzepte für einen erneuten Betrieb gebe es für jeden Teil der Strecke.

Ergebnisse gegen Jahresende

Zudem, so der bisherige Zwischenstand, könnten weitere Optimierungen in die Betriebsmodelle der Strecke(n) eingearbeitet werden. Der Gmünder Rathaussprecher Markus Herrmann zum Beispiel hat die Idee in den Raum gestellt, die beiden Mittelzentren mit Elektro- oder Wasserstoff-Bussen zu verbinden. Nach Einschätzung der Göppinger Landkreisverwaltung könnte eine verbesserte Verkehrsverbindung zwischen GP und GD mehr Menschen zu umweltgerechter Mobilität animieren.

Die Ergebnisse der Untersuchung zur Wiederbelebung der Hohenstaufen-Bahn werden, so Moll-Hascher, aller Voraussicht nach gegen Ende des Jahres vorliegen. Ob die Möglichkeiten dann eine Aussicht zur Realisierung haben, hängt auch davon ab, wie viel Geld Bund und Land zu investieren bereit sind.

1984 war hier Schluss: Das Klepperle am Gmünder Bahnhof. Foto: privat

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