Baron wird Bürgermeister

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Franka Zanek ist eine von vielen Gratulanten, die Christian Baron beglückwünschen.
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Der Gemeinderat wählt CDU-Stadtrat Christian Baron aus Straßdorf zum Nachfolger von Dr. Joachim Bläse.

Schwäbisch Gmünd

Christian Baron wird neuer Erster Bürgermeister der Stadt Schwäbisch Gmünd. Der Gemeinderat hat ihn am Mittwochabend im Peter-Parler-Saal des Stadtgartens im ersten Wahlgang als Nachfolger von Dr. Joachim Bläse bestimmt. Der 40-jährige CDU-Stadtrat aus Straßdorf, der selbst nicht mitwählen durfte, erhielt in der geheimen Abstimmung 27 der insgesamt 51 möglichen Stimmen. Auf Mitbewerberin Karin Schüttler (55) entfielen 23 Stimmen. Es gab eine Enthaltung.

Will jetzt eine Brücke sein

Nachdem Oberbürgermeister Richard Arnold das Wahlergebnis bekannt gegeben hat, formiert sich eine lange Schlange an Gratulanten, die Christian Baron beglückwünschen. "Ich bin überwältigt”, sagt der Jurist, der derzeit Dezernent für Gesundheit, Ordnung und Verkehr im Landratsamt Esslingen ist.

Eine spannende Zeit liege hinter ihm. Keiner habe vorher gewusst, wie die Wahl ausgehen würde. Dass er die Abstimmung gleich im ersten Wahlgang gewonnen habe, sei nun für ihn eine "große Motivation”. Er wolle die Zusagen, die er gemacht habe, einlösen und eine Brücke zwischen dem Gemeinderat und der Stadtverwaltung sein – und "auch jene Stadträte überzeugen, die nicht für mich gestimmt haben”.

Die Welt geht nicht unter

Sie habe gewusst, dass es knapp werde, sagt Karin Schüttler zum Wahlergebnis. Sie habe sich wacker geschlagen, doch Christian Baron habe einen Heimvorteil gehabt. Aber sie wolle diese Erfahrung der Bewerbung nicht missen, betont die Amtsleiterin in der Heilbronner Stadtverwaltung. Denn sie habe in den vergangenen Wochen in Gmünd viel Wertschätzung und Zuspruch erfahren.

"Ich bin gerne in Heilbronn", sagt Schüttler, dass sie nun dort bleiben wolle. Denn sie habe dort noch viel vor. "Meine Welt", bilanzierte die 55-jährige frühere Gmünder Sportamtsleiterin, "geht nicht unter".

Zwei fähige Kandidaten

"Wir hatten zwei ausgezeichnete und fähige Kandidaten", sagt Oberbürgermeister Richard Arnold nach der Wahl. Das habe die Vorstellung der Kandidaten gezeigt.

Er freue sich für Christian Baron, erklärt das Stadtoberhaupt. Und mit einem Lachen: "Aber er ist mein Stellvertreter, die Kultur bleibt bei mir." Der Bereich Finanzen entsprechend beim Ersten Beigeordneten – wie bisher bei Dr. Joachim Bläse.

Weil dieser zum Landrat des Ostalbkreises gewählt worden war, hatte die Stadt Schwäbisch Gmünd die Stelle neu ausgeschrieben. Von anfangs vier Bewerbern zogen zwei im Vorfeld ihre Kandidatur zurück.

Die verbliebenen zwei hatten im Vorfeld der Wahl den Stadträten und Besuchern je 20 Minuten lang sich und ihre Grundkonzepte für die Stadt vorgestellt. Danach durften die Stadträte je 15 Minuten lang Fragen an die Bewerber stellen.

Karin Schüttler, die via Los zur ersten Rednerin bestimmt war, bekam nur eine Frage: Thomas Krieg (Grüne) sprach die Themen Bildung und Integration an. Etwa die Hälfte der Kinder in Gmünder Kindergärten und Schulen besäßen Migrationshintergrund. Viele wollten dem entgehen, indem sie ihre Kinder auf Privatschulen bringen. Wie könne die Stadt hier steuernd eingreifen? Sie habe grundsätzlich keine Scheu vor Privatschulen, antwortete Karin Schüttler. Die städtischen Schulen müssten den Vergleich nicht scheuen, bräuchten dafür aber eine gute Ausstattung. Kindergärten und Schulen seien wichtig, um alle Bevölkerungsgruppen möglichst früh zu erreichen.

Das betonte auch Christian Baron, dem Thomas Krieg dieselbe Frage gestellt hatte. Hier sei die Sprachförderung der Schlüssel. Bei der Ausstattung müsse die Stadt schauen, dass die städtischen Schulen mit den Privatschulen Schritt halten können.

Wann die Amtseinsetzung von Christian Baron sein wird, ist noch offen. Dafür gebe es keine vorgeschriebenen Fristen, informiert Gmünds Hauptamtsleiter Helmut Ott auf Nachfrage. Er werde dies nun mit seinem Arbeitgeber abstimmen, kündigt Christian Baron an.

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