Baustart für „Das neue Augustinus“

+
Das letzte Treffen im 50 Jahre alten Saal vor dem Umbau. Kirchengemeinderatsvorsitzender Wolfgang Schmidt (r.), Dekanin Ursula Richter und Architekt Thomas Sonnentag erläuterten, was nun bevorsteht.
  • schließen

Im Moment liegen die voraussichtlichen Kosten bei rund 6,8 Millionen Euro – am Montag beginnt die eineinhalb Jahre dauernde Bauphase am Augustinus-Gemeindehaus.

Schwäbisch Gmünd

Baufreigabeschein“ steht auf dem Dokument mit dem halben roten Punkt, das Architekt Thomas Sonnentag effektvoll aus einem Umschlag zieht. Am Donnerstag sei das Dokument eingegangen, schon am Montag sollen die Bauarbeiten zur Renovierung und Umgestaltung des Augustinus-Gemeindehauses der Evangelischen Kirche beginnen. Von 6,8 Millionen Euro Gesamtkosten spricht Dekanin Ursula Richter aktuell – im vergangenen Jahr war noch von sechs Millionen Euro die Rede gewesen. Weitere Kostensteigerungen angesichts der rapide steigenden Baupreise nicht ausgeschlossen: „Wohin die Reise geht, wird die Zeit zeigen“, sagt Architekt Sonnentag.

Ursula Richter hat aber auch gute Nachrichten: Kirchenpfleger Eberhard Schmid habe einen weiteren Zuschuss aus dem Förderprogramm des Wirtschaftsministeriums über 418 000 Euro „an Land gezogen“, mit dem manches ausgeglichen werden könne. Schmid, der nun im Ruhestand ist, wird der Gemeinde und ihrem Umbauprojekt in Form eines Minijobs weiter als Betreuer erhalten bleiben, so Richter.

Spenden wird es weiterhin brauchen, zum Beispiel rund 50 000 Euro für die Restaurierung und den Umzug eines Wandreliefs des Gmünder Künstlers Jakob Wilhelm Fehrle, das der Architekt des Umbaus in den 70er-Jahren hinter einer Wandverkleidung hatte verschwinden lassen.

Architekt Thomas Sonnentag, der den aktuellen Umbau leitet, erläuterte im Augustinus-Saal, was er vorhat. Einerseits die denkmalgeschützten Elemente sowohl von Gründungsarchitekt Martin Elsaesser und dem 70-er-Jahre-Sanierer Heinz Rall bewahren. Und andererseits Schwächen beseitigen, die der Bau im Moment seiner Ansicht nach hat: dunkle Gänge besonders in den oberen Etagen, einen unübersichtlichen und wenig einladenden Eingangsbereich, ein schönes Jugendstiltreppenhaus, das leider hinter Mauern versteckt ist. „Wir öffnen alle Bereiche und schaffen Licht“, sagt Sonnentag. Der Eingangsbereich und das Foyer sollen „miteinander verschmelzen“; wo bisher die Toiletten sind, sollen Küche und eine Cafeteria entstehen. Im Foyer soll auch das Fehrle-Relief einen prominenten Platz bekommen. Im Saal wird der niedrige Anbau wegkommen zugunsten von mehr Fläche für einen neuen Hofbereich an der Südseite des Gebäudes.

Baubürgermeister Julius Mihm lobte in einem Grußwort die „Behutsamkeit“, mit der der historisch bedeutende Bau nun umgestaltet werde und wie die „Zeitspuren“ erhalten werden. Landrat Joachim Bläse betonte, wie wichtig es sei, dass es Orte gebe, um Gemeinschaft zu organisieren.

Dass es auch in schwierigen Zeiten gelingen kann, optimistisch Neues schaffen, zeigt ein Blick aufs Eröffnungsjahr des Baus: 1916, mitten im ersten Weltkrieg. Ursula Richter: „Man kann es kaum glauben, in welcher Zeit unsere Vorfahren Mut fanden, ein solches Gebäude zu bauen. Das lässt uns heute hoffen, dass wir das auch schaffen.“

Wir öffnen alle Bereiche und schaffen Licht.“

Thomas Sonnentag,, Architekt

Zurück zur Übersicht: Stadt Schwäbisch Gmünd

Mehr zum Thema

Kommentare