Begeisterung für Osten wecken

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Zur Gesprächsrunde über Europäische Verständigung und Versöhnung hat das katholische Osteuropa-Hilfswerk "Renovabis" in den Franziskaner eingeladen.

Die besonderen Beziehungen zu Brünn und die friedliche Antwort auf den "Todesmarsch". Osteuropa-Hilfswerk "Renovabis" lädt zur Gesprächsrunde.

Schwäbisch Gmünd

Bunte Tulpen auf dem Podium symbolisieren den Versuch, die graue Vorzeit zu überwinden. Beim Podiumsgespräch des katholischen Osteuropa-Hilfswerks "Renovabis" im Franziskaner begegnen sich Hoffnung und Zweifel. Hoffnung, weil es auf beiden Seiten, in diesem Fall Tschechien und Deutschland, Annäherungen gibt. "Aber wir machen uns natürlich Sorgen wegen des aufkommenden Nationalismus in osteuropäischen Staaten", sagt Hans-Joachim Eisert, stellvertretender Vorsitzender der Ackermann-Gemeinde. Er denke dabei besonders an Polen.

Dr. Kurt Scholze, Sprecher des Vereins "Brücke nach Osten", schickt der Gesprächsrunde die "Vereinshymne" voraus, Peter Maffays "Über sieben Brücken musst du geh'n", gespielt von der Parler-Big-Band. Und er schickt zwei Wünsche voraus: die Kultur der Erinnerung zu fördern, die Kultur der Begegnung vor allem mit jungen Menschen zu unterstützen. Die Deutsch-Französische Freundschaft ist für ihn Beispiel, wie auch die weitere Aussöhnung mit dem Osten befördert werden könnte. In Jugendjahren habe man für diese Deutsch-Französische Freundschaft demonstriert, sie herbeigesehnt. Hans-Joachim Eisert sieht eine solche Begeisterung für die Freundschaft mit östlichen Staaten weniger. Er sei überzeugte Europäer, sagt er und wünscht sich eine Entwicklung, die östliche Staaten mitnimmt. Es sei schwieriger geworden, die Jugend für so etwas zu begeistern. Ansätze dazu gebe es. So hat die Ackermann-Gemeinde Kontakte zu Gymnasien in Brünn. Junge Leute konnten in Stuttgart Praktika absolvieren. Die Organisation schreibt auch Deutsch-Preise aus: angehende Abiturienten können einen Aufsatz in Deutsch schreiben, die Gewinner dürfen anschließend ein verlängertes Wochenende in Stuttgart verbringen. Eisert weiß auch von "Schülern aus Brünn, die nach diesen Kontakten sogar ein Germanistikstudium angefangen haben". Die Veranstalter geben der Gesprächsrunde auch das Thema "vom Todes- zum Lebensmarsch", in Anspielung auf der Brünner Todesmarsch.

Der Wunsch nach einem neuen und guten Miteinander ist zu spüren.

Rainer Bendel, Moderator

Renovabis-Hauptgeschäftsführer Dr. Christian Hartl sieht in all diesen Bestrebungen um eine Aussöhnung den Lebensmarsch, der in eine bessere Zukunft führen soll. Diese Zukunft könne zur gemeinsam bewältigt werden, sagt Prälat Jiri Mikulásek, der aus Brünn angereist ist. Eine Kollektivschuld gebe es nicht, es sei immer eine individuelle Schule. Sonst würde man sich auch in Gefahr begeben, aus politischen Verwerfungen der Vergangenheit Treibstoff für neuen Nationalismus zu erzeugen. "Der Wunsch nach einem neuen und guten Miteinander ist zu spüren", sagt der Moderator dieser Veranstaltung im Franziskaner, Professor Dr. Rainer Bendel.

Die Pfingstaktion

Renovabis, das katholische Osteuropa-Hilfswerk, eröffnete seine bundesweite Solidaritätsaktion in diesem Jahr in der Diözese Rottenburg-Stuttgart. Unter anderem in Schwäbisch Gmünd. Im Törhäusle gab es dazu eine Ausstellung "Zeugen für Menschlichkeit". Aus Brünn zu Gast war Prälat Jiri Mikulásek. Er wurde zuvor schon von Oberbürgermeister Richard Arnold empfangen.

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