Bei Bosch gibt’s noch offene Stellen

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Ausbildung im Jahr 2022: Digitales Wissen spielt eine große Rolle.
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„Persönliche Gespräche sind durch nichts zu ersetzen“: Gmünder Ausbildungsmesse am 3. Mai im CCS Stadtgarten mit 108 Ausstellern.

Schwäbisch Gmünd

Es ist eine der schwierigsten Aufgaben, vor der Jugendliche stehen: die richtige Ausbildung für sich finden. Die Ausbildungsmesse am 3. Mai im CCS Stadtgarten kann dabei eine Hilfe sein. Zumal es wieder eine Präsenzveranstaltung ist: „Persönliche Gespräche sind einfach durch nichts zu ersetzen“, sagt Manuela Trinkhaus, Ausbildungsleiterin der Kreissparkasse Ostalb. Insgesamt 108 Aussteller werden sich im CCS präsentieren.

Anders als bei der Digital-Version während der Pandemie, kann man beim klassischen Format der Ausbildungsmesse auch Firmen und Berufe entdecken, die man vorher gar nicht auf dem Schirm hatte. „Zufallsbegegnungen sind da nicht zu unterschätzen“, sagt Alexander Groll, der Wirtschaftsförderer der Stadt Gmünd. Und Barmer-Regionalgeschäftsführer Dietmar Weiß sagt klar: „Wir waren von den digitalen Formaten ein Stück weit enttäuscht.“

Umso mehr wird neue Informationstechnik in den Ausbildungsberufen künftig eine Rolle spielen. Digitalisierung ist viel mehr als ein Schlagwort: „Das Thema schießt durch die Decke“, erzählt Dietmar Weiß aus seinem Bereich und nennt Beispiele wie „E-Rezept“ und „E-Care“. Das stelle enorme Anforderungen an die Jugendlichen, sagt Weiß. „Instagram ist nicht die Digitalisierung, die in einer anspruchsvollen Ausbildung gefragt ist.“ Bei Bosch etwa gibt es einen ganz neuen Studiengang an der Dualen Hochschule, erzählt Andreas Nebert von Bosch Automotive Steering: „Embedded Systems Engineering“, in dem vor allem Elektrotechnik und Informatik stecken. Ohne solche Systeme seien autonome Fahrzeuge nicht denkbar.

Was sind weitere Trends auf dem Ausbildungsmarkt? „Im gewerblich-technischen Bereich haben wir einen Rückgang gespürt“, sagt Andreas Nebert. Bei der Ausbildungsmesse geht es eigentlich um die Lehrstellen für 2023 - doch bei den von ihm genannten Berufen, etwa dem Mechatroniker, gibt es noch kurzfristig offene Stellen für dieses Jahr.

Was Nebert bei Bosch auch spürt, sind Lernstoff-Defizite bei Bewerbern, das Fehlen von Präsenzunterricht und Lerngemeinschaften sieht er als Gründe. „Darum müssen wir unseren DHBW-Studenten Vorkurse anbieten, damit sie gut vorbereitet sind.“

Manuela Trinkhaus von der Kreissparkasse berichtet von konstanten Bewerberzahlen. Dass gute Bewerber nicht überreich vorhanden sind, merke sie daran, dass diese nicht gleich erfreut zusagend auf eine positive Antwort reagieren. „Das zeigt, dass sie öfter auch andere Stellen zur Auswahl haben.“ Dietmar Weiß beschreibt die Situation ähnlich: Es sei nicht einfach, für anspruchsvolle Ausbildungsberufe genügend gute Bewerber zu finden.

Die Ausbildungsmesse ist darum nicht nur für die Schülerinnen und Schüler ein wichtiger Termin: „Auch unsere Firmen brauchen die Messe“, sagt Wirtschaftsförderer Groll. Andreas Nebert sagt es so: „Das Virtuelle ist in Teilen eine Bereicherung, aber die Ausbildungsmesse ist unser wichtigster Messetag in diesem Jahr.“ Auch Manuela Trinkhaus freut sich auf die Messe: „Das Persönliche, was für ein Gefühl man auch gegenseitig hat, lässt sich nur in einem Gespräch ausloten.“

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