Bei Woha ist Einigung in Sicht

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Seit etwa zwölf Jahren steht das Kaufhaus Woha am Gmünder Marktplatz leer. Nun gibt es in der Auseinandersetzung über die Eigentumsverhältnisse des Kaufhauses wohl eine Einigung. Damit besteht die Chance auf ein Ende dieser Brache.
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Gmünds Verwaltung setzt auf ein Ende der Auseinandersetzung. Dies würde Chancen zu einer Entwicklung am Marktplatz eröffnen.

Schwäbisch Gmünd

In der Auseinandersetzung um das Kaufhaus Woha am Gmünder Marktplatz bahnt sich eine Einigung an. Dies bestätigt Gmünds Wirtschaftsförderer Alexander Groll am Montag auf Anfrage der Gmünder Tagespost. Groll bekräftigt damit die Aussage, die Oberbürgermeister Richard Arnold am Mittwoch im Gemeinderat gemacht hatte. Die CDU-Stadträte David Sopp und Christof Preiß hatten in der Sitzung auf Schäden am Woha-Gebäude hingewiesen. Sopp hatte von einem Ziegel berichtet, der vom Woha-Gebäude im Bereich Rinderbacher Gasse und Imhofstraße vom Dach gefallen sein soll. Preiß hatte informiert, dass am Woha-Gebäude im Radgässle die Dachrinne kaputt sei und deshalb im Winter die Gefahr des Eisbruchs bestehe. Arnold kündigte an, diese Informationen an die Eigentümer des Woha-Kaufhauses weiterzugeben. Er erläuterte, dass er mit diesen ohnehin im Gespräch sei.

Käme die Einigung zwischen den beiden Familien zustande, hätte die Stadt für weitere Gespräche über die Zukunft der Immobilie nur noch einen Ansprechpartner, sagt Alexander Groll. Bei der Einigung geht es nicht nur um die Immobilie am Marktplatz, sondern auch um das frühere Woha-Modehaus in der Rinderbacher Gasse. An einer fehlenden Einigung war die Zukunft der Woha-Gebäude in den vergangenen Jahren immer wieder gescheitert.

Mit einer Einigung ergäben sich mehrere Möglichkeiten: Der Besitzer könnte selbst in die Immobilien investieren. Eine weitere Variante wäre, dass der Besitzer in einen Teil der Immobilie investiert und einen zweiten Teil verkauft. Oder aber er verkauft die Immobilien komplett.

In dieser Größe gibt's nichts anderes am Marktplatz.

Alexander Groll, Wirtschaftsförderer

Für den zweiten und dritten Fall gäbe es Interessenten, sagt Gmünds Wirtschaftsförderer. Überhaupt hatten bei der Stadt in den vergangenen Jahren immer wieder Interessenten angefragt. Auch jetzt noch, sagt Alexander Groll. Was gewiss auch an der Lage der Immobilie direkt am Marktplatz liegt. "Beste Lage", sagt Groll. Und fügt hinzu: In dieser Größe gebe es nichts anderes am Marktplatz.

Vorstellungen, was an dieser Stelle in der Innenstadt entwickelt werden könnte, hat deshalb auch Gmünds Wirtschaftsförderer. Zum Marktplatz hin sieht er im Erdgeschoss Handel und Gastronomie und in den oberen Etagen Dienstleistungen. Im hinteren Teil der Immobilie zum Radgässle hin kann sich Groll Wohnungen vorstellen, die zum Marktplatz hin nicht umsetzbar wären – der Veranstaltungen und Events wegen, die dort das ganze Jahr über und vor allem im Sommer stattfinden. Weil das Woha-Modehaus in einer Einigung enthalten wäre, gäbe es auch in der Rinderbacher Gasse Entwicklungsmöglichkeiten.

Groll hat bei seinen Überlegungen auch im Hinterkopf, dass im Jahr 2012 Studenten der Universität Dortmund in einer Ideensammlung für das Woha-Areal hauptsächlich Wohnnutzung vorgeschlagen hatten. Die sieben Studierenden des Instituts für Stadtbaukunst der Technischen Universität Dortmund hatten sich mit der Gmünder Innenstadt, speziell mit dem Woha-Quartier und umliegenden Räumen befasst, Ideen für eine Neubebauung zu Papier gebracht. Ihre Devise dabei: Vorhandenes wie zum Beispiel Schrägdächer sehen und in eine Neubebauung aufnehmen.

Aus der Geschichte des Kaufhauses Woha

Das Woha-Kaufhaus ist im Jahr 1932 in Gmünd von den Kaufleuten Carl Drexel und Carl Kissling als "Wohlfeile Handelsgesellschaft" gegründet worden. Das Kaufhaus war zunächst am Marktplatz 32, ab 1936 am Marktplatz 6. Die "Wohlfeile Handelsgesellschaft" bot damals eine neue Handelsform. Sie gehörte zum "Kaufring", Europas größtem Einkaufsverbund selbstständiger Kaufhäuser, und konnte so etwa 4000 verschiedene Artikel für die Kunden greifbar in kleineren und größeren Mengen anbieten. 2007 feierten die Unternehmerfamilien Kissling und Marquardt das 75-jährige Bestehen des Kaufhauses. Bereits ein Jahr später, 2008, meldete Jürgen Marquardt Insolvenz an. Als Gründe nannte Marquardt damals, dass das über mehrere Häuser und Stockwerke verteilte Kaufhaus "baulich unwirtschaftlich" sei. Auch fehlten für eine bessere Erreichbarkeit Parkplätze und Bushaltestellen.

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