Beispiel für gute Kulturarbeit

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Die Theatergruppe aus Benin haben auf der Gmünder Remsparkbühne jede Menge Spaß. Foto: Jan-Philipp Strobel
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Theatergruppe aus Benin führt in Kooperation mit der Gmünder PH im Remspark das Stück „Das merkwürdige Kind“ auf.

Schwäbisch Gmünd

Es ging rund auf der Remspark-Bühne: Premiere des afrikanisches Märchen „Das merkwürdige Kind“, aufgeführt von „Aganman – das Chamäleon“, der Theatergruppe der Ecole Normale Supérieure in Porto Novo, Benin. Der einheimische Autor Dr. Mensah Tokponto Wekenon hat das traditionelle Märchen in deutscher Sprache aufgeschrieben. Und Friederike Heinz von der Pädagogischen Hochschule (PH) Schwäbisch Gmünd hat es gemeinsam mit Sophie-Charlotte Meyn in Dialogform gebracht. Gespielt wurde unter Regie von Jean-Louis Kedagni und dem Team des Kulturvereins „Deutsch bei Uns“, Benin.

Wie im Märchen

„Das Wort ist wie ein Pfeil – heute haben wir Worte für Sie, die sie schön machen!“, eröffnete die Märchenerzählerin, die jung, agil und voller Vitalität Bühne und Publikum verzauberte. Die Story: Ein Ehepaar hat keine Kinder, nach dem Besuch bei einem Medizinmann wird ihr Wunsch erfüllt. Dann der Fehler: Sie nennen ihren Sohn „er wird klüger als der König sein“. Dessen unbeschwerte Kindheit und Jugend endet, als der König den Namen hört.

Grazie und Charme

Wie immer im Märchen muss der Jüngling eine schwere Aufgabe lösen: Aus zwei Steinen soll er zwei für Menschen unentbehrliche Dinge schaffen, die nur der König benennen kann. Natürlich schafft es der junge Mann und der König löst sein Versprechen ein: Er entledigt sich seines Mantels mit Perlmuttschuppen, windet ein großes Tuch geschickt um des Jungen Taille, drapiert den Rest über Schulter und Arm, setzt ihm die Königskappe auf und kommentiert sein Vorgehen: „Weisheit kommt nicht immer mit dem Alter, manchmal kommt nur das Alter!“ Voll Grazie, Charme und Individualität wurde das Schauspiel zu dem, was Oberbürgermeister Richard Arnold dem großen Publikum auf französisch zurief: „Nous vous souhaiton un bon soir!“

Die zehn Pädagogik-Studierenden aus Benin sind zur Summer School „Sprachliche, kulturelle und religiöse Vielfalt im Alltag leben und lehren“ angereist. Unterstützt werden die Stipendiaten von der Baden-Württemberg-Stiftung.

Die Kooperation der Gmünder PH mit Benin begann mit einem privaten Kontakt von Professor Dr. Manfred Wespel, Anfang 2000 Kooperationsvereinbarung mit der Pädagogischen Hochschule der Universität ENS Porto Novo. „Ein positives Beispiel für gute Kulturarbeit aus Deutschland!“, kommentiert Manfred Wespel.

„Das hat sich toll entwickelt“, so Prorektor Dr. Daniel Rellstab, der aktuell die Kooperation für die PH Gmünd betreut. „Sie sind eine echte Bereicherung für den Campus“, stellte die Rektorin der Pädagogischen Hochschule, Dr. Claudia Vorst, schmunzelnd fest. „Warum habt ihr Deutsch gewählt?“, fragte sie. Die Antwort: In der neunten Klasse entscheiden sich Schüler für Spanisch oder Deutsch. Laut den Berichten hatte es der Deutschlehrer „spannender gemacht“.

Fehlerfreies Deutsch

„Allerdings“, so Jean-Louis Kedagni , „machen viele Eltern Schwierigkeiten: Deutsch ist doch viel zu schwer, lern lieber Spanisch!“ Er schüttelt den Kopf: „Aber wenn sich ein Kind etwas vornimmt, dann muss es seinen Weg gehen!“ Das haben diese zehn gemacht. Ihr Deutsch ist fehlerfrei und wortreich. Alle vereint der Wunsch, mit Kindern zu arbeiten. Jean-Louis Kedagni wiegt den Kopf: „Aber ich will noch an der Universität weitermachen.“ Und sie sind begeistert vom hiesigen Frühstück: „Das ist so viel, Brot, Müsli, Marmelade und Laugenbrezel.“ Ihre zehn Tage Summer School sind dicht getaktet mit Veranstaltungen, Besichtigungen, Vorträgen und Diskussionen.

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