Bellend Mathe erklärt – ein Hund als Lehrkraft

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Eine Win-win-Situation für Mensch und Tier: Lösen die Schüler eine Rechenaufgabe richtig, dürfen sie als Belohnung den Hund streicheln oder im ein leckerli geben.

An der Martinus-Schule und an der Stauferschule sind die Hunde Ayla und Nelli fester Bestandteil des Unterrichts. Wie genau das funktioniert.

Schwäbisch Gmünd

Seit diesem Jahr ist es endlich soweit. Die Klasse H2 der Stauferschule ist offiziell eine Schulklasse mit Schwerpunkt Schulhund. Doch wie funktioniert das und was bedeutet es? Das weiß Lucia-Kerstin Plischke ganz genau. Seit 2004 bereits ist sie Fachlehrerin an der Martinus-Schule der Stiftung Haus Lindenhof. Seit 2010 ist ihr Hund Nelli als Schul- und Begleithund in der Schule mit dabei. „2020 dann habe ich mir einen weiteren Hund zugelegt, Ayla. Sie habe ich direkt als Schul-und Begleithund ausgebildet“, erklärt Plischke. Mittlerweile arbeitet sie zwölf Stunden in der Woche an der Martinus-Schule, verteilt auf acht Stunden an der Stauferschule und vier Stunden am Stammhaus, der Martinus-Schule selbst.

Seit Beginn des Schuljahres arbeitet sie nun in dieser ausgedehnteren Funktion. „Unsere Aufgaben und Angebote sind sehr vielfältig und entwickeln sich stetig weiter“, sagt Plischke. An der Stauferschule beispielsweise gibt sie mithilfe ihrer beiden Hunde Matheunterricht. Rechenaufgaben werden in Form des Apportierens oder mithilfe verschiedener Taster, auf die die Hunde tippen, nähergebracht. Dabei suchen häufig die Hunde die Aufgaben aus und die Schüler müssen diese dann lösen. Natürlich läuft nichts ohne Belohnung ab – auf beiden Seiten. Lösen die Schüler die Aufgaben, dürfen sie die Hunde streicheln, sich einen Trick vorführen lassen oder aber Leckerlis verteilen. „Dadurch sind die Schüler immer motiviert, denen Mathematik richtig viel Spaß macht“, freut sich Plischke. Eines ist aber immer klar: Am Ende gewinnen immer beide Parteien.

Hunde sind voll integriert

Die Hunde sind dabei stets im Klassenraum mit dabei, also voll integriert. „In den Auszeiten haben die Kinder dann immer die Möglichkeit, die Hunde zu streicheln. Das tut vor allem den Schülern gut, die emotionale Defizite haben. Dazu übernehmen die Kinder Verantwortung, in dem sie den Hunden Wasser geben oder sie an der Leine führen“, sagt Plischke.

Zusätzlich zu diesem Angebot gibt es noch eine Wald AG, die wiederum gekoppelt ist an den Umgang mit den Hunden. Die Kinder können durch Ayla und Nelli den Wald spielerisch erleben. Sie verstecken sich, die Hunde müssen sie aufspüren oder sie verstecken Dinge, die von den Hunden gesucht werden müssen. Dazu kommt das Klettern über die Baumstämme oder einige Wettkampfspiele, indem man beispielsweise Tauziehen mit den Vierbeinern spielt. „Diese AG wird auch in beiden Schulen gleichermaßen angeboten – und zwar mit großem Erfolg“, so Plischke. Diese AG wird dann noch ergänzt durch die AG Koordination und Fitness, bei der die Hunde unter anderem durch Stangen Slalom laufen. Hier wechseln sich Hund und Tier meist ab oder sie bewältigen die Aufgaben gemeinsam, alles ist möglich.

Ganz viel Einsatz, den Fachlehrerin Kerstin Plischke mit ihren Hunden auf sich nimmt, der ihr aber auch großen Spaß macht. Plischke: „Es ist einfach motivierend, wenn man sieht, wie viel Freude die Hunde diesen Kindern bringen. Ganz zu schweigen vom Lernfaktor.“

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