Berufsschulzentrum muss für etwa 40 Millionen saniert werden

Das Berufsschulszentrum zwischen Hardt und Bettringen muss saniert werden. In den Bauteilen aus den 70er-Jahren sind Schadstoffe entdeckt worden. Die Kosten könnten bis zu 40 Millionen Euro betragen.

Landrat Klaus Pavel wartet im Kreistag mit einer Hiobsbotschaft auf. Beauftragte Firma entdeckt Schadstoffe in der Bausubstanz der 70er-Jahre.

Schwäbisch Gmünd

Es ist eine Nachricht, die niemand gerne hört: Landrat Klaus Pavel teilte dem Ausschuss für Bildung und Finanzen im Kreistag mit, dass im Gmünder Berufsschulzentrum in einigen Bauteilen Schadstoffe enthalten sind. Dies bedeutet, dass das Gebäude generalsaniert werden muss.

Eine Sanierung des Gebäudekomplexes zwischen Hardt und Bettringen war ohnehin schon länger geplant. Deshalb beauftragte der Kreistag das Architekturbüro "KTL-Architekten" aus Rottweil. Dieses nahm Schadstoffproben im Gebäude, weil in anderen Schulen aus den 70er-Jahren Schadstoffe enthalten waren. Dabei stellte sich heraus, dass in einigen Bauteilen jenes Teils des Berufsschulzentrums aus den 70er-Jahren Schadstoffe enthalten sind. Zu jener Zeit waren diese Materialien noch als völlig unbedenklich eingestuft worden. Immerhin: Gesundheitsgefährdend sind sie laut Kreisverwaltung nicht, denn die Wirkung würde sich erst bei einem Eingriff in die Bausubstanz entfalten.

Die Hiobsbotschaft, die Klaus Pavel verkündete, musste im kleinen Sitzungssaal erstmal verdaut werden. Konrad Zieglowski vom Unternehmen Z.E.T. Consult aus Renningen, das die Schadstoffe entdeckt hatte, erläuterte den Kreisräten: "Bei Untersuchungen sind eine ganze Reihe von Stoffen gefunden worden, die in der heutigen Zeit nicht mehr tragbar sind." Er nannte Asbest, Holzschutzmittel oder Mineralwolle. Diese waren in Estrich, Bodenbelägen, Spachtel-, Fugen-, und Dichtungsmaterialien enthalten. Allerdings beruhigte Zieglowski die Anwesenden: "Es wird jetzt niemand tot umfallen." Luftmessungen hätten ergeben, dass die gesetzlichen Grenzwerte an allen Messpunkten eingehalten werden. Klaus Pavel ergänzte: "Wir dürfen den Schülern und Lehrern aber überhaupt keine Restsorge hinterlassen." Auch über einen Neubau des Berufsschulzentrums sei schon nachgedacht worden. Doch die dafür erforderliche Summe beliefe sich auf etwa 80 Millionen Euro. Eine Neusanierung würde maximal die Hälfte kosten.

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Bei Untersuchungen sind Stoffe gefunden worden, die heute nicht mehr tragbar sind.

Konrad Zieglowski Z.E.T. Consult

Wie die Firma aus Renningen vorgehen möchte, erklärte Zieglowski: "Wir werden das Berufsschulzentrum in vier Abschnitte gliedern – vom Keller bis zum Dach." Spezialfirmen würden die Schadstoffe nach und nach herausfiltern. Die Arbeiten pro Abschnitt würden jeweils rund ein Jahr dauern. Geplant ist der Beginn der Rundumsanierung im Juli kommenden Jahres. Wenn alles reibungslos abläuft, wäre die Gesamtsanierung zu den Sommerferien 2023 abgeschlossen. Während der Sanierung der einzelnen Abschnitte können Schüler nicht im jeweiligen Klassenzimmer unterrichtet werden. Deshalb müssen Ausweichquartiere zur Verfügung gestellt werden. "Bei der Suche nach Ausweichquartieren wird die Stadt Schwäbisch Gmünd unterstützend zur Seite springen", erklärte Pavel.

Wie viel die Kernsanierung letztlich genau kosten wird, ist noch unklar. Nur eins ist sicher: Die Summe wird deutlich höher sein als bei der geplanten Sanierung vor drei Jahren. Damals ging es um die Verbesserung des Brandschutzes. Da nach und nach noch weitere Sanierungsmaßnahmen hinzukamen, summierte sich der Betrag auf über 20 Millionen Euro. Deshalb trennte man sich auch vom damaligen Architekturbüro. Die geplanten Kosten für die Rundumsanierung bis 2023 wird auf 30 bis 40 Millionen Euro geschätzt. Bei aller Aufregung hatte Pavel am Ende doch noch eine gute Nachricht: "Wir werden noch in dieser Woche die erste Bewilligung des Landeszuschusses bekommen. Dieser liegt bei 7,5 Millionen Euro. Dazu wurde uns noch weiteres Geld zugesagt. Die Schadstoffbelastung wurde gerade noch rechtzeitig entdeckt, und vielleicht kommen wir am Ende doch noch mit einem blauen Auge davon." Er ergänzte: "Wenn die Sanierung abgeschlossen ist, wird Schwäbisch Gmünd eine der schönsten Berufsschulen in ganz Baden-Württemberg haben und auf jeden Fall die schadstofffreieste." Die Fraktionen des Kreistags waren allesamt der Meinung, dass man die kompletten Schadstoffe beseitigen muss – dies sei "alternativlos".

Tim Abramowski

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