Besonders ins Licht gerückt

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Wandelnde Schatten und ein faszinierendes Farbspiel begeistern rund um das älteste Gmünder Gotteshaus.

Schwäbisch Gmünd

An der Johanniskirche geht es auf Weihnachten zu: Nun schuf die Firma Mixtown die letzte von vier Lichtinstallationen. Jetzt steht die thronende Madonna mit Kind am südwestlichen Pfeiler im Fokus.

Fasziniert schauten sich Inge und Fred Eberle gleich am Freitagabend die neuen Impressionen an und ließen die Bilder auf sich wirken. Bemerkenswert findet das Ehepaar, wie Farben und Helligkeit einer ständigen Veränderung unterworfen sind. Man müsse schon ein wenig verweilen, um die Finessen der Beleuchtung zu erfassen, etwa dass der erwachsen und reif wirkende Sohn der Gottesmutter durch ein strahlend weißes Licht immer wieder hervorgehoben wird. Die Johanniskirche sei eine sehr dankbare Kulisse für eine Lichtinstallation, sagen sie einstimmig.

Mixtown-Chef Dominik Arnold und sein Team haben viel positive Rückmeldungen bekommen, per Mail oder vor Ort. Ein Mann habe gemeint, er kenne die ursprünglich romanische und heute reromanisierte Kirche seit 60 Jahren, doch so schön habe er sie noch nie gesehen.

Dass die Lichtinszenierung dem Betrachter die Augen öffnet, kann auch Adalbert Muschak bestätigen, der die Kirche in den vergangenen Wochen bei Dunkelheit gerne fotografierte. "Ich schaue jetzt anders auf die Portale, auch tagsüber", sagt der Hobby-Fotograf. Am meisten beeindruckte ihn, wie das Kreuz hoch oben auf dem First in einer Vollmondnacht weit in die Nacht hinein erstrahlte. Doch auch der Turm, der in verschiedenen Farben leuchtet, hat es ihm angetan. Die leuchtende Johanniskirche ist wirklich eine pfiffige Idee, lobt er alle Beteiligten und neben der Touristik & Marketing GmbH auch die wissenschaftlichen Impulse von Professor Dr. Hubert Herkommer, der sich als Mediävist bestens in der mittelalterlichen Symbolik auskennt. Das betonen auch Inge und Fred Eberle: Die Beiträge Herkommers, die allwöchentlich in der Zeitung abgedruckt wurden, seien interessant und hilfreich.

Auch für Dominik Arnold war es ein spannendes Projekt, zusammen mit einem Wissenschaftler, der ein "unfassbares Wissen über die Johanniskirche" habe, das Lichtdesign zu entwickeln. Doch vor allem sei es für sein Team nach dem für die Veranstaltungsbranche katastrophalen Jahr wichtig gewesen, ein Projekt umsetzen zu können. Nun seien alle sehr zufrieden, und die Resonanz sei mehr als positiv: "Das Interesse ist wesentlich größer, als ich mir das vorgestellt habe", freut sich Arnold. Allein die vielen Fotos, die im Internet hochgeladen worden seien, sprächen für sich. Vor allem das Farbspiel sei einfach "megaspannend", ist Arnold selbst fasziniert von der Inszenierung mit ihren wandelnden Schatten. Genial sei in Zeiten einer Pandemie, dass die Lichtinstallation dank des vielen Platzes um die Kirche herum absolut coronakonform sei.

Gmünd werde mit der Lichtinstallation aufgewertet, meint Adalbert Muschak, eine tolle Sache, die wirklich Hand und Fuß habe: "Wie die Johanniskirche ins Licht gerückt wird, ist wirklich etwas Besonderes."

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