Besser zwei Masken im Verbandskasten

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Die Malteser in Gmünd betreiben großen Aufwand, um wieder Erste-Hilfe-Kurse anbieten zu können. Fahrschüler warten darauf.

Schwäbisch Gmünd

Mit dem Ausbruch der Corona-Pandemie wurden beim Gmünder Malteser Hilfsdienst alle Erste-Hilfe-Kurse eingestellt. "Eine Erste-Hilfe-Ausbildung ist für das Erlangen eines Führerscheins unumgänglich", erklärt Ausbildungsleiter Peter Peukert. Mitte Mai haben die Fahrschulen wieder ihren Betrieb aufnehmen dürfen, jetzt war es an der Zeit, mit einem umfangreichen Hygienekonzept den Fahrschülern den erforderlichen Ausbildungsnachweis in Erster Hilfe zu ermöglichen. Innerhalb kürzester Zeit waren alle Termine im Juni ausgebucht. "Wenn der Kurs voll ist, wird auf den nächsten Termin verwiesen", erklärt Peukert.

Vier Abende haben Peukert und der Leiter des Sanitätsdienstes, Steffen Polczyk, damit verbracht, den Kursraum in der Gmünder Friedhofsstraße "coronatauglich" umzugestalten. Als bundesweite Organisation seien die Malteser nicht nur an die Anordnungen des Landes gebunden, sondern unterliegen den bundesweiten Verordnungen der Hilfsorganisation. Ein 16-seitiger Maßnahmenkatalog stand Polczyk und Peukert zur Verfügung. "Der Mindestabstand wird bei uns auf zwei Meter festgelegt, dafür sind wir abends mit dem Meterstab auf dem Boden gekrochen".

Holz statt Polster

Die Teilnehmerzahl wurde um die Hälfte auf zehn Personen begrenzt. Die alten, gepolsterten und komfortablen Stühle mussten entfernt werden, da sie sich nicht mit Flächendesinfektionsmittel behandeln lassen. "Wir haben von der Stadt, leicht zu desinfizierende Holzstühle zur Verfügung gestellt bekommen".

Bevor die Schulung beginnt, werden alle Flächen, Stühle, WCs, Wasserhähne und Waschbecken desinfiziert, alle 30 Minuten ist eine Stoßlüftung erforderlich, als Verpflegung werden nur ungeöffnete Getränkeflaschen gereicht. Die Kursbesucher werden von den Mitarbeitern der Malteser vor dem Gebäude in Empfang genommen, auf ihren Gesundheitszustand befragt und erhalten DIN-genormte Mund-Nase-Masken, "die nur von den Schülern berührt werden dürfen", klärt Peukert auf. Checklisten sorgen für die lückenlose Nachverfolgung im Falle einer Infektion, "sogar die Sitzplätze der Teilnehmer werden festgehalten", meint Peukert. Im Gebäude herrscht Maskenpflicht und die Pflicht der Händedesinfektion. Plakate an den Türen und Wänden erinnern ständig an die Hygiene- und Abstandsregeln. Über den Waschbecken prangen Schilder mit dem Hinweis zum korrekten Händewaschen. Begegnungsverkehr im engen Treppenhaus wird durch "Zuruf" vermieden.

So setzt man Masken auf

Auch das Aufsetzen der Maske will gelernt sein, "am besten die Maske nur an den Bändeln berühren, nicht auf der Fläche", erläutert Polczyk. Um neue Erste-Hilfe-Kurse anbieten zu können, mussten die Malteser ihren Vorrat an Einmal-Artikeln ordentlich aufstocken: Neben der persönlichen Maske benötigen die Schüler Einmalhandschuhe und Einmal-Nierenschalen zum Ablegen der Maske, zudem liegen Hygienetücher bereit. "Das schlägt sich leider in einer geringfügigen Erhöhung der Kursgebühren nieder", bedauert Peukert, der Verkehrsteilnehmern empfiehlt, den Kfz-Verbandskasten mit zwei Masken für den Notfall zu bestücken, "hier hat der Gesetzgeber noch nicht reagiert". Für die Ausbilderin Elisabeth Stadelmann hat sich der Schulungsablauf geändert, die Schüler können nicht mehr an ihrem Gegenüber das Anlegen eines Verbandes üben, sondern legen sich selber die Verbände an, gar nicht so einfach mit Gummihandschuhen. Zu Demonstrationszwecken stehen jetzt keine Personen mehr zur Verfügung, eine gefüllte Wasserflasche ist Ersatz. Die Herz-Druck-Massage wird nach wie vor an Dummys geübt, die Puppen müssen nach jedem Gebrauch desinfiziert werden. Nach drei Jahren empfiehlt Elisabeth Stadelmann einen Auffrischungskurs.

Info Unter www.malteser-kurse.de können Erste-Hilfe-Kurse gebucht werden. Infos zu den Erste-Hilfe-Kursen Erste Hilfe des DRK-Kreisverbands Schwäbisch Gmünd finden sich unter www.drk-gd.de.

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