Besucher schwelgen in Erinnerungen

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Viele Freunde historischer Automobile treffen sich am Samstag und Sonntag im TÜV-Gelände Schwäbisch Gmünd. Zu bewundern gab es unter anderem einen Ford Mustang Cabrio.

Der Verein Freunde historischer Fahrkultur Staufen Ostalb lädt zum Oldtimerfest auf das TÜV-Gelände. Viele Besucher schon am Samstagvormittag und am sonnigen Sonntag.

Schwäbisch Gmünd

Armin Teuchert ist an diesem Wochenende mit dem Motorrad unterwegs, zeigt seine 53er-NSU beim Oldtimerfest der Freunde historischer Fahrkultur Staufen Ostalb im Gelände des TÜV Schwäbisch Gmünd. Und er hat den richtigen Riecher, wann es Zeit ist, heimzufahren. Wenig später überrascht ein Gewitter samt Starkregen die Besucher, die in der Halle des TÜV aber genug Platz finden, um im Trockenen auszuharren, sich über die Schätze vergangener Jahrzehnte zu unterhalten, die an diesem Tag schon zu sehen war. Darunter mehrere Mercedes 170V aus den frühen 1950er-Jahren, mit ihren ausladenden Kotflügeln und dem steil im Wind stehenden Kühlergrill samt Stern schon von Weitem als Oldtimer erkennbar.

Zeitzeugen können natürlich auch eine Borgward Isabella aus dem Jahr 1959 als automobiles Kulturgut ausmachen. Der Vorsitzende des Vereins selbst, Thomas Kleesattel, pflegt ein solches Exemplar. Und wird an diesem Tag immer wieder darauf angesprochen. "Die Besucher fragen nach dem Baujahr, erzählen oft selbst Geschichten, weil der Opa ein solches Auto hatte, vielleicht der Nachbar", sagt Kleesattel. Auf seine Isabella ist er besonders stolz, vergangenes Jahr hat der Autosattler kräftig gearbeitet, die Sitze sehen aus wie bei der Werksauslieferung. Kleesattel parkt gleich daneben einen 1964er Mercedes 190 aus der Serie W110. Ein Diesel, 54 PS "stark", mit Automatik. Für ihn das ideale Auto, "um mit dem ebenfalls historischen Wohnwagen in den Süden zu fahren". Etwas Geduld muss er schon aufbringen, aber "am Fernpass waren immerhin 45 km/h drin".

Harald Fiedler hat es auf Klein(st)wagen abgesehen. Jetzt ist ihm ein Lloyd Alexander ins Netz gegangen. Der Vorbesitzer hat den Wagen aus der letzten Serie, 1958 erstmals zugelassen, bis ins Detail gepflegt. Nach 60 Jahren kein Rost, kein Kratzer, dafür nagelneue Sitze und Charme genug, dass manche Besucher gerne darin Platz nehmen möchten. Mehr als 100 Oldtimer kommen schon am Samstag, der Sonntag bringt noch mehr Gäste und Oldtimer-Fahrzeuge mit zwei und vier Rädern zum TÜV-Gelände. Dann scheint auch endlich die Sonne, die sich am Vortag so rar macht. Dann kommt auch Carmen Seitzer auf ihre Kosten, deren BMW 600 am Samstag genauso unter dem Regen leidet wie der Kuchenabsatz, für den sie verantwortlich ist. Am Ende fließt doch noch etwas Geld in die Vereinskasse. "Für unsere laufenden Kosten", sagt Vorsitzender Thomas Kleesattel. Für die Miete einer Fahrzeughalle samt Vereinsraum.

Viel bestaunt: Ein Pontiac Chieftain von 1952.
Das Wort Armaturenbrett hat hier noch Berechtigung.
Auch für Oldtimerfreunde etwas besonders: der Austin.
Harald Fiedler mit seinem Messerschmitt Kabinenroller

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