Betrag von 3,8 Millionen Euro stimmt „vorne und hinten nicht“

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Um dieses Gelände im Vordergrund des Bildes geht es: der Sportplatz des TSB östlich des Uniparks. Architekt Preiß hat diesen seit 2011 im TSB-Auftrag geplant und verkauft.
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Der 2011 vom Verein beauftragte Architekt Christof Preiß wehrt sich. Der TSB-Vorstand jedoch bekräftigt die genannte Zahl.

Schwäbisch Gmünd. Christof Preiß wehrt sich: „Der Betrag stimmt nicht.“ So äußerte sich der vom TSB Schwäbisch Gmünd beauftragte Architekt zu den vom TSB genannten offenen Honorarforderungen des Architekten an den Verein. Am Dienstag bei der TSB-Hauptversammlung im Stadtgarten war die Rede von knapp 3,8 Millionen Euro. Dies hatten viele der 110 anwesenden Mitglieder des Vereins nicht verstanden und dazu mehrere Fragen gestellt.

Preiß blickte im Gespräch mit der Gmünder Tagespost auf den Auftrag Verkauf und Planung des Geländes in der Buchstraße zurück. Begonnen habe dieser im Jahr 2011. Dies sei der Kontamination des Geländes wegen und des Nachbarn wegen kein einfaches Bauvorhaben gewesen, sagte der Architekt. Er habe mit mindestens 15 Investoren verhandelt, viele Vorplanungen gemacht und nur eine davon abgerechnet. Am Ende habe er erreicht, dass es für das Gelände in der Buchstraße einen genehmigten, vorhabenbezogenen Bebauungsplan gegeben habe. Dies sei Voraussetzung dafür gewesen, dass sich überhaupt Investoren mit der Buchstraße beschäftigt hätten.

Was die mit mir machen, ist Rufmord.“

Christof Preiß, Architekt

Im Februar 2020 habe er dem TSB die Architektenkosten mitgeteilt. Im August 2020 sei bei einer Vorstandssitzung vereinbart worden, dass der Investor die Architektenkosten zu übernehmen habe. Ebenfalls im August 2020 habe es eine Vergabesitzung gegeben, bei der festgelegt worden sei, dass das Gelände für 8,2 Millionen Euro verkauft werde. Davon solle der Verein 4,6 Millionen Euro erhalten, die Nebenkosten betrügen 3,6 Millionen Euro. In diesem Betrag seien „nicht nur die Architektenkosten, sondern auch weitere bisher angefallene Kosten enthalten“. Die genaue Summe konnte Preiß nicht nennen. Er verwies darauf, dass solche Honorare nach der Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI) berechnet werden. Grundlage sind dabei die Fläche, die beplant und bebaut wird, und das Volumen des Baukörpers. Da komme, sagte Preiß, „schon ein Betrag zusammen“. Dabei habe er dem TSB „zwei Drittel der Entwicklungskosten erlassen“.

Er bemühe sich nun um einen letzten Termin mit dem TSB-Vorstand, „um doch noch eine eventuelle Einigung zu erreichen“. Bislang habe er kaum Geld vom TSB bekommen: einen „Teilbetrag für das Erreichen der Baugenehmigung“ für den Neubau Sportpark „Im Laichle“ und etwa zehn Prozent aus dem Verkauf und der Planung der Buchstraße. Dies sei Geld, das ihm zustehe. Dieses Projekt habe ein hohes Risiko beinhaltet. Und hätte es nicht geklappt, hätte er „kein Honorar bekommen“.

Inzwischen werde er morgens um halbsieben angerufen und gefragt, was er für ein Mensch sei. Ihm werde vorgeworfen, er habe zu viel abgerechnet. Er warte nun den Termin mit dem TSB ab. Preiß verwies zudem darauf, dass es sich nicht um ein Bauvorhaben handle, sondern um vier: Buchstraße, TSB Sportpark, Umbau und Anbau bestehender Gebäude und Sportplätze. Gegebenenfalls sei er bereit, alle Rechnungen offenzulegen. Denn „die Zahlen stimmen vorne und hinten nicht“, sagte Preiß. „Was die mit mir machen, ist Rufmord“, ergänzte der 69-jährige Architekt.

  • Der TSB-Vorstand zu Christof Preiß' Stellungnahme
  • TSB-Vorstandsmitglied Dirk Jentzsch habe alle offenen Rechnungen des Architekturbüros Preiß zusammengezählt und knappe 3,8 Millionen Euro bei der Mitgliederversammlung genannt, sagte am Donnerstagabend TSB-Vorstandsmitglied Christian Kemmer zu Christof Preiß' Stellungnahme, der vom TSB genannte Betrag stimme nicht. Die Rechnungen seien alle „definitiv“ vom Büro Preiß. Der TSB sei zahlungswillig und zahlungsfähig. Allerdings habe der Anwalt des TSB empfohlen, nur einen Teilbetrag zu bezahlen. Der Anwalt habe beim Büro erforderliche Unterlagen angefordert. Solange die erforderlichen Unterlagen nicht vollständig seien, könne keine Prüfung stattfinden. Ein Gespräch mit Preiß am Montag sei ein privates. Verstehe Preiß dieses als Gespräch mit dem TSB-Vorstand, werde er den Termin absagen. Denn die Dinge seien bei den Anwälten, deshalb könne und wolle er dazu nichts sagen. Den Vorwurf des Rufmords wies Kemmer für den Vorstand zurück. Der Vorstand habe bei der Mitgliederversammlung am Dienstag immer nur von einem Architekten gesprochen und dabei keinen Namen genannt, sagte Kemmer.

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