BI: Stadt verschärft Hochwassergefahr

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Anwohner argumentieren für den Schutz des Waldes.

Schwäbisch Gmünd. Das Blitzhochwasser vom Mittwoch wird nicht das letzte seiner Art sein. Das ist die Befürchtung der Bürgerinitiative (BI) Taubental. Gmünds Baubürgermeister Julius Mihm sprach von einer „Wasserlawine“, welche die Taubentalunterführung hat volllaufen lassen. „Und jetzt tut die Stadt alles dazu, diese Situation noch zu verschlimmern“, sagt die Sprecherin der Bürgerinitiative Taubental, Ursula Böttinger, „ein Teil des Taubentalwaldes soll demnächst abgeholzt und mit einem Neubau versiegelt werden“. Diese Maßnahme verschlimmert nach Ansicht der BI die Hochwassergefahr für die Menschen im Taubental.

Derzeit liegt in der Stadt ein vorhabenbezogener Bebauungsplan aus. Danach will die Schönblick gGmbH ein Pflegeheim in ein an das Taubental angrenzendes Waldstück bauen. Dazu müssen viele alte Bäume und ein 15 Jahre alter Jungwald abgeholzt werden, fasst die BI zusammen.

Ökologisch wertvoll

In der Resi-Extrem-Studie und im Gmünder Klimagutachten werde das Taubental Waldgebiet als ökologisch wertvoll eingestuft - bis auf das Gebiet, das jetzt als Baugebiet umgewandelt werden soll. „Erstaunlich, dass dieser Waldteil nicht so wertvoll sein soll wie der übrige Wald. Ein Schelm, wer Absicht dahinter vermutet“, sagt Ursula Böttinger.

„Außerdem wird ein Großteil der Fläche versiegelt und niemand sagt, wohin dann das Niederschlagswasser und Drainagewasser abgeleitet wird. Wahrscheinlich ins Taubental“, vermutet Ursula Böttinger und weist darauf hin, dass bereits mit dem Bau des Schönblick-Forums bestehender Wald umgewandelt und versiegelt worden sei. „Wohin wird eigentlich dessen Niederschlagswasser und Drainagewasser abgeleitet? Darüber bekommt man keine klare Auskunft“, sagt die BI-Sprecherin.

Die BI prophezeit angesichts der Versiegelung durch das Pflegeheim erhöhten Wasserdruck auf das Taubental. Einen Ausbau von Regenrückhaltebecken habe Baubürgermeister Mihm aus Kostengründen abgelehnt.

Lebensverhältnisse schützen

„Die Stadt hat die Aufgabe, die Lebensverhältnisse ihrer Bürger zu schützen und nicht eine Baugenehmigung durchzudrücken“, meint die Sprecherin der BI. Dabei betont sie vehement, dass sich die BI nicht gegen den Bau eines Pflegeheimes engagiere. „Das kann der Schönblick auf seinen anderen freien und zum Teil schon versiegelten Flächen bauen.“ Die Bürgerinitiative kämpfe für den Schutz und die ökologische Bedeutung des Waldes für die Gmünder Bürger.

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