Biker-Union: Kommunikation statt Konfrontation

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Bernhard Feifel will nicht demonstrieren, sondern lieber Fakten austauschen.

Mit dem neuen Regionalbüro in Schwäbisch Gmünd setzt die Biker Union ein Zeichen für ein besseres Miteinander von Kommunen und Fahrern.

Schwäbisch Gmünd.

Mit 3600 Mitgliedern, verteilt auf zehn Regionalbüros und 54 Stammtischen gilt die Biker Union als größte Interessensvertretung aller Motorradfahrer in Deutschland. Bernhard Feifel, seit 2016 Verantwortlicher für den BU-Stammtisch, konnte im Juni ein weiteres Regionalbüro in Gmünd eröffnen. Damit reagierte und würdigte der Vorstand der Biker Union den aktiven Einsatz Feifels für mehr Verkehrssicherheit für Biker im Straßenverkehr durch Bitumen- und Straßenzustandsrallyes (die GT berichtete darüber am 29. Juni).

Zudem beschäftigt sich Feifel seit September 2019 aktiv mit dem Thema Motorradlärm. Die Hauptaufgabe des Regionalbüro Schwäbisch Gmünd besteht darin die vom BU-Stammtisch Schwäbisch Gmünd begonnen Gespräche mit den Verantwortlichen in den Rathäusern und Landratsämtern in Bezug auf das Thema Motorradlärm weiter zuführen. Der Initiative "gegen Motorradlärm", haben sich viele Kommunen im Umland angeschlossen, das angedachte Fahrverbot für Motorräder sorgten Anfang Juli für Protestaktionen, deren Größenordnung selbst den ausrufenden Veranstalter "Biker für Freedom" erstaunt zurück ließen.

Die Biker Union habe an diesen Protestaktionen weder aktiv mitgewirkt, noch explizit zur Teilnahme aufgerufen, da in vielen Fällen die verantwortlichen Veranstalter nicht bekannt waren, erläutern Bernhard Feifel und Rolf Frieling, Vorsitzender der BU. Seit Juli liefen weiterhin Motorrad-Demonstrationen in diversen Städten gegen den Bundesratsbeschluss, auch hier beteilige sich die BU nicht aktiv. "Wir als BU setzen auf Gespräche mit den Verantwortlichen auf Bundes- Landes- und Kreisebene", erklärt die BU und äußert durchaus Verständnis für die Klagen von Anwohnern, die an besonders gern von Motorrädern befahrenen Straßen leben. Etliche Gemeinden leiden unter der Geräuschentwicklung illegal modifizierter Motorräder und auch hochmotorisierter PKWs, die technischen und rechtlichen Forderungen, seien selbst wenn sie umsetzbar wären, nicht hilfreich, erklären Feifel und Frieling. Statt auf Konfrontation zu gehen setzt die BU lieber auf Kommunikation und hat vor Kurzem mit den Kommunen, zu denen unter anderem Schwäbisch Gmünd, Waldstetten und Abtsgmünd gehören, die sich der Initiative "gegen Motorradlärm" angeschlossen haben, den Gesprächsfaden wieder aufgenommen.

Das Vorgeschlagene würde nicht helfen.

Bernhard Feifel, BU-Vorsitzender

Ein wichtiger Punkt sei dabei gewesen, die Kommunen über die Fakten aufzuklären, und ihnen die Möglichkeiten zur Problemlösung zu erläutern. Denn der vorgeschlagenen Maßnahmenkatalog enthalte "technische – und rechtlich nicht umsetzbare Vorschläge, die selbst wenn sie umsetzbar wären, die Situation über die nächsten Jahre nicht verbessern würden", erklärt Feifel. Die Vertreter der Gemeinden hätten signalisiert, dass Motorradfahrer in ihren Regionen willkommen seien und dass es nicht das Ziel sei, Fahrverbote oder Streckensperrungen auszusprechen, da diese die überwiegende Mehrheit der Biker beträfen, die sich an die Regeln halten. Mit Streckensperrungen würde die Problematik nur verlagert,

Im Kern sei man sich einig, dass es um gegenseitige Rücksichtnahme und ein gutes Miteinander gehe, zieht Feifel die Bilanz des Gesprächs. Der Saisonbeginn 2021 soll mit einer großen Veranstaltung in Abtsgmünd genutzt werden, um für die Themen "Geräuschbelästigung" und "angemessene Geschwindigkeit" zu sensibilisieren. Feifel verspricht sich davon durchaus einen Erfolg.

Auch die Anregungen und Meldungen über die Gefahrenstellen, die bei den regelmäßigen "Bitumen-Rallyes" aufgedeckt und den verantwortlichen Stellen gemeldet werden, hätten bereits in der Vergangenheit, "viele schnelle und gute Erfolge", durch die Beseitigung der Gefahrenstellen mit sich gebracht.

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