Bowlingcenter unter Wasser

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Um der Wassermassen im Bowlingcenter Leuchtturm Herr zu werden, müssen Inhaber Albert Oberloher und seine Mitarbeiter tagtäglich unzählige Eimer voller Wasser leeren.
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Wegen eines erneuten Wassereinbruchs im Bowlingcenter Leuchtturm in Schwäbisch Gmünd rückt eine Wiedereröffnung in weite Ferne.

Schwäbisch Gmünd

Eigentlich hätte das Bowlingcenter Leuchtturm in der Lorcher Straße Ende Juli wieder Gäste empfangen wollen. Eigentlich. Denn die neun Monate andauernde Zwangsschließung aufgrund der Corona-Pandemie geht unfreiwillig in die Verlängerung. Denn wegen des Starkregens in den vergangenen Wochen hat Inhaber Albert Oberloher nun ein ganz anderes Problem: In den Räumen des Leuchtturms steht das Wasser – an Bowling oder Bewirtung ist daher derzeit absolut nicht zu denken.

Bereits in der letzten Juni-Woche hatte der Starkregen den ersten Wasserschaden im Bowlingcenter verursacht: „Das Grundwasser drückte zur Eingangstür herein“ erinnert sich Inhaber Albert Oberloher. Zum „guten Glück“ seien zusätzlich dazu auch noch die WC-Anlagen übergelaufen.

Und es kam noch schlimmer: Wegen des Regenereignisses am vergangenen Freitag drückte noch mehr Wasser zur Eingangstür herein und flutete den Eingangsbereich samt Theke und Anmeldung. Albert Oberloher konnte das hereindrängende Wasser und den steigenden Wasserspiegel beobachten. Etwas dagegen unternehmen konnte er nicht: „Da sind dir die Hände gebunden.“ Hilfe bekam er derweil von seinen Mitarbeitern. Ein Anruf habe genügt, damit innerhalb kürzester Zeit zehn Frauen und Männer zum Wasserschöpfen vor Ort waren. Ein Einsatz, für den Albert Oberloher sehr dankbar ist.

Nun herrscht das Chaos

Das dicke Ende kam aber noch. Eine elektronische Rückstauklappe im hinteren Bereich musste nach dem Wassereinbruch vor drei Wochen einer professionellen Wartung unterzogen werden. Denn eigentlich hätte sie das von unten in den Leitungen eindringende Wasser stoppen müssen. Tat sie aber nicht. Warum die Klappe von innen geschlossen und somit Wasser ins Gebäude ließ, ist noch nicht abschließend geklärt.

Das Ergebnis: Statt bunter Lichtershows und rollender Bowlingkugeln herrscht nun im Leuchtturm das Chaos. Alles bewegliche Mobiliar haben Oberloher und seine Mitarbeiter in höhere Regionen gestellt. Der Billardtisch ist mit bequemen Kissen übersät und überall sind körbeweise feuchte Bodenwischtücher oder Gummistiefel zu sehen. Lüfter versuchen derweil die Feuchtigkeit aus der Luft zu holen, und täglich müssen große mit Wasser gefüllte Eimer geleert werden. An anderer Stelle zeugt noch ein Feuerwehrschlauch von den Versuchen mit der Tauchpumpe eines Bekannten die Flut abzusaugen.

Ein Gutachter der Versicherung sei schon vor Ort gewesen, sagt Albert Oberloher, allerdings ist er sich beim Anblick des Schadens sicher: „Hier ist eine Großregulierung erforderlich.“

Jetzt wartet Albert Oberloher darauf, dass die Wände des Leuchtturms auf ihre Feuchtigkeit analysiert werden. „Um Schimmelbildung in der Isolierung zu vermeiden, werden die Wände wohl geöffnet werden müssen“, vermutet der Inhaber. Im schlimmsten Fall müsse dann die komplette durchfeuchtete Isolierung ausgetauscht werden.

Kein Asbest

Fast schon glücklich zeigt sich der Bowlincenter-Besitzer darüber, dass Probebohrungen im Boden keine Anzeichen von Asbest ergeben haben „nur Estrich“, hätte hier Asbest entsorgt werden müssen wäre das „der Supergau“ gewesen. Jetzt hofft Albert Oberloher darauf, im September wieder eröffnen zu können. Vorher, da ist er sich sicher, „werden die Schäden nicht beseitigt sein“.

Um Schimmelbildung in der Isolierung zu vermeiden, werden die Wände wohl geöffnet werden müssen.“

Albert Oberloher, Inhaber des Leuchtturms
Mit vereinten Kräften versuchen Mitarbeiter, das Wasser aus den Räumen des Bowlingcenters zu befördern.

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