Brazil-Kino öffnet bei freiem Eintritt

  • Weitere
    schließen
+
Walter Deininger und Jana Thim öffnen wieder die Pforten zum „Brazil“. Vom 17. bis 19. Juni zeigt das Gmünder Programm-Kino zwei Filme je zweimal - bei freiem Eintritt.
  • schließen

Wie in den beiden Gmünder Kinos der Neustart aussehen soll: Das Brazil will schon am 17. Juni wieder öffnen, der Traumpalast hat sich Anfang Juli als Termin zum Ziel gesetzt.

Schwäbisch Gmünd

Freier Eintritt ins Kino als „Willkommensgruß“ ans Publikum: Zum Neustart nach acht Monaten Corona-Pause will Kino-Betreiber Walter Deiniger sein Brazil gratis für die Zuschauer aufmachen. „Wir sind wieder da, kommt wieder vorbei“, das will er den Leuten in den ersten Tagen signalisieren. Zudem ist 2021 das 40-Jahre-Jubiläum seines Kinos. Vom 17. bis 19. Juni zeigt das Brazil zwei Filme je zweimal gratis, ab dem 24. Juni gibt es wieder regulären Film- und Gastrobetrieb.

Das kleine Programm-Kino macht den Auftakt, der große Traumpalast mit seinen zehn Kinosälen nimmt sich etwas mehr Anlaufzeit. „Die Wiedereröffnung im Juli“ ist der Plan, so steht es auf der Homepage des Gmünder Kinoflaggschiffs. „Ich gehe von Anfang Juli aus, das exakte Datum wissen wir noch nicht“, sagt Kinochef Heinz Lochmann. Er müsse mindestens eine Woche vorher anfangen, „um alles zu bestücken“. Ob sein Personal noch vollzählig zur Stelle sein wird, weiß Lochmann, der insgesamt acht Kinos betreibt, noch nicht genau: „Meine acht Theaterleiter sind alle noch dabei, aber bei so viel Personal, wie wir es insgesamt haben – da hat sich bestimmt der eine oder andere etwas Neues gesucht. Und das kann ich dann auch niemandem verdenken.“

An Filmen zum Neustart wird's im Traumpalast aber nicht mangeln. „Die Pipeline ist ja gefüllt“, sagt Lochmann. „Wir können mit einem breit gefächerten Angebot starten: Actionfilme, Liebesfilme, Problemfilme, Kinderfilme.“ Zum Neustart dürften, so erzählt Lochmann, der Actionfilm „Fast & Furious 9“, der neue Otto-Film „Catweazle“, der Oscar-Gewinner „Nomadland“ im Programm sein.

Kehrt das Publikum zurück?

Ob im kleinen Arthouse-Kino Brazil, das die nicht-alltäglichen Filme zeigt, oder dem großen Traumpalast, der mit moderner Technik und Blockbuster-Kino sein Publikum lockt - die Frage stellt sich gleichermaßen: Kommt das Publikum wieder, genauso wie vor der Corona-Zeit? Walter Deininger und Heinz Lochmann sind verhalten zuversichtlich. „Der Mensch ist ein soziales Wesen, das ist einfach so“, sagt Lochmann. Auf dieser Überzeugung gründe sein Optimismus. „Das ist anders als auf dem Sofa sitzen: Wenn man sich schick anzieht, in der Stadt Leute trifft, ins Kino geht, miteinander redet, danach noch etwas trinken geht.“ Lochmann scheint jetzt über mehr als Kino, er scheint über unsere Gesellschaft zu reden: „Das muss so sein – sonst sehe ich schwarz.“

„Etwas einfallen lassen“

Für Deiniger geht es, so sieht er das, darum, auch jüngeres Publikum für seine Art von Kino zu gewinnen. Sein Stamm-Publikum sei so alt wie er - Deininger ist Mitte 60. „Das wird kein Selbstläufer, die Kinos müssen sich etwas einfallen lassen für ihre Kunden.“ Wobei die Pandemie mit ihrem Boom für Streamingdienste nichts Grundsätzliches geändert habe. „Das ist natürlich eine Aufgabe, aber das war es die letzten Jahre auch schon, den Computer gibt es ja schon länger.“ Deininger sieht es so: „Es geht weiter - wenn wir es schaffen, Kino-Themen wieder an die Leute zu bringen.“

„Ich blick's nicht“

Eines haben die beiden Kino-Betreiber gemeinsam – sie müssen sich noch durchs aktuelle Regeldickicht schlagen. „Ich blick's nicht, ehrlich gesagt. Und das geht mehreren Kollegen so“, sagt Deininger. Auch Lochmann hat noch die Corona-Regel-Recherche vor sich. „Das müssen wir noch im Detail rausfinden.“

Info: Das Brazil zeigt zum Start zwei Filme: „Die Dirigentin“ am 17. und 18. Juni sowie als Deutschlandpremiere die Komödie „Julia muss Sterben“ (18. und 19. Juni). Voraussetzung: Genesen, Getestet oder Geimpft. Nur mit Voranmeldung/Reservierung unter www.brazilkino.de oder Tel. 07171-9782957.

Der Mensch ist ein

Heinz Lochmann,, Kinobetreiber

Zurück zur Übersicht: Stadt Schwäbisch Gmünd

Mehr zum Thema

WEITERE ARTIKEL