Bruno Röttele war "ein Glücksfall für die Gemeinschaft"

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Viele Menschen waren ins Heilig-Kreuz-Münster gekommen, um in einer Trauerfeier Abschied zu nehmen von Bruno Röttele. Redner würdigten sein vielfältiges Engagement.
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Beim Requiem im Münster zeichnen Redner ein Bild des verstorbenen Bruno Röttele und seiner Bedeutung für die Stadt.

Schwäbisch Gmünd. Viele erinnerten sich, ihn noch vor wenigen Wochen in der Stadt gesehen zu haben - eiligen Schrittes unterwegs oder im angeregten Gespräch vor seinem Ladengeschäft. Umso schwerer fiel der Abschied von Bruno Röttele, den eine große Trauergemeinde am Freitag bei einem Requiem im Heilig-Kreuz-Münster nehmen musste. Pfarrer Daniel Psenner, der die Trauerfeier, hielt, fasste es so zusammen: Bruno Röttele „hat in seinem Leben unglaublich viele Spuren hinterlassen“. Und: „Er war noch nicht damit fertig“, habe noch so viele Pläne gehabt. In den Nachrufen wurden sowohl Rötteles Leistungen als auch seine Vorhaben angesprochen. Das im Altarraum aufgestellte Foto zeigte den Verstorbenen in typischer Art: fröhlich, offen, den Menschen zugewandt.

In der Stadt präsent

Pfarrer Psenner sprach die vielen Funktionen an, in denen Röttele gewirkt und Spuren hinterlassen hat: als Einzelhändler, der das Geschäft der Eltern übernommen und erfolgreich ausgebaut hat, als langjähriger Stadtrat, als zeitweiliger Vorsitzender der Gmünder Kolpingsfamilie, der die notwendigen Veränderungen der Familie gestaltet habe, im Bund ND, im Textil-Einzelhandelsverband, im Handels- und Gewerbeverein - Bruno Röttele sei in der Stadtgesellschaft ungeheuer präsent gewesen. Psenner führte auch die Hobbies an, die Röttele den Ausgleich zu der vielfältigen Belastung brachten: die Jagd, das Skatspiel und seine Leidenschaft fürs Unimog-Fahren.

Und Psenner sprach die Familie an, die Bruno Röttele so viel bedeutete und so viel Kraft gegeben habe. Seine Witwe Ursula Röttele hatte ihre 53-jährige Ehe so bezeichnet: „Wir haben ein reiches Leben geführt“ - wobei, so Psenner, „reich“ nicht im materiellen Sinne gemeint sei.

„Ein Mann, der im besten Sinne Format und Charakter hatte.“

Bürgermeister Christian Baron, über Bruno Röttele

Die Stadt habe eine Persönlichkeit verloren, die stark dazu beigetragen habe, dass sich Gmünd heute als florierende und lebenswerte Kommune präsentiere. So charakterisierte der Erste Bürgermeister Christian Baron den Verstorbenen. Und: „Er war ein Mann, der im besten Sinne Format und Charakter hatte.“ Jahrzehntelang habe sich Bruno Röttele ehrenamtlich eingebracht, 28 Jahre davon auch im Gemeinderat. In dieser Zeit, auch als Röttele der CDU-Fraktion vorstand, habe sich die Stadt „hervorragend entwickelt“. Stets habe Röttele auch über die Stadtgrenzen geschaut, Ideen von außen in Gmünd eingebracht. Als Gmünder sei Röttele natürlich Mitglied in seinem Altersgenossenverein gewesen, für die Gemeinschaft setzte er sich unter anderem auch in der Dietenberger- und der Bürgerstiftung ein.

Auch der Vorsitzende des Gmünder Rotary-Clubs, Theo Stepp, konnte Röttele, der dem Club seit 1984 angehörte, treffend beschreiben: als quirlige, freundlichen Optimisten, der Freundschaften pflegte. er habe sich bei Rotary besonders für den Nachwuchs eingesetzt. Freundschaften pflegen und Dienst leisten, das seien für ihn grundlegende Pflichten gewesen.

Der Vorsitzende der Gmünder Kolingsfamilie, Thomas Eble, erwähnte in seinem Nachruf weitere Organisationen, in denen Rötteles plötzlicher Tod eine Lücke hinterlassen hat: die Gmünder Jägervereinigung, die DJK Schwäbisch Gmünd, zu deren Gründungsmitgliedern Röttele gehört hat, und die Kolpingsfamilie Schwäbisch Gmünd.

Baustelle Kolpingshaus

Vor über 60 Jahren sei Bruno Röttele der Kolpingsfamilie beigetreten, sein Wirken dort habe zum Mittelpunkt seines Lebens gehört. Röttele habe Hilfsprogramme für Brasilien, Indien und die Mongolei angestoßen sowie Kontakte zur Kolpingsfamilie in Gmünds ungarischer Partnerstadt Szekesfehervar geknüpft. Besonders am Herzen gelegen sei ihm das Kolpingshaus am Scheuelberg, wo er und seine Frau Ursula oft Dienst taten. „Die Baustelle Kolpingshaus„ habe Bruno Röttle sich als eine seiner nächsten Aufgaben vorgenommen. „Er war so ein Glücksfall für unsere Gemeinschaft“, sagte Eble.

Musikalisch umrahmt wurde das Requiem von Münsterorganist Stefan Beck und Frank Grossmann am Cello.

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