Bunte Kostüme und viel Stoff zum Nachdenken

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Foto: Jan-Philipp Strobel

Musical-Factory bringt Highlights aus drei Musicals, „Voice Steps“ aus der Schweiz zeigt Kindermusical.

Schwäbisch Gmünd. Statt des großen Musicalfestivals, das der Pandemie abgesagt werden musste, fand im Prediger eine Miniaturversion statt mit Gästen aus der Schweiz. Fünf Jahre liegt das Schweizer Festival zurück, bei dem auch die Musical Kids aus Gmünd zu Gast waren. Mit gebotener Sorgfalt hatten Anna Hein und Thomas Sachsenmaier von der Musical Factory Kinder und Jugendliche getestet für Workshop und Rehearsal für die Aufführung am Samstagnachmittag. So konnte sich ein buntes Spektakel entfalten, auf das die Kinder lange ungeduldig gebibbert hatten.

Die Gastgeber zeigten ein Potpourri aus drei Musicals. Mit schwingenden Röcken in den Farben rot, grün, blau und gelb tanzten die Mädchen von der rechten Seite auf die Bühne, wo sich die von links kommenden schwarz gekleideten jungen Männern zu einer Gruppe versammelt hatten. Neugierig „tell me more“ lauschten die Gleichaltrigen der Geschichte, mit der der im Mittelpunkt stehende prahlte. Parallel die Mädchengruppe, wo eine die Jungensgeschichte zum Besten gab. „Grease“. Mitreißend ging es weiter zum Musical „Wicked“. Nach einem schnellen Kostümwechsel auf abgedunkelter Bühne eroberten die Hexen von Oz die Bühne. Den Abschluss bildete die Komödie „Mamma Mia“.

Die große Compagnie aus der Schweiz unter Leitung von Guido Simmon zeigte mit theatralischen Mitteln das Weltrettungsepos „Seussical - Horton hört ein Hu“. Der Stoff passt hundertprozentig in unsere von der Klimakatastrophe bedrohte Welt. Ob die Kleinen im Publikum der Aussage folgen konnten? Zumindest die Kostüme, Requisiten, Musik und Gesang machten die Geschichte zu einem sinnenfreudigen Erlebnis.

Ein neugieriger kleiner Junge tappt über die Bühne. Kraft seiner Fantasie bringt er die Geschichte in Bewegung. Er denkt, kombiniert, träumt und erweckt einen Dschungel mit Vögeln, Affen und einem Elefanten zum Leben. Die Eltern sind beunruhigt und schicken ihren Sohn hinauf zum Duschen und dann ab ins Bett. Die Katze aus der Fantasiewelt bringt ihm einen Fisch und der Bub träumt von dem Fisch in der Badewanne, deren Wasser sich mit Teich, Fluss und Meer verbindet und alle Fische zusammenkommen lässt. Das Badewannenwasser läuft über und setzt das Haus unter Wasser.

Dann ist da der fürsorgliche Elefant, der in einer Kleeblume ein Staubkörnchen ausmacht und darin einen kleinen Planeten mit Menschen erkennt. Unbedingt will er diese beschützen. Am Ende muss er sich einer Gerichtsverhandlung stellen, wo ihm vorgeworfen wird, dass er mit einem Staubfleck redet, bei einem Nest herumlungert und den sozialen Frieden stört.

Als Deus ex Macchina kommt der Junge ins Spiel, der kraft seines Denkens dem tragischen Urteil eine andere Wendung gibt, den Elefanten vor dem Urteil bewahrt und diesem ermöglicht, seinen Planeten mit den Menschen zu retten. wid

Foto: Jan-Philipp Strobel
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Foto: Jan-Philipp Strobel
Große Musical-Gefühle gab's am Samstag im Prediger.

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