Cantate Domino gräbt 42 Jahre alte Aufnahme aus

+
Besondere Überraschung für aktuelle und ehemalige Sänger: Sie hörten erstmals eine 42 alte Aufnahme ihres Chores.

Sänger hören erstmals einen Konzertmitschnitt anlässlich aus dem Jahr 1980.

Schwäbisch Gmünd. Eigentlich sollte es „nur“ eine übliche Chorprobe von Cantate Domino, den ehemaligen St.-Michael-Chorknaben im Festsaal des Franziskaners werden. Adalbert Muschak, Sprecher des Männerchores (Leitung Moritz Tempel) hat in der Einladung zur Chorprobe aber schon per E-Mail auf eine „Überraschung“ explizit hingedeutet. Diese hatte es am Ende der Konzertvorbereitung in sich.

Sänger Gerald Feig überbrachte die Überraschung: Vor einigen Jahren erhielt er von Walter Grüner, einem der ersten Sänger der Chorknaben, eine „jungfräuliche“ und nie veröffentlichte Kassettenaufnahme des Chores. Aufgenommen wurde sie 1980 anlässlich des 44. Geburtstages des damaligen Chorleiters Rudi Arnold. „Das Material war unbrauchbar. Durch einen sehr aufwendigen, digitalen Umwandlungsprozess der Tonspuren, sei es überhaupt erst möglich gewesen, eine anhörbare, akustische Rekonstruktion des Konzertes herzustellen“, sagt Gerald Feig. Die Besonderheit: Grüner hatte das Konzert selbst „moderiert“.

Michael Baumann, Vorsitzender des Vereins der Freunde der St. Michael Chorknaben hat die rekonstruierte Aufnahme kopiert und einige Lieder aus dem Konzertmitschnitt, unter Beisein von Rudi Arnold und einigen Sängern von damals, im Festsaal des Franziskaners als Uraufführung nach 42 Jahren vorgespielt.

Nicht nur Fred Eberle war verblüfft, als er die Stimmgewalt des damaligen Chores erstmals hörte. „Wir waren damals knapp 100 Sänger“, sagt der ehemalige Solist der Chorknaben und langjähriger Dirigent und Gründer von Cantate Domino.

In feierlicher Runde, auch unter Beisein des Gmünder Oberbürgermeisters Richard Arnold, ebenfalls ein ehemaliger Chorknabe, wurde Rudi Arnold, der auf dem Konzertmitschnitt als Solist zu hören war, seiner jahrzehntelangen Wirkung im Chor gewürdigt. Gerald Feig übergab Rudi Arnold feierlich den sogenannten Masterstick (Originalaufnahme). Anschließend richtete er seine Worte an die anwesenden Jung-Choristen der St. Michael-Chorknaben, mit dem Hinweis, dass die Chorgemeinschaft, die einstige Chorknabenbewegung keine Sache für ein paar Jahre sei, sondern das ganze Leben, oftmals bis zum Lebensende charakterprägend sei.

Auch dieses heutige Ereignis sollte Ansporn für die jungen Sänger sein, ihr Lebenswerk stets in einer Gemeinschaft zu sehen. Richard Arnold gab preis, dass er auch durchaus den Einfluss der Chorgemeinschaft als Basis für seine eigene berufliche Entwicklung sehe. Wie die Chorknaben mitteilten, habe Walter Grüner aus gesundheitlichen Gründen an diesem Abend leider nicht mit anwesend sein können.

Ein Lied schlägt Brücke

 Ganz besonders war auch der Abschluss der Feierlichkeiten. Mit dem Lied „Möge die Straße uns zusammenführen“ wurde eine Brücke zwischen den jungen Sängern und den Sängern der Gründergeneration geschlagen. Gemeinsam, stimmgewaltig und anspruchsvoll. So manch einer wird sich überlegt und gefragt haben: „Wann werden wir das Mal wieder zusammen hinbekommen?“ Für Rudi Arnold, der dieses Jahr 86 Jahre alt wird, ein ganz besonderer Abend.

Zurück zur Übersicht: Stadt Schwäbisch Gmünd

Mehr zum Thema

Kommentare