Chansons am Josefsbach

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Aus Anlass des französischen Nationalfeiertags trafen sich am Samstag Mitglieder des Gmünder Vereins Städtepartnerschaft im Antiber Garten an der Grabenallee zu einer „Fête Nationale“ - bei Cidre, französischem Wein, Crêpes und anderen Spezialitäten.
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Mit französischen Chansons und Gedichten, Crèpes und Wein feiert der Verein Städtepartnerschaft in Gmünd den französischen Nationalfeiertag.

Schwäbisch Gmünd

Es war die erste Veranstaltung des Vereins Städtepartnerschaft Schwäbisch Gmünd in diesem Jahr. Diesmal stand das französische Antibes im Mittelpunkt, mit einer kleinen Feier zum auf den 14. Juli datierten Nationalfeiertag der Franzosen. Bei schönem Wetter hatten sich rund 50 Menschen im Antiber Garten am Josefsbach zusammengefunden.

Auch Lukas Amadeus Schachner, der Vorsitzende des Vereins, freute sich über die Premiere nach der langen Corona-Pause.Normalerweise organisiere der Verein zwei bis drei Aktivitäten im Jahr für jede der fünf Partnerstädte Gmünds, erzählte der Vorsitzende.

Umso lieber nahmen die Gäste nun das Angebot des fröhlichen Beisammenseins an. Und gestalteten es aktiv mit: Rebekka Fauth hatte die Mitglieder im Vorfeld aufgerufen, ihre französischen Lieblingsgedichte mitzubringen und vorzutragen. Die Antibes-Beauftragte des Vereins machte auch gleich den Anfang mit „Chanson d’automne“ von Paul Verlaine. Ihr folgten einige Vorträge in der klangvollen romanischen Sprache, die der Veranstaltung ein schönes Flair verliehen.

Schon zehnmal in Antibes

Viele entspannte, fröhliche Gesichter waren zu sehen. Etwa von Gudrun und Martin Fritz. „Wir sind Gründungsmitglieder des Vereins“, sagte die Bettringerin, die sich geschmackvoll in den französischen Farben blau, weiß und rot gekleidet hatte. „Uns geht es bis heute darum, andere Menschen und Lebensweisen kennenzulernen.“ Dafür halte und pflege sie Kontakte zu allen Partnerstädten, „zurzeit sogar über Facebook“, erzählte die Seniorin stolz und lachte. In Antibes sei sie bestimmt schon zehnmal gewesen.

„Eigentlich hatten wir im April eine Reise nach Antibes geplant“, ergänzte Rebekka Fauth. Doch die Pläne mussten wegen Corona wieder verworfen werden. „Seit kurzem lief es dann besser.“ Sogar das traditionelle Jazzfest habe in der Mittelmeerstadt stattfinden können. „Leider gibt es aber momentan wieder mehr Neuinfektionen in Frankreich.“

Hoffnung auf Oktober

Die Einladung der Antiber zum dortigen Oktoberfest stehe noch, „mal sehen, ob das stattfinden kann“, sorgte sich Fauth. Solche Aktivitäten seien für einen Verein wie ihren wichtig, sagte das Vorstandsmitglied: „Wir bieten ja keinen Sport oder Musikunterricht an und haben einfach weniger Möglichkeiten.“

Umso schöner sei, dass das Online-Angebot gut angenommen würde. Regelmäßig lädt der Verein zu Streaming-Veranstaltungen ein, bei denen es immer um eine der Partnerstädte geht. Christoph Bertenrath sieht in diesen Online-Beiträgen auch eine Möglichkeit, mehr junge Menschen für den Verein zu gewinnen. „Die große Zeit der Städtepartnerschaften war in den 60er- und 70er-Jahren“, sagte das Vorstandsmitglied und erklärte, dass die Mehrheit der Mitglieder damals schon dabei gewesen sei. „Jüngere Menschen denken, durch einen Wisch auf dem Handy kennen sie die ganze Welt.“ Doch die Begegnung vor Ort ersetze das bei weitem nicht. „Beziehungen von Mensch zu Mensch erlebbar zu machen, ist die große Chance unseres Vereins.“

Wie junge Leute begeistern?

Auch Vorsitzender Schachner betonte, dass man vor der Herausforderung stehe, junge Leute für die Städtepartnerschaften zu begeistern. „Die Politik hat ihre Ebene, wir schaffen eine freundschaftliche Verbindung der Bürger.“ Nur so ließen sich Vorurteile abbauen: „Wenn Peter erkennt, dass Pierre ein netter Mensch ist.“ Eine Gruppe junger Leute steht beisammen, was denken sie über die Zukunftsfähigkeit der Städtepartnerschaften? „Der erste Kontakt muss über die Schulen entstehen“, meinte Jürgen Kutscherauer. Und Juliane Weller empfahl: „Selbst dann muss man dranbleiben, sonst schläft alles wieder ein.“

Der erste Kontakt muss über die Schulen

Jürgen Kutscherauer,, Verein Städtepartnerschaft

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