Christian Lange auf der letzten Sommertour

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Startet seine letzte Sommertour: Christian Lange
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Schwäbisch Gmünd. So ein bisschen ist's schon eine Abschiedstour: Der SPD-Bundestagsabgeordnete und Justizstaatssekretär Christian Lange ist, wie in den Vorjahren, auch in diesem Sommer in seinem Wahlkreis Gmünd/Backnang unterwegs. Allerdings nicht, wie in den Jahren der Bundestagswahlen, mit einem Hefezopf. Denn er, sagt Lange am Dienstag im GT-Gespräch, sei ja nicht mehr der Kandidat.

Der Sozialdemokrat Lange wird zum Ende dieser Legislaturperiode nach 23 Jahren aus dem Bundestag ausscheiden. Und nach Abschluss der Regierungsbildung nach der Bundestagswahl Ende September sein Amt als Justizstaatssekretär aufgeben. Eine Sommertour aber, sagt Lange, wird's in diesem Jahr trotzdem geben. Und eigentlich hat die schon begonnen. Am Dienstag war Lange bei Landrat Dr. Joachim Bläse, seine erste richtig echte Begegnung mit diesem, da Corona dies zuvor nicht zuließ. Ebenfalls besuchte er am Dienstag, zusammen mit dem SPD-Kandidaten für den Bundestag, Tim-Luka Schwab, das DRK Gmünd in der Weißensteiner Straße. Am Montag schon hatte er Heubachs Bürgermeister Frederick Brütting zu seinem Wahlsieg in Aalen gratuliert. „Sensationell“ sei das Ergebnis über 70 Prozent, sagt Lange. Er zählt die Wahlsiege der SPD jüngst auf, Michael Salomo in Heidenheim und Matthias Klopfer in Esslingen. Was für ihn zu der Schlussfolgerung führt: „Sozialdemokraten können in Baden-Württemberg erfolgreich sein.“

Weitere Termine hat Lange in diesen Tagen mit seinem Vorgänger als Abgeordneter, Robert Antretter, mit Max Fuchs und mit Hans-Jürgen Westhauser. Sie alle sind Weggefährten seiner Zeit als Abgeordneter. Auch dem Landrat des Rems-Murr-Kreises, Richard Sigel, werde er noch einen Besuch abstatten. Und dann Schwab im Wahlkampf unterstützen. Für ihn hat er Veranstaltungen mit Bundesarbeitsminister Hubertus Heil am Donnerstag in Auenwald und mit dem Fraktionschef im Bundestag, Rolf Mützenich, Ende August in Lorch organisiert.

Wie findet Lange dies, dass ein 21-Jähriger in seine Fußstapfen treten will? Dies sei ein „Zeichen an die Jugend“, sagt Lange, dass man bei der SPD auch als junger Mensch Politik machen könne. Und damit ein „Kontrast zu einer Seniorin“. „Zukunft gegen Rückwärtsgewandtheit“ nennt Lange dies, sieht aber auch, dass man es auch Unerfahrenheit gegen Erfahrung nennen könnte.

Blickt der Abgeordnete auf die vergangenen vier Jahre zurück, sieht er viel, was er der SPD zuschreibt. Er zählt auf: Kohleausstieg, Klimaschutzgesetz, Einführung der Grundrente, Rentengarantie bis 2025, erhöhtes Kurzarbeitergeld, Brückenteilzeit, Mindestausbildungsvergütung, Verbot von Werksverträgen in der Fleischindustrie oder das Lieferkettengesetz. Bei der CDU hingegen falle ihm nichts ein, wofür diese gekämpft habe, sagt Lange. Mit großer Zufriedenheit, dass er so lange im Bundestag sein durfte, blickt Christian Lange auf die 23 Jahre als Abgeordneter. In diesen Jahren sei im Wahlkreis „viel gerissen“ worden, meint er und nennt Einhorn-Tunnel, die B-297-Anbindung an die B 29 bei Lorch und die Mutlanger Ortsumgehung.

Fragt man Lange, was ihn aktuell bewegt, nennt er die Wahl des AfD-Kandidaten Bert Matthias Gärtner im Land zum Verfassungsrichter. Es sei „schwach, was Grüne und CDU da abgeliefert haben“, sagt er. Gärtner war mit 37 Ja-Stimmen und 32 Nein-Stimmen bei 77 Enthaltungen gewählt worden. Die AfD selbst hat 17 Abgeordnete. In vier Jahren habe er in 18 Sitzungen 18 mal Nein gesagt zur Wahl eines AfD-Kandidaten als Vizepräsident im Bundestag, sagt Lange. Und: „Wenn man gegen Rechtsextremismus kämpft, muss man Nein sagen.“ Michael Länge

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