Corona-Notbremse löst Frust bei Händlern und Wirten aus

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Ob der Gmünder Wochenmarkt am Ostersamstag öffnen darf und mit welchem Warenangebot, ist noch offen. Die Stadtverwaltung wartet auf konkrete Vorgaben in der Landesverordnung.
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Einzelhändler sind enttäuscht, wieder auf "Click & collect" umstellen zu müssen. Gastronomen planen eine Demonstration und eine Klage.

Schwäbisch Gmünd

Nach dem Corona-Bund-Länder-Treffen am Montag herrscht erst mal großes Rätselraten, was nun eigentlich für wen konkret gilt. Antworten soll die Landesverordnung liefern, die Ministerpräsident Winfried Kretschmann am Dienstag angekündigt hat. Im Ostalbkreis gelten ab Donnerstag, 25. März, zunächst die Notbremse-Bestimmungen, die das Land Anfang März beschlossen hat. Denn das Landratsamt hat am Dienstag amtlich festgestellt, dass die Sieben-Tage-Inzidenz drei Tage in Folge über 100 lag.

Das sagen Händler:

Dem Einzelhandel ist die Öffnung nach vorheriger Terminvergabe – "Click & meet" – daher ab Donnerstag untersagt. Die Abholung von bestellter Ware via "Click & collect" bleibt gestattet. "Damit haben wir nicht gerechnet, das ist wie ein Schlag ins Gesicht", sagt Simone Klaus, Geschäftsführerin des Gmünder Handels- und Gewerbevereins (HGV), dazu. Sie habe gehofft, dass sich die Ministerpräsidenten für "Click & meet" aussprechen. Dabei dürfe nur ein Kunde auf 40 Quadratmeter, die Kontakte würden nachverfolgt und es gebe keine Warteschlangen vor den Geschäften. Das Angebot sei von den Kunden gut angenommen worden. Für die Einzelhändler sei frustrierend, nun wieder auf "Click & collect" umsteigen zu müssen.

Wir sind wieder das Bauernopfer.

Dagobert Hämmerer, Dehoga-Vorsitzender im Ostalbkreis

Viele Anfragen von Händlern habe sie seit dem Corona-Gipfel am Montag allerdings noch nicht erhalten, das sei vielleicht die "Schockstarre". Auf die Frage, was beim Handel ab kommender Woche und speziell während der "Ruhephase" an Gründonnerstag und Ostersamstag gilt, könnte sie momentan auch gar keine Antwort geben. "Da müssen wir die Landesverordnung abwarten", sagt sie. Dieselbe Antwort gibt Stadtsprecher Markus Herrmann auf die Frage, ob der Gmünder Wochenmarkt an Ostersamstag stattfinden darf. Erst die Landesverordnung könne dazu Klarheit bringen.

Das sagen Gastronomen:

Es reicht – jetzt wollen auch die Gastronomen auf die Straße gehen, sagt Dagobert Hämmerer, Vorsitzender des Hotel– und Gaststättenverbands Dehoga im Ostalbkreis, nach dem Bund-Länder-Treffen. Einige Wirte hätten gehofft, dass neben der Öffnung der Außengastronomie auch innen "ein bisschen was geht" oder zumindest Bewirtung in beheizten Zelten auf Abstand erlaubt wird. Doch jetzt sei selbst die Hoffnung auf die Öffnung der Biergärten mit der Lockdown-Verlängerung bis 18. April zerstört. Was bleibe, sei das To-go-Geschäft. Essen zum Mitnehmen dürfe auch an den Osterfeiertagen inklusive Gründonnerstag und Ostersamstag verkauft werden – Stand jetzt.

Das ist wie ein Schlag ins Gesicht.

Simone Klaus, Geschäftsführerin des HGV

Doch die Bewirtung in der Gastronomie sei seit November verboten. "Wir sind wieder das Bauernopfer", sagt Dagobert Hämmerer. Die Arbeit der Regierung nennt er "ein Totalversagen". Bei den Tests hätten Politiker "verschlafen", genauso bei den Impfungen, auch die Kontaktnachverfolgung funktioniere nicht, wie sie sollte, kritisiert der Dehoga-Chef. Die Schließung der Gastronomie sieht er als "Eingriff in unsere Grundrechte". Deshalb erwäge Dehoga Baden-Württemberg eine Klage vor dem Verwaltungsgericht, berichtet Dagobert Hämmerer von einer Sitzung des Beirats des Landesverbands am Dienstag. Allerdings wollen die Verbandsvertreter noch den nächsten Corona-Gipfel am 12. April abwarten.

Voraussichtlich erst nach dem 12. April soll auch die Demo des Kreis-Dehoga sein, sagt Dagobert Hämmerer – mit klaren Forderungen: Gastronomie und Hotellerie brauchen eine Öffnungsperspektive und nicht nur das Versprechen auf Hilfsmittel – "diese müssen endlich fließen".

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