Damit das Christentum Frieden findet

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Vor großem Publikum sprachen die Redner beim Kongress im Forum des Schönblick.

Großveranstaltung auf dem Schönblick in Schwäbisch Gmünd zum Thema Christenverfolgung heute - wer gesprochen hat, wo Einsatz nötig ist. Spontane Schreiben an die Koalitionäre in Berlin.

Schwäbisch Gmünd

Im Glauben vereint – eine Aussage, die auf viele Menschen aus unserer Welt zutrifft. Ungefähr 80 Prozent der Weltbevölkerung gehören einer Glaubensvereinigung an. Zumindest in ihrem Denken und ihrem Geiste. Unter dem Titel „Christenverfolgung heute“ veranstaltete der Schönblick einen großen Kongress. Dabei wurde deutlich: Gläubige in aller Welt sehen sich an vielen Orten Bedrohungen, Folter und gar der Todesgefahr ausgesetzt.

Trotzdem: „Es ist erfreulich zu sehen, dass das Christentum weltweit einen Zulauf erfahren darf“, sagte Kuno Kallnbach, Organisator des Kongresses am Schönblick, bereits im Vorfeld. Das durften er und die rund 350 Kongressteilnehmer denn auch in den zahlreichen Vorträgen aus aller Welt untermauert wissen. Das Christentum, mit über 2,3 Milliarden Anhängern weltweit führend unter den großen Religionen (zum Vergleich: Islam ca. 1,6 Milliarden; Hinduismus etwa 940 Millionen), sei beliebter denn je. Und gleichzeitig auch verfolgter denn je: Auf nahezu allen Kontinenten sehen sich Christen der Verfolgung ausgesetzt. Vor allem im vorderen Orient, in Südostasien, aber auch auf der arabischen Halbinsel und weit über Afrika verteilt müssen Christen versteckt ihren Glauben leben, sehen sich sonst massivsten Repressalien und Folter ausgesetzt und im schlimmsten Falle sogar mit dem Tode konfrontiert. „Nehmen wir nur den Jemen als Beispiel“, sagte Kallnbach. „Dieses Land kommt nicht zur Ruhe, ist seit Jahren mit einem furchtbaren Bürgerkrieg konfrontiert. Es ist höchst erschreckend, was dort passiert, ohne dass es die Weltgemeinschaft überhaupt mitbekommt.“

Der Jemen kann hier aber nur stellvertretend stehen für all das, was sich weltweit rund um den Glauben ereignet. Auch die deutsche Abschiebepolitik, zum Beispiel in den Iran, wurde scharf kritisiert. Kuno Kallnbach: „Wir schieben konvertierte Christen in den Iran ab – obwohl wir wissen, dass sie dort massiv verfolgt werden.“ Das mache sprachlos. Und dennoch, auch dort, stehe im Blickpunkt, dass das „Christentum trotz Verfolgung weiter wachse.

Der Beauftragte der Bundesregierung Markus Grübel bot einen tiefen Einblick in seine Tätigkeit zum Thema „Religionsfreiheit“. Er wirkte zudem als Schirmherr des Schönblick-Kongresses. „Wir sind ihm sehr dankbar für seine Unterstützung“, sagte Kuno Kallnbach und nannte es umso wichtiger, für den Erhalt dieser Funktion auch in einer neuen, sich anbahnenden rot-grün-gelben Regierung zu kämpfen. Daher habe man sich ganz kurzfristig entschieden, ein Schreiben an die möglichen Koalitionäre aufzusetzen, um zu vermeiden, dass dieses Amt dem Rotstift zum Opfer falle. „Das Schreiben wird noch in diesem Tagen bei den entsprechenden Stellen eintreffen“, betont Kallnbach.

Zu einem Highlight wurde am Eröffnungstag des Kongresses, auch ein Interview mit Volker Kauder, langjähriges Führungsmitglied der Bundes-CDU. Volker Kauder zeigte beeindruckende und auch sehr persönliche Einblicke in seine Arbeit im Verbund zwischen Politik und Glaube. Kauder ist seit vielen Jahren immer wieder Gast am Schönblick. Das Interview bei der Abendveranstaltung wurde geführt von Uwe Heimowski, dem Politikbeauftragten der Evangelischen Allianz in Deutschland.

„Begeistert hat uns aber auch das Grußwort des Schwäbisch Gmünder Bürgermeisters Christian Baron“, fasste Kuno Kallnbach zusammen. Ihm sei wichtig, dass der Schönblick immer auch in enger Verbindung mit der Stadt Schwäbisch Gmünd bei solch großen und wertvollen Veranstaltungen wie „Christenverfolgung heute“ gesehen werde.

Der Kongress, sein Verlauf und die große Teilnehmeranzahl haben einmal mehr bewiesen, wie wichtig es ist, immer wieder darüber zu berichten, wie viel Leid Christen in aller Welt zu ertragen haben, nur weil sie ihren Glauben leben: „Wir sehen vieles mit größter Sorge, andernorts aber finden wir auch viel Positives vor. Umso mehr wir unsere Stimmen erheben und für unseren Glauben einstehen, ihn leben und uns versöhnlich und offen zeigen, desto mehr wird das Christentum Friede finden.“

"Es ist erschreckend, was im Jemen passiert.“

Kuno Kallnbach,, Organisator des Kongress

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